Okt 25
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Anfang dieses Jahres hat sich das österreichische Bundeskanzleramt entschlossen, Werner Faymann in die sozialen Medien zu bringen. Zu erfolgreich war der amerikanische Präsident im letzten Wahlkampf mit diesem neuen Kanal. Gut Ding braucht manchmal Weile – im Juli wurde dann der mit 180.000EUR dotierte Etat für eine “Informationsstrategie des Bundeskanzlers für einen multimedialen Auftritt mit Social Media Technologien” vergeben.

Am 18.10.2011 liess unser Kanzler dann verlautbaren, im Zuge seiner Social-Media-Strategie auf Twitter verzichten zu wollen – der Aufschrei der Community war groß. Einen Tag später war schon wieder alles anders: Sieben Experten werden für den Bundeskanzler twittern. Manche Sachen kann man anscheinend nicht richtig machen, auch hier gab es unverzüglich kritische Stimmen von Opposition, Regierungspartner und Journalisten.

Ich selbst beschäftige mich schon seit längerem mit der Begleitung von politisch tätigen Menschen auf dem rutschigen Parkett der sozialen Netzwerke. Wer kann nun besser Licht in diese Marketingkampagne bringen, als die zuständige Projektleiterin? Angelika Feigl war vormals Pressesprecherin des Bundeskanzlers, ist seit Jänner 2011 dort für die Entwicklung der Bereiche Neue Medien und Internet verantwortlich und hat sich dankenswerterweise für ein Interview zur Verfügung gestellt.

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Sep 26
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Das Panda-Update von Google hat im August 2011 ganze Legionen von SEO-Experten (und solchen, die es noch werden wollen) veranlasst, ihre Prognosen über die Entwicklung verschiedenster Webseiten abzugeben. Der geneigte Leser durfte dann Aussagen wie “Endlich werden die ganzen Dreckschleudern abgestraft” und ähnliche akademische Ergüsse lesen, Ursache und Wirkung wurde bedauerlicherweise des öfters verwechselt bzw. ignoriert. Unzählige Tabellen mit “Gewinnern und Verlierern nach Panda” wurden publiziert – verwendet wurde dafür zumeist der Sistrix-Sichtbarkeitsindex. Johannes Beus hat damit etwas geschaffen, wovon die meisten nur träumen können: Die Etablierung eines Defakto Standards, einer anerkannten Metrik zur Erfolgsmessung von SEO-Maßnahmen

Ich darf an dieser Stelle Frank Doerr aka Löwenherz zitieren:

“Der Sistrix Sichtbarkeitsindex ist ein statistischer Wert, eine Kennzahl für die Sichtbarkeit einer Domain in den Suchergebnissen bei Google. Derzeit werden die ersten einhundert Treffer von rund einer viertel Million deutschsprachiger Keywords überwacht. Der Index wird nun berechnet aus der Platzierung einer Domain bei den überwachten Keywords, aus der zu erwartenden Klickrate aufgrund der Positionierung sowie aus dem Wert des Keywords (der erwartete Traffic für die jeweilige Suchphrase).”
Natürlich habe auch ich alle von mir betreuten Portale mit leicht klopfendem Herz beobachtet, ob das Farmerupdate messbare Auswirkungen zeigt. Nachdem Sebastian Socha aber bereits ketzerisch angemerkt hat, dass der organische Traffic auch trotz sinkenden Sichtbarkeitsindex steigen kann, habe ich mir mal ein paar exemplarische Beispiele des österreichischen Marktes angesehen. Meine These war: Der Sichtbarkeitsindex (egal ob von Sistrix, Searchmetrix, XOVI oder einem anderen Anbieter) ist eine gute, wenn auch proprietäre Metrik für die zeitliche Entwicklung einer Website in den SERPs … eine aussagekräftige Maßzahl für realen Traffic ist er allerdings nur sehr bedingt. weiterlesen »
Jul 18
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Das deutschsprachige Europa beschäftigt sich momentan mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens. Nein, damit sind nicht Staatsschulden von EU-Ländern, Schwierigkeiten der Pensionskassen, Arbeitslosigkeit, die Schwäche des Euros oder ähnlich unwichtige Kleinigkeiten gemeint – die Menschen verbringen ihre Zeit lieber mit Diskussionen über Intimrasur, Nudelsieben am Kopf und textlich dringenst notwendigen Änderungen der österreichischen Bundeshymne aus dem Jahre 1947.

Für alle Anderen, die nicht im medialen Sommerloch verschwinden wollten, gab es letzte Woche eine perfekte Gelegenheit: Am 14.07. und 15.07. fand in Wien der Werbeplanung.at Summit 2011 statt, laut Eigendefinition Österreichs Digital-Marketing-Kongress. 1.100km waren mir persönlich dann trotz des spannenden Themas doch zu viel – ich hab daher nur virtuell mittels Twitter Hashtag #wpsummit daran teilgenommen, hier meine subjektiven Eindrücke. Das Experiment hat durchaus passabel funktioniert: Sobald eine kritische Anzahl von fleissigen Twitterer vor Ort sind, kann sich der geneigte Leser ein schönes Bild über Inhalte und Stimmung machen. weiterlesen »

Jun 08
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Im Rahmen meiner Tätigkeit als Consulter werde ich ab und zu von Unternehmen oder Headhuntern zu Bewerbungsrunden beigezogen. Nicht vergessen: Am Ende des Tages verkaufen wir bei einem Vorstellungsgespräch uns selbst! Gerne gebe ich daher ein paar Tipps zur richtigen Vorbereitung und ein best-of aus hunderten solcher Gespräche. weiterlesen »

Mrz 18
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Mit Februar 2011 hat sich einer der österreichischen Portal-Urgesteine aufgrund verlängerter Ladezeiten von der ÖWA verabschiedet. Über diese offizielle Begründung konnten Fachleute nur schmunzeln – das ominöse Script hat 650Byte – die Verbesserung der Ladezeit liegt somit also im Promillebereich. Pragmatische Rechner werden die Ursache daher eher in dem dramatischen Trafficeinbruch von 32% innerhalb der letzten zwei Jahren und dem damit verbundenen Umsatzabsturz vermuten.

Wie auch immer – die ÖWA ist damit nicht zum ersten Mal ins Gerede gekommen, Skandale und Skandälchen stehen seit Jahren immer wieder in den Medien. Das Substantiv „Sistierung“  wird den meisten Lesern wohl ausschließlich im Zusammenhang mit der ÖWA geläufig sein. Grund genug, sich Pro & Contras mal genauer anzusehen.

Was ist die ÖWA eigentlich?

Die österreichische Webanalyse (ÖWA) wurde 1998 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den österreichischen Online-Werbemarkt transparenter zu gestalten und zu fördern. In der realen Welt könnte man die Aufgabe durchaus mit der Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) vergleichen, die Werbetreibenden aufschlussreiches Zahlenmaterial über die Anzahl der verkauften Printmedien liefert.

Es werden mittels eines serverzentrierten und standardisierten Verfahrens folgende objektive und vergleichbare Zugriffsdaten von Online-Angeboten erhoben und veröffentlicht:

Unique Clients (UC)
Ist ein von mindestens einer Person verwendetes Endgerät (PC, PDA, Mobiltelefon etc.), von dem aus auf das ÖWA gezählte Angebot mittels eines Browsers zugegriffen wird. Ein Unique Client kann von mehreren Personen bedient werden (z.B. Familien-PCs), eine Person kann andererseits auch auf mehrere Unique Clients zugreifen (z.B. PC zu Hause und am Arbeitsplatz).

Visits
Ein Visit definiert den Besuch eines Nutzers bei einem Online-Angebot. Er stellt einen zusammenhängenden Nutzungsvorgang dar, bei dem zumindest eine Seite eines Online-Angebotes (PageImpression) abgerufen wird. Ein Visit umfasst daher eine oder mehrere PageImpressions.

PageImpressions (PI)
Eine PageImpression stellt den Sichtkontakt eines Nutzers mit einer Seite eines Online-Angebotes dar. Eine PI wird nur dann gezählt, wenn die Seite eines Online-Angebotes von einem Nutzer angefordert wird. Die Ausweisung von PI ist nur zulässig für Seiten, die auf Anforderung des Nutzers generiert werden.

Anteil PI aus AT in %
Diese Kennzahl gibt an, wieviel Prozent der Page Impressions eines Angebots aus Österreich stammen.

Usetime
Die Usetime beschreibt die durchschnittliche Dauer eines Visits.

Wie funktioniert es technisch?

Der Zählpixel verweist auf eine unsichtbare Grafik, die mittels kurzem Script auf den einzelnen Seiten der Angebote implementiert wird. Bei jeder Nutzeraktion wird diese Grafik von einer ÖWA-Zählbox abgerufen, die den Aufruf auswertet.

Technische Funktionsweise der ÖWA

Technische Funktionsweise der ÖWA

Die ÖWA gewährleistet durch regelmäßige Kontrollen die einwandfreie Klassifizierung (Einbindung der ÖWA-Tags) der gemessenen Websites und die korrekte Zählung der Zugriffe. Werbeträgerangebote werden einmal im Quartal, Angebote ohne Werbung einmal im Jahr einer genauen Prüfung unterzogen.

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Feb 16
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Ende Jänner 2011 ging in Innsbruck die diesjährige ENTER über die Bühne, eine internationale Konferenz zu eTourism und digitaler Kommunikation. Normalerweise eher dem rein akademischen Fachpublikum ein Begriff, punktete die Veranstaltung heuer erstmalig mit dem 1. Austrian eTourism Day. Die Frage, warum für eine rein deutschsprachige Veranstaltung ein englischer Titel gewählt werden musste blieb zwar unbeantwortet, dafür waren so gut wie alle internetaffinen Onlinetouristiker Österreichs anwesend, beziehungsweise via Stream & Twitter so gut wie live dabei. Zum Nachlesen und -schauen hat Günter Exel dankenswerterweise eine feine Multimediareportage bereitgestellt.

Die diskutierten Fragen mögen manch Unbeteiligtem vielleicht innovativ und neu vorgekommen sein – die Gretchenfrage „Wer verfügt denn eigentlich über die Preishoheit?“ wurde allerdings bereits 2005 bei ebenselber Veranstaltung gestellt. Hier scheiden sich naturgemäß die Geister:

Thomas Reisenzahn (Geschäftsführer der Österreichische Hoteliervereinigung) vertritt die Meinung seines Klientel: Der Hotelier muss seinen eigenen Zimmerpreis bestimmen können. Nun wurde aber der Hotelerie seit Beginn des Internetzeitalters erklärt, Marketing/Sales sei wohl besser an Spezialisten auszulagern – diese Aufgabe wurde teils gerne, teil widerstrebend von Tourismusverbänden und artähnlichen Dienstleistern kostenlos erbracht. Ein Kostenbewusstsein für diesen immens wichtigen Unternehmensteil fehlt daher in der Regel vollkommen. Während in anderen Branchen in jedem Businessplan zwischen 30% und 50% des Umsatzes für Werbung, Marketing und Vertrieb verplant sind, sehen sich viele Vermieter mit 10% Buchungsprovision heillos überfordert.

Gregor Kadanka (Geschäftsführer von Mondial) kauft als Veranstalter Nettopreise ein und verkauft nach seinem Gutdünken zu marktfähigen Preisen in selbst geschnürten Bundles.

Bei der Podiumsdiskussion zwar durch Abwesenheit geglänzt, aber trotzdem nicht mehr wegzudenken: Intermediäre, landläufig auch gerne Buchungsportale genannt.

Das ewige Spannungsfeld zwischen dem touristischen Produzent und Vertrieb offenbart sich in seiner ganzen Härte, wenn man Angebote namhafter Reiseveranstalter wie „eine Woche Tirol im 4* Hotel mit Halbpension um 99EUR“ im zufällig ausgewähltem Supermarkt nachrechnet – jede vernünftige Grenzkostenrechnung wird hier lauthals “Alarm, Stop, Retour” schreien. Insiderberichten zufolge kauft Eurotours, laut Eigendefinition immerhin die größte Incoming Agentur Zentraleuropas, das Hotelzimmer in Tirol in der Hochsaison um schlappe 11EUR pro Person ein.

So kauft Eurotours ein

So kauft Eurotours ein

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Jan 10
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Der Topunternehmer Maxi Mustermann hat expandiert. Am schnellsten geht so was bekanntlich, in dem er einen Marktführer kauft, welcher seit vielen Jahren gut im Geschäft ist.

Gestern hat er dann zufällig einen der Rechtsanwälte getroffen, dessen Kanzlei die Übernahme abgeschlossen hat. Schickes neues Auto hat der, einen nagelneuen Lamborghini Gallardo LP 550-2.

Wunderschöner Lamborghini in Orange.

Das erinnert ihn gleich an den Steuerberater, der die Due Diligence seiner Transaktion durchgeführt hat. Dieser freut sich über eine neue Tennishalle in seiner schmucken und dezenten Villa am Stadtrand.

Nun fragt sich Eigentümer Maxi Mustermann nicht ganz unberechtigt, warum für ihn selbst diese Übernahme außer Problemen nichts gebracht hat? Er hat die besten Consulter und Spezialisten engagiert – alle haben von Synergienutzen, sicheren Erfolgsfaktoren und freiliegenden Umsatzpotentialen geschwärmt. Warum ist denn 1+1 eigentlich nicht 3, wie es von den ganzen Experten angekündigt war? Ganz im Gegenteil, seine frisch gekaufte Firma verliert dramatisch Umsätze und rutsch tief in die Verlustzone ab.

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