Dienstag , 24 April 2018

Hört auf, das nächste Facebook zu suchen

Ich weiß, ich hab in meinem ersten Beitrag auf diesem Blog über den Tod von Facebook geschrieben. Jetzt betitle ich diesen Post damit, dass man nicht nach dem Nachfolger suchen soll. Ein Paradoxon? Nein. Einfach nochmal den Artikel von damals durchlesen. Hab ich auch gerade gemacht, ich stehe noch immer voll und ganz dahinter.

Facebook: Das „Taschenmesser“ unter den Social Networks

Facebook: Das „Taschenmesser“ unter den Social Networks

Worum es mir hier geht, ist das Verhalten von (Online-) Marketern mit „neuen“ Social Networks. Facebook ist eine Art Schweizer Taschenmesser (oder möchte es sein), mit dem man alle Bedürfnisse befriedigen kann: Text, Links, Fotos, Galerien, Videos. Dazu noch Vorlieben, Beziehungsstatus, Ads in verschiedensten Varianten und die größte verfügbare Userzahl. So weit, so gut. Ein Traum für Marketer, aber gefährlich, wenn sich ebendiese in neue Gefielde vorwagen.

Meine ersten Schritte mit Social Media

Ich bin auf einem etwas seltsamen Weg zu Social Media gekommen. Im September 2008 hatten wir eine neue Website gelauncht. Mächtig stolz wollte ich natürlich möglichst viele Besucher auf die Seite locken, damit die mir sagen, wie toll die Seite ist. Ich hatte MySpace und StudiVZ ausgelassen, war aber bereit, diesem ganzen „Social Media“ mal eine Chance zu geben. Social Bookmarking Seiten waren mir ein Begriff und ein PlugIn, das wir auf unserer Website integriert hatten, lieferte Links zu allen möglichen Diensten, wo man Links teilen kann. Ich hab mich bei allen angemeldet.

Darunter waren auch besagtes Facebook und Twitter. Auf Facebook fand ich doch tatsächlich einige Freunde. Auf Twitter deutlich weniger. Facebook war komplett einfach zu verstehen. Twitter hat man nach wenigen Minuten verstanden: 140 Zeichen, Hashtags, Bilder sind Links. Got it!

Mein erster Tweet.

Mein erster Tweet.

Ich weiß nicht mehr, ob wir dadurch viele Besucher bekommen haben oder ob mir deshalb jemand gratuliert hat. Allerdings zeigt diese Geschichte, wie mein Zugang zu Social Media war: Eine Linkschleuder. Na bumm.

Social Media ist keine Linkschleuder

Noch heute gehen viele Marketer mit dieser Ansicht rein. Da werden „Pin It“-Buttons auf Blogposts geknallt, die keine Bilder haben. Auf Instagram werden Links gepostet. Jedes Facebook-Posting ein Link. Ein Trauerspiel!

Aber ich drifte ab. Facebook hat es gut verstanden, auf die Wünsche der Marketingfuzzis einzugehen. Vielleicht sogar zu gut, aber das ist ein anderes Thema. Twitter bewegt sich gerade in eine ähnliche Richtung. Andere Networks scheißen aber auf die Marketer. Instagram macht das sehr konsequent. Die fehlende Möglichkeit, Links in den Bildbeschreibungen zu integrieren, macht uns das Argumentieren, wie viel man mit dieser Aktion verdienen kann, schwer.

Social Media ist zum Kommunizieren da

Überall hört man das, jeder sagt es. Und es stimmt! Egal ob Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest. Der Name verrät es ja schon: Sozial, also Menschen in einer Gesellschaft. Und da es sich um Medien handelt, gibt es bestimmte Möglichkeiten, wie man diese zur Übertragung von Inhalten nutzen kann. Niemand spielt einen Radiospot im Fernsehen ab, warum sollte das online funktionieren?

Wenn sich ein Social Network für eine Marke oder eine Kampagne anbietet, dann verwendet es! Aber bitte, um Himmels Willen, verwendet es richtig! Und baut nicht darauf, dass die Networks bezahlte Reichweiten anbieten, damit ihr euren schlechten Content mit Geld vom Kunden vergolden und als Erfolg verkaufen könnt.

Paul Lanzerstorfer
Paul Lanzerstorfer ist Geschäftsführer der Linzer Online-Marketing-Agentur Pulpmedia. Gegründet 2005 gemeinsam mit seinem ehemaligen Studienkollegen Robert Bogner, bietet die Agentur 360°-Online-Marketing an – von Web Development über Social-Media-Betreuung und Videoproduktion bis Consulting. Lanzerstorfer hat Medientechnik und -design an der FH Hagenberg studiert und Auslandserfahrung als Online-Marketing-Manager bei Room9 Ltd. in Neuseeland gesammelt. Auf webmarketingblog.at konzentriert er sich auf das Thema Social Media Marketing.
Paul Lanzerstorfer
Paul Lanzerstorfer

2 Kommentare

  1. Leider Gottes zeigt die Entwicklung das Social Media Plattformen nicht mehr nur zur Kommunikation dienen, sondern vielmehr der Kommerzialisierung und Datensammlung. Ich bin mal gespannt wie sich die Plattformen und vor allem das Nutzungsverhalten der Anwender verändern wird.

  2. Hallo echt super Website.
    Den weissen Hintergrund würde ich mit einem dezenten leichten Gelbton anpassen ist angenehmer für die Augen.