Sonntag , 18 Februar 2018

Ist der Social-Media-Hype jetzt vorbei?

Ich durfte unlängst einen Vortrag zu eben diesem Thema halten. Die Fragestellung ist tatsächlich interessant. Vor wenigen Jahren war Social-Media-Marketing ein Buzzword, das in jeder Marketingbesprechung mindestens einmal achtlos in den Raum geworfen wurde. Unternehmen gingen auf Facebook, weil „die Konkurrenz auch dort ist“. Die Sache sieht nun etwas anders aus. Und das ist gut so.

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Zu Beginn der Facebook-Pages war es noch ein leichtes, große Reichweiten zu erzielen. Fanzahlen stiegen organisch in fantastische Höhen und die Marketingabteilung konnte bei jedem Jour Fixe neue Erfolge herzeigen. Seit dem unglaublichen Erfolg ist Facebook bekannterweise so gewachsen, dass nicht mehr jede Story im Stream angezeigt werden kann. Tatsächlich ist es sogar so, dass wir im Schnitt nur 20% der möglichen Postings sehen.

Bezahlen für Reichweiten

Deshalb wurde es notwendig, für Reichweiten zu bezahlen. Das kommt natürlich auch Facebook sehr gelegen, weil es als börsennotiertes Unternehmen Gewinn machen muss. Nun haben die Marketingverantwortlichen aber ein Problem: Plötzlich kostet ein Social-Media-Auftritt nicht mehr nur personelle, sondern auch finanzielle Ressourcen.

Weil größere Reichweiten mehr Geld kosten, ist es auch nicht mehr geil, wenn man viele Fans hat, die der Inhalt eigentlich gar nicht interessiert (Here ist to all you „Win an iPad“fan generators). Es wäre plötzlich praktischer, wenn man zwar eine kleinere Fanzahl hat, diese aber mit den Postings interagiert und die Postings deshalb auch regelmäßig sieht. Diesen Weg zurück gibt es aber nicht.

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Also müssen die Inhalte besser werden. Und weil das Unternehmen Geld in die ganze Sache steckt, müssen sich die Inhalte auch auszahlen. Ein süßes Katzenvideo bringt zwar vielleicht viele Likes, aber verkauft am Ende des Tages nichts.

Ist der Social-Media-Hype jetzt vorbei?

Darum zur Frage: Ist der Social-Media-Hype jetzt vorbei? Ja! Und das ist gut so. Nicht mehr lange, und der letzten Firma dürfte klar sein, dass man mit faulen Tricks nicht weit kommt. Social-Media-Marketing ist ein Tool im Marketing-Mix wie jedes andere. Und wie jedes andere muss es mit einer gewissen Professionalität behandelt werden. Dazu gehören eben Know-How, Erfahrung und Kreativität.

Ich freue mich über die Gegenwart und auf die Zukunft von Social-Media-Marketing.

Paul Lanzerstorfer
Paul Lanzerstorfer ist Geschäftsführer der Linzer Online-Marketing-Agentur Pulpmedia. Gegründet 2005 gemeinsam mit seinem ehemaligen Studienkollegen Robert Bogner, bietet die Agentur 360°-Online-Marketing an – von Web Development über Social-Media-Betreuung und Videoproduktion bis Consulting. Lanzerstorfer hat Medientechnik und -design an der FH Hagenberg studiert und Auslandserfahrung als Online-Marketing-Manager bei Room9 Ltd. in Neuseeland gesammelt. Auf webmarketingblog.at konzentriert er sich auf das Thema Social Media Marketing.
Paul Lanzerstorfer
Paul Lanzerstorfer

2 Kommentare

  1. Für eine größere Reichweite bei Facebook zu bezahlen, erachte ich auch besonders für sehr spezielle Themengebiete für sinnlos. Im Grunde kann man schon zuvor davon ausgehen, dass es aufgrund der Schwemme an Facebook Posts nur diejenigen in die engere Auswahl des Lesers schaffen, die auch spezifisch seine Interessen ansprechen, wenn man mal von Clickbait-Posts absieht, die mit falschen und reißerischen Überschriften werben. Mir persönlich wäre eine kleine, treue Gefolgschaft auch viel lieber als so viele Menschen wie möglich zu erreichen, bei denen die Posts womöglich auf taube Ohren stoßen.