
Mit Februar 2011 hat sich einer der österreichischen Portal-Urgesteine aufgrund verlängerter Ladezeiten von der ÖWA verabschiedet. Über diese offizielle Begründung konnten Fachleute nur schmunzeln – das ominöse Script hat 650Byte – die Verbesserung der Ladezeit liegt somit also im Promillebereich. Pragmatische Rechner werden die Ursache daher eher in dem dramatischen Trafficeinbruch von 32% innerhalb der letzten zwei Jahren und dem damit verbundenen Umsatzabsturz vermuten.
Wie auch immer – die ÖWA ist damit nicht zum ersten Mal ins Gerede gekommen, Skandale und Skandälchen stehen seit Jahren immer wieder in den Medien. Das Substantiv „Sistierung“ wird den meisten Lesern wohl ausschließlich im Zusammenhang mit der ÖWA geläufig sein. Grund genug, sich Pro & Contras mal genauer anzusehen.
Was ist die ÖWA eigentlich?
Die österreichische Webanalyse (ÖWA) wurde 1998 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den österreichischen Online-Werbemarkt transparenter zu gestalten und zu fördern. In der realen Welt könnte man die Aufgabe durchaus mit der Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) vergleichen, die Werbetreibenden aufschlussreiches Zahlenmaterial über die Anzahl der verkauften Printmedien liefert.
Es werden mittels eines serverzentrierten und standardisierten Verfahrens folgende objektive und vergleichbare Zugriffsdaten von Online-Angeboten erhoben und veröffentlicht:
Unique Clients (UC)
Ist ein von mindestens einer Person verwendetes Endgerät (PC, PDA, Mobiltelefon etc.), von dem aus auf das ÖWA gezählte Angebot mittels eines Browsers zugegriffen wird. Ein Unique Client kann von mehreren Personen bedient werden (z.B. Familien-PCs), eine Person kann andererseits auch auf mehrere Unique Clients zugreifen (z.B. PC zu Hause und am Arbeitsplatz).
Visits
Ein Visit definiert den Besuch eines Nutzers bei einem Online-Angebot. Er stellt einen zusammenhängenden Nutzungsvorgang dar, bei dem zumindest eine Seite eines Online-Angebotes (PageImpression) abgerufen wird. Ein Visit umfasst daher eine oder mehrere PageImpressions.
PageImpressions (PI)
Eine PageImpression stellt den Sichtkontakt eines Nutzers mit einer Seite eines Online-Angebotes dar. Eine PI wird nur dann gezählt, wenn die Seite eines Online-Angebotes von einem Nutzer angefordert wird. Die Ausweisung von PI ist nur zulässig für Seiten, die auf Anforderung des Nutzers generiert werden.
Anteil PI aus AT in %
Diese Kennzahl gibt an, wieviel Prozent der Page Impressions eines Angebots aus Österreich stammen.
Usetime
Die Usetime beschreibt die durchschnittliche Dauer eines Visits.
Wie funktioniert es technisch?
Der Zählpixel verweist auf eine unsichtbare Grafik, die mittels kurzem Script auf den einzelnen Seiten der Angebote implementiert wird. Bei jeder Nutzeraktion wird diese Grafik von einer ÖWA-Zählbox abgerufen, die den Aufruf auswertet.

Technische Funktionsweise der ÖWA
Die ÖWA gewährleistet durch regelmäßige Kontrollen die einwandfreie Klassifizierung (Einbindung der ÖWA-Tags) der gemessenen Websites und die korrekte Zählung der Zugriffe. Werbeträgerangebote werden einmal im Quartal, Angebote ohne Werbung einmal im Jahr einer genauen Prüfung unterzogen.
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