Samstag , 23 September 2017

Tipps für den Einsatz von Bildern auf ihrer Website

Bilder werten jede Website auf und helfen dabei, ihre Website von der Konkurrenz abzuheben. Was aber, wenn man keine eigenen Bilder zur Verfügung hat oder sich nicht über die rechtlichen Rahmenbedingungen im Klaren ist? Wie man an die passenden Bilder für seine Website kommt und was dabei beachtet werden muss, soll in diesem Blogbeitrag beleuchtet werden.

Wie kaum ein anderes Gestaltungselement ziehen Webgrafiken die Aufmerksamkeit der User auf sich und bieten zusätzliche Informationen, indem sie den vorhandenen Content ihrer Website ergänzen. Abhängig von der Art ihrer Website können Bilder aber auch im Vordergrund stehen, sodass der Text eine Nebenrolle spielt. Dies betrifft besonders Bilder-lastige Blogs wie Tumblr, aber auch Webshops. Entscheidend ist hier aber das Userverhalten und die Art und Weise, wie Bilder als Teil des User Interfaces eingesetzt werden.

SEO – don’t underestimate the power of the image

Bilder können auch bei der Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Rolle spielen und das Google-Ranking ihrer Website beeinflussen. Was es dabei zu beachten gilt, können Sie in einem eigenen Blogbeitrag nachlesen.

Woher kommen die Bilder für meine Website?

Glücklich können sich jene schätzen, die über ausreichend fotografisches Talent, gute Kontakte zu professionellen Fotografen oder ein großes Budget für die Website verfügen, denn hier ist die Frage nach der Herkunft der Bilder und ihrer Verwendbarkeit schnell und einfach zu klären. Im Idealfall ist bereits eine gut aufbereitete und auf die Anforderungen abgestimmte Bilderwelt (oder ein gut gefülltes Bildarchiv) mit den erforderlichen Bildrechten und Lizenzen vorhanden, hier entfällt ein großer Teil der Vorbereitung. Allerdings müssen auch bei selbst angefertigten oder überlassenen Fotos die Bildrechte abgebildeter Personen und die Rechte des Fotografen (etwa Namensnennung) berücksichtigt werden, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Wer keine eigenen Grafiken produzieren (lassen) möchte, kann auf Stockfotos oder lizenzfreie Bilder zurückgreifen. Diese werden entweder online bei Fotoportalen zugekauft oder über kostenlose Portale bezogen.

Kostenpflichtige Fotoportale

Der Einsatz von kostenpflichtigen Fotoportalen ist eine Möglichkeit, schnell an professionelle Fotos für die eigene Website zu kommen, die auch kommerziell verwendet werden dürfen. Da die meisten Anbieter ein sehr großes Bildarchiv mit Stockfotos bieten, ist es wichtig bei der Auswahl der richtigen Bilder den Überblick zu behalten:

  • Nicht in Klischees abdriften – altbekannte Motive werden schnell langweilig.
  • Amateur- vs. Profibilder – in den meisten Stockarchiven sind neben Aufnahmen von Profis auch Bilder von Amateurfotografen zu finden. Deshalb sollte auch in kostenpflichtigen Archiven stets auf die Qualität und Authentizität der Bilder geachtet werden.

Obwohl professionelle Bildportale auf den ersten Blick die teurere Lösung darstellen, sind sie gerade im beruflichen Alltag oft die bessere Wahl. Der größere Zeitaufwand bei der Suche nach kostenlosen Bildern sollte nicht unterschätzt werden. Portale wie Fotolia, Shutterstock oder iStockphoto können nach Schlagwörtern und mit Filtern durchsucht werden und bieten in der Regel eine größere Auswahl an Bildern, Icons, Grafiken und Vektoren als kostenlose Archive. So kann wertvolle Arbeitszeit gespart werden, denn die Lizenzkosten für die Bilder sind – abhängig von Größe und Verwendungszweck – oft vergleichsweise gering. Ein genauer Blick in die AGBs und Lizenzbedingungen sollte dennoch nie fehlen, um sicherzugehen, dass die erworbene Lizenz die Anforderungen erfüllt.

Kostenlose Fotoportale

Wer kein Geld ausgeben möchte, aber dennoch hochwertige Bilder für die Website oder den Blog benötigt, dem stehen zahlreiche kostenlose Onlinequellen offen. Auch wenn die Auswahl bei manchen kostenfreien Portalen etwas eingeschränkt sein mag, unterscheidet sich die Bildqualität oft kaum von bezahlten Anbietern, da viele der Bilder ebenfalls von professionellen Fotografen stammen. Die Portale Pixabay, Unsplash und Gratisography werden oft als beliebteste Gratisportale genannt. Weitere Quellen für kostenlose und lizenzfreie Fotos finden Sie hier.

Entscheidend ist, unter welcher Lizenz die Grafiken zur Verfügung gestellt werden. Manche der Bilder dürfen völlig frei bearbeitet und veröffentlicht und auch zu kommerziellen Zwecken verwendet werden, während andere etwa die Nennung des Fotografen oder der Quelle verlangen. Manche Portale enthalten sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Grafiken, daher sollte jedes Bild genau geprüft werden.

Creative Commons Lizenzen

Creative Commons ist eine Non-Profit Organisation, die verschiedene Lizenzen bereitstellt, unter denen Content online veröffentlicht und geteilt werden kann. Dies ermöglicht etwa Fotografen, ihre Werke nach ihren eigenen Wünschen zu lizenzieren und der Community zur Verfügung zu stellen, ohne dabei ihr Urheberrecht abzugeben. Gleichzeitig erfahren User, unter welchen Bedingungen Grafiken (und anderer Content) verbreitet werden dürfen, ohne sich dabei strafbar zu machen.

  • CC0: Der Urheber verzichtet auf alle Rechte und stellt sein Werk in die Public Domain. Das Werk darf somit ohne Namensnennung oder Erlaubnis verbreitet, verändert und kommerziell verwendet werden.
  • CC BY: Das Werk darf unter Namensnennung des Urhebers verbreitet, verändert und kommerziell genutzt werden.
  • CC BY SA: ähnlich wie CC BY, allerdings muss das Werk unter gleichen Bedingungen verbreitet werden.
  • CC BY ND: Das Werk darf unter Namensnennung verbreitet, aber nicht verändert werden.
  • CC BY NC: Das Werk darf unter Namensnennung verändert und verbreitet werden, aber ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken.
  • CC BY NC SA: Verbreitung und Veränderung unter Namensnennung und gleichen Bedingungen zu nicht-kommerziellen Zwecken erlaubt.
  • CC BY NC ND: Verbreitung unter Namensnennung, keine Veränderung oder kommerzielle Nutzung erlaubt.

Eine detaillierte Beschreibung aller Creative Commons Lizenzen findet sich auf http://creativecommons.org/examples.

Creative Commons Lizenzen enthalten neben den genannten Informationen zur Bildverbreitung auch eine maschinenlesbare Beschreibung der Lizenz. Dies ermöglicht, über Suchmaschinen wie Google oder Portale wie Flickr gezielt nach Bildern mit CC Lizenz zu suchen.

Schutz für beide Seiten

Egal ob Sie nun eigene Bilder auf ihrer Website veröffentlichen oder unter Creative Commons lizenzierte Bilder von anderen Urhebern verbreiten, der Einsatz dieser Lizenzen stellt in vielen Fällen eine gute Lösung dar, um Bilder zu schützen und ihre Herkunft nachvollziehbar zu machen. Google selbst empfiehlt in seinen Image Publishing Guidelines, Bilder unter einer Lizenz wie Creative Commons zur Verfügung zu stellen, die eine Namensnennung des Urhebers verlangt.

Einerseits können Fotografen so verhindern, dass ihre Werke ohne Erlaubnis oder in unpassendem Kontext eingesetzt werden. Gleichzeitig ergibt sich durch verpflichtende Backlinks bei der Quellenangabe einer Grafik die Möglichkeit, den Traffic auf der eigenen Website zu erhöhen. Auch Google nützt diese Backlinks, um die tatsächliche Quelle eines Bildes zu identifizieren

Soll hingegen verhindert werden, dass Bilder von Suchmaschinen in den Index aufgenommen werden, empfiehlt Google den Einsatz einer robots.txt Datei.

May I „take“ your picture?

Leider gibt es keine Garantie, dass Webmaster oder Blogger sich an eine verpflichtende Namensnennung oder das Einfügen eines Backlinks halten. Wie weitreichend die Folgen einer unerlaubten Bildverbreitung sein können, beweist der Fotograf Noam Galai auf seinem Blog thestolenscream.com sehr eindrucksvoll.

Galai veröffentlichte 2006 eine Reihe von Selbstporträts auf Flickr, die den jungen Fotograf schreiend abbildeten. Ohne es zu ahnen, trafen seine Bilder genau den Nerv der Zeit, denn schon bald darauf wurde er von vielen Seiten auf die rasche Verbreitung seiner Bilder angesprochen. Wie er nach und nach herausfand, wurden seine Bilder hunderte Male ohne seine Zustimmung von Künstlern, Journalisten, Unternehmen und für politische Zwecke kopiert, verändert und auch zu kommerziellen Zwecken genutzt. Durch die virale Verbreitung im Internet, in den Medien und durch (Graffiti-)Künstler hat vermutlich jeder Mensch, der diesen Blogbeitrag liest, Galai’s Selbstporträts schon einmal gesehen – dennoch kennt kaum jemand ihre tatsächliche Herkunft. Der aus Israel stammende Fotograf hat nur ein einziges Mal Lizenzzahlungen für diese Aufnahmen erhalten und arbeitet heute als erfolgreicher Fotograf in den USA. Die ganze Story gibt es als Video auf fstoppers.com.

Reverse Image Search Tools

Suchmaschinen wie Tineye und die Google Bildersuche erlauben den Urhebern von Bildern, online nach Websites zu suchen, auf denen ihre Bilder zu sehen sind. Auch Noam Galai setzte derartige Online-Tools ein, um herauszufinden wo und von wem seine Bilder veröffentlicht wurden. Auch für Webmaster und Blogger kann eine umgekehrte Bildsuche nützlich sein um zu überprüfen, wie oft und auf welchen Websites bestimmte Bilder bereits eingesetzt wurden. Eine Auswahl an passenden Reverse Image Search Tools bietet beebom.com.

 

Info: dieser Blogbeitrag entstand im Rahmen einer Lehrveranstaltung.

Johannes Kuhn

Johannes Kuhn

Johannes Kuhn ist seit mehreren Jahren im Bereich PR, Social Media und Marketing tätig. Das Thema Bilder und ihr Einsatz in der Online-Welt ist dabei ständiger Begleiter, dem er sich bereits in seinen Bachelorarbeiten an der FH Joanneum widmete. Derzeit studiert der gebürtige Grazer berufsbegleitend „Information Medien Kommunikation“ an der FH Burgenland.
Johannes Kuhn

Latest posts by Johannes Kuhn (see all)