Dienstag , 28 März 2017

SEO für Bilder

Bilder bringen gerade in der Onlinewelt sehnlichst erwartete Abwechslung in jede Textwüste und sind ein wichtiger Teil bei der Gestaltung von Websites. Oft stehen sie sogar im Vordergrund, denkt man an Instagram, Pinterest & Co. Bilder können weit mehr als Eye Candy sein, allerdings sind dazu einige Schritte notwendig, um die Bilder „lesbar“ zu machen. Der Grund dafür ist, dass Google als textbasierte Suchmaschine Bilder im Internet nicht auf ihren Bildinhalt hin untersuchen kann, sondern dafür auf Bildinformationen zugreift, die als Attribute zu den Bildern hinterlegt wurden.

Gerade durch Google Updates wie Panda gilt heute, dass hochwertiger Content heute oft über Erfolg oder Misserfolg einer Website entscheiden kann. Denn er beeinflusst nicht nur, ob sich ein User für eine Website, einen Onlineshop oder einen Blog interessiert, sondern kann sich auch auf das Ranking und damit auf den Traffic der Website auswirken. Die Optimierung der Bilder auf einer Website sollte daher in keiner Content-Strategie fehlen.

Lass Google deine Bilder lesen

Die Bilder auf einer Website bestimmen natürlich, wie die Website aussieht und erhöhen die Aufmerksamkeit der User. Richtig eingesetzt können sie sogar die Klickrate oder die Conversions eines Webshops erhöhen. Aber auch abseits von eCommerce und Online-Werbung können SEO-optimierte Bilder für ein besseres Google Ranking und höhere Zugriffszahlen sorgen. Die Optimierung der Bilder hilft Google dabei, die Website und auch die Bilder besser zu crawlen, um den Usern bessere Suchergebnisse zu liefern. Deshalb geht es bei der Suchmaschinenoptimierung von Bildern nicht nur um Photoshop, sondern z.B. auch um Bildattribute und Keywords. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte, aber für Google zählen vor allem diese Faktoren:

  • Dateiname
  • Title-Tag
  • Alt-Tag
  • Bildunterschrift
  • Bildumfeld
  • Mehrfachverwendung

Mit Keywords arbeiten

Der Dateiname ist eine wichtige Informationsquelle für Suchmaschinen, deshalb sollte der Dateiname des Bildes auf jeden Fall das wichtigste Hauptkeyword für die Website enthalten, um den Zusammenhang zwischen Bild und Text auch für die Suchmaschine lesbar zu machen.

Beispiel: meinsuchbegriff-keyword.jpg

Obwohl sie für den User auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, sollten auch der Title-Tag und der Alt-Tag das Keyword enthalten, um Google weitere Informationen über das Bild zu geben. Die Bildunterschrift dient hauptsächlich der Beschreibung des Bildinhalts, wird aber ebenfalls von Google analysiert und sollte daher ebenfalls ein Keyword enthalten, um den Zusammenhang mit dem Text zu erhöhen.

Beispiel: <img src=“Ordner/meinsuchbegriff-keyword.jpg“ title=“Bildbeschreibung Keyword“ alt=“Bildinhalt Keyword“ />

Bei der Suche nach dem richtigen Keyword können Keyword Tools sehr hilfreich sein, mit ihnen lassen sich nicht nur relevante Suchbegriffe, sondern auch verwandte Themenbereiche identifizieren.

Auch das Bildumfeld sollte einige Keywords enthalten, da dies ebenfalls die Relevanz des Bildes für das Keyword steigern kann. Suchmaschinen bewerten auch die Umgebung jedes Bildes, um die vorhandenen Informationen (etwa Title- oder Alt-Tag) noch besser bewerten zu können.

Die Mehrfachverwendung von Bildern ist ein weiterer Ranking-Faktor in der Suchmaschinenoptimierung. So kann Google erkennen, wenn eine Grafik auf mehreren Seiten innerhalb einer Homepage eingebunden wird, wodurch das Bild ein besseres Ranking erhält. Dabei sollte berücksichtigt werden, nur jene Bilder mehrfach zu verwenden, wo dieser Effekt auch erwünscht ist, etwa bei Firmenlogo, Produktfotos oder Ähnlichem.

Eye Candy vs. Page Speed

Die Dateigröße, das Dateiformat und die Bildabmessungen sind die wichtigsten Optimierungsfaktoren auf der technischen Seite der Bildoptimierung. Primär geht es dabei um die Ladezeit der Website, nicht um das Bild selbst. Denn: große Bilder sind zwar schön anzusehen, verlängern aber die Ladezeiten jeder Website. Warum der Page Speed so wichtig für die Suchmaschinenoptimierung ist und mit welchen Tools er sich messen lässt, kann man am Blog von WooRank nachlesen. Auch Google bietet mit den PageSpeed Insights ein eigenes Analysetool für die Website-Optimierung.

Die Dateigröße der einzelnen Bilder sollte daher im Rahmen bleiben, auch die Verwendung eines komprimierten Dateiformats ist empfehlenswert. Eine kurze Ladezeit zählt für das Google Ranking zu den wichtigsten Qualitätskriterien einer Website. Die Vorteile einer schnell ladenden Seite liegen auf der Hand, speziell wenn mobil oder über langsame Internetverbindungen auf die Seite zugegriffen wird.

Wie viele Kilobytes ein Bild haben soll, hängt wesentlich von den Abmessungen des Bildes ab, allerdings sollte die Dateigröße deutlich unter 1 MB liegen, bei oft verwendeten Bildern wie Logos im Bereich von 50 KB. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop oder GIMP kann sehr einfach die Bildqualität und damit die Dateigröße reduziert werden. Unter dem folgenden Link gibt es auch eine Reihe von Online-Tools, die diese Aufgabe übernehmen können.

Google selbst empfiehlt auf seiner Seite Google Developers die Dateiformate JPG, PNG und GIF für den Einsatz auf Websites. Während JPG sich gut für Fotos eignet, ermöglicht GIF Bilder mit Animationen. BMP- oder TIFF-Dateien sollten dagegen nicht verwendet werden.

Sonderfall Webshop

Unabhängig von SEO-Aspekten gelten die meisten Grundregeln zur Bildoptimierung auch für Webshops, denn auch hier steht die Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Minimale Unterschiede in der Gestaltung können große Auswirkungen auf die Ladezeiten und die User Experience beim Online-Einkauf haben. Bilder spielen daher eine entscheidende Rolle, ob die Seite rasch geladen und ein Kauf zustande kommen kann, oder ob der User – genervt durch die Wartezeit – den Einkauf abbricht.

Webshops weisen oft wesentlich mehr Thumbnails auf als normale Websites, da die kleinen Vorschaubilder eine gute Möglichkeit sind, dem User einen Überblick über möglichst viele Produkte zu geben, ohne dass die Ladezeit dadurch leidet. Thumbnails sollten daher eine sehr geringe Dateigröße aufweisen. Bildattribute sollten bei Thumbnails nur sparsam oder gar nicht eingesetzt werden, um Überschneidungen bei den Keywords der tatsächlichen Produktbilder zu vermeiden. Weiterführende Infos bietet der Blog von shopify.com.

Nützliche Tools

Ist die Website bereits mit Bildern befüllt, bieten SEO-Analyse-Tools eine einfache Möglichkeit, die Performance der Website zu testen und Problemfelder aufzudecken. Das SEO Tool von feedthebot gibt neben klassischen Kenndaten wie Backlinks und Keywords auch hilfreiche Tipps für Image SEO.

WebPageTest ist ein Performance Tool, das die Ladezeit der Website und ihrer einzelnen Elemente misst. Auf diese Weise lassen sich technische Veränderungen auf der Website leicht nachvollziehen. Vor allem der Content Breakdown macht deutlich, wie groß der Bildanteil beim Laden der Website tatsächlich ist.

Ist die Zukunft responsive?

Websites mit Responsive Webdesign verbreiten sich immer stärker und bieten gerade für Mobile Devices große Vorteile durch die perfekte Anpassung an unterschiedlichste Bildschirmformate und Auflösungen. Allerdings wirft diese neue Entwicklung durch die nahtlose Anpassung der Bildgröße an den Bildschirm auch Fragen für die Suchmaschinenoptimierung dieser Bilder auf. Dies liegt daran, dass beim Einbinden responsiver Bilder andere Bild-Tags zum Einsatz kommen, da mehrere Versionen eines Bildes hinterlegt werden, die als Duplicate Content interpretiert werden könnten. Es gibt aber bereits Berichte von erfolgreichen Methoden, wie man responsive Bilder einbindet, um sie am besten für Google lesbar zu machen.

Fazit

Bilder sind ein wichtiger Teil der Content-Strategie, ihrer Optimierung sollte durch neue Herausforderungen wie Responsive Design und laufenden Anpassungen in den Ranking-Algorithmen von Google auch weiterhin viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ein Großteil der oben genannten Tipps bezieht sich auf statische Websites, dennoch werden diese Best Practices auch weiterhin ihre Gültigkeit behalten, da Responsive Design durch den erhöhten Testaufwand vielleicht nicht immer die optimale Lösung darstellt. In jedem Fall sollte zur suchmaschinenfreundlichen Optimierung der Bilder ein Methodenmix eingesetzt werden, da eine reine Überarbeitung der Bildattribute bei weiterhin schlechten Ladezeiten nicht das gewünschte Ergebnis erzielen wird.

Weitere Quellen:

http://www.makeuseof.com/tag/rank-images-4-ways-make-images-seo-friendly/

http://www.wpbeginner.com/beginners-guide/speed-wordpress-save-images-optimized-web/

http://skillcrush.com/2014/05/13/5-ways-optimize-photos-seo/

 

Info: dieser Blogbeitrag entstand im Rahmen einer Lehrveranstaltung.

Johannes Kuhn

Johannes Kuhn

Johannes Kuhn ist seit mehreren Jahren im Bereich PR, Social Media und Marketing tätig. Das Thema Bilder und ihr Einsatz in der Online-Welt ist dabei ständiger Begleiter, dem er sich bereits in seinen Bachelorarbeiten an der FH Joanneum widmete. Derzeit studiert der gebürtige Grazer berufsbegleitend „Information Medien Kommunikation“ an der FH Burgenland.
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Ein Kommentar

  1. Ich finde deinen Beitrag zum Thema SEO klasse! Wirklich gute Tipps, die ich gleich für meine Seite umsetzen werde. Vielen Dank!