Donnerstag , 18 Januar 2018

Digital Health – Die Überwachung des eigenen Körpers

An APPle a day keeps the doctor away?

Es gibt für alles ein App – auch für unsere Gesundheit?

Die Kinder werden immer dicker. Übergewicht ist ein alltägliches Thema. Wer möchte nicht fit bleiben, egal ob aus gesundheitlichen Gründen oder aus ästhetischen? Aber wer hat schon Zeit, den Mut und die Motivation regelmäßig ins Fitness-Center zu gehen…

Da wäre es ja ganz praktisch, einfache Hilfsmittel verwenden zu können – Apps!

Zeitalter (Digital Health) Apps

Das Zeitalter der Digital Health Apps ist angebrochen.

Fast jeder hat ein Smartphone – laut einer Studie verwenden bereits mehr als 80 % aller Österreicher eines. Das Tolle an Smartphones sind die vielen Funktionen wie Kompass, Navi, Mail, Wetter, Stoppuhr und vieles mehr aus den App Stores! Es gibt für alles ein App – das hat uns eine Übung in der FH Eisenstadt gezeigt. Wir sollten eine App erfinden, die es noch nicht gibt – nahezu unmöglich!

Voll im Trend liegen auch Apps für die Gesundheit, die Überwachung des eigenen Körpers. Großer Beliebtheit erfreut sich zum Beispiel runtastic. Vier junge Österreicher haben 2009 begonnen die App runtastic zu entwickeln. Die App zum Nachverfolgen der Laufrouten ist voll eingeschlagen und erfreut sich noch immer großer Beliebtheit. Der Erfolg des Unternehmens kommt wohl auch daher, dass die Funktionen immer weiter ausgebaut werden und Freude sowie auch Motivation am Sporteln bringen. Bis heute gibt es viele verschiedene Versionen dieser App. Sie ist längst nicht mehr nur für Läufer, auch Radfahren, Schwimmen, Reiten, Workouts uvm. kann nachverfolgt werden. Die Auswertungen werden gut am Smartphone dargestellt, es werden Daten wie Länge, Geschwindigkeit, verbrauchte Kalorien, Wasserverbrauch u.ä. angezeigt.

Was ich persönlich ganz toll finde, obwohl es mich bei anderen Apps nervt, sind die Push-Mitteilungen. Nachrichten wie „Endlich Wochenende – viel Zeit für Sport!“ oder „Diese Woche hast du zwei Aktivitäten geschafft – nächste Woche werden es drei!“ (Anm.: Mitteilungen nicht wortwörtlich übernommen) motivieren mich immer wieder!

Ganz toll finde ich auch, dass die Daten auch in andere Apps übernommen werden können, zB Health oder myFitnessPal. Cool ist auch, dass man diverse Wearables (mehr dazu im unteren Abschnitt) direkt von runtastic kaufen kann. Sowas begeistert Hobby-Sportler wie ich einer bin!

Mehr Infos über runtastic unter https://www.runtastic.com/de.

Was ist Digital Health nun eigentlich?

Digital Health bezeichnet die Verschmelzung von Technologie und Gesundheit. Dies soll es jedem einzelnen von uns möglich machen die eigene Gesundheit und die Gesundheit unserer Familie aufzuzeichnen, zu erhalten und zu verbessern. Weiters soll Digital Health auch das Gesundheitssystem verbessern, auch Kosten und Qualität, sowie personalisierter machen. Andere Bezeichnungen bzw. Unterteilungen für Digital Health sind eHealth oder Health IT (Software für Ärzte und Patienten), mHealth (Apps), Health 2.0 (Kampagnen auf Sozialen Netzwerken), Connected Health oder Telehealth (zB Videokonferenz von Ärzten) u.ä.

http://storyofdigitalhealth.com/definition/

http://nuviun.com/digital-health

Wer braucht Digital Health?

Naja, brauchen ist vielleicht die falsche Formulierung… Das wär ja fast so wie wenn man fragen würde „Wer braucht ein Smartphone?“ → Niemand und Alle.

Ich glaube aber Digital Health kann erheblich dazu beitragen den eigenen Körper gesund zu halten. Die Apps kommunizieren ja mit uns und motivieren uns – persönlich find ich das sehr hilfreich! Jeder bekommt seinen eigenen Fitness-Coach!

Der Fortschritt der Medizin ist durch die technischen Möglichkeiten bereits sehr innovativ geworden. Hier ist Digital Health ein besonderes Zuckerl für Ärzte und auch für Patienten – Datenbanken zeigen alle Daten über den Patienten, man kann Symptome eingeben und erste Diagnosen erhalten oder Behandlungsmethoden erhalten. Solche Systeme sind auch über das Internet frei zugänglich, wie sehr man diesen Datenbanken vertrauen kann ist aber fraglich. Und auch die Handhabung der Ergebnisse ist nicht immer einfach. Gibt man ein, dass man ein Bläschen am Augenlid hat, bekommt man Suchergebnisse von Herpes bis zur Erblindung und eben auch alles dazwischen.

Trotzdem verwenden viele das World Wide Web um sich über Krankheiten zu informieren. Eine populäre Website ist zum Beispiel www.netdoktor.at. Hier hat sich ein Ärzteteam zusammengetan um Unabhängige medizinische Informationen für Patienten, Ärzte und medizinisches Fachpersonal“ im Internet anzubieten. Mit rund 3 Millionen Besucher im Monat (!) ist netdoktor.at seit 1999 sehr erfolgreich. Ca. 3.700 medizinische Begriffe sind bei Google unter den ersten drei Plätzen zu finden. Für die Patienten gibt es Fachbegriffe erklärt, Beschreibungen von Krankheiten und Symptomen, Arztdaten und Apothekendaten, Informationen über Medikamente und Therapien, redaktionelle Artikel und auch user-generated Content. Patienten haben die Möglichkeit ihre Beschwerden, Selbstdiagnosen oder einfache Fragen in das Forum zu schreiben und Antworten von anderen User (leider nicht von Ärzten) erhalten. 

Digital Health am Lande

Ganz geläufig ist der Begriff Digital Health wohl noch nicht, aber die dafür konzipierten Apps und Wearables sind bereits sehr beliebt! Welcher Sportler (oder Möchte-Gern-Sportler so wie ich) hat „Runtastic“ nicht auf seinem Smartphone installiert?! Welcher Fitness-Freak hat keinen Pulsgurt mit passender Digitaluhr? Und auch die Ernährungsbewussten unter uns haben bestimmt schon den ein oder anderen Kalorienzähler ausprobiert! Alles Digital Health Techniken, die zur Gesunderhaltung unseres Körpers beisteuern!

Mittlerweile kann ich die Leute bald auf einer Hand abzählen die keine Form von Digital Health verwenden. Ich persönlich finde diese technischen Neuheit super und probiere solche Sachen gerne aus, manchmal länger, manchmal kürzer. Kommt ganz auf die Usability des Apps oder die Kosten des Gerätes an…

Ich denke die schlechte bzw. langwierige Benutzerfreundlichkeit eines Apps oder Wearable ist oft ein großes Hindernis… Zum Beispiel war ich total begeistert von dem Health App von Apple als ich es in der Werbung gesehen habe. Hab es dann natürlich auch nach dem Upgrade auf IOS 8 ausprobiert.

Geöffnet, nicht behirnt, geschlossen.

Neben hochmotiviertem Arbeiten und zeitintensivem Studium hab ich wenig Zeit um mich länger mit Gebrauchsanweisungen aufzuhalten. Ich würde dieses App echt gern verwenden, also wenn mit jemand in zwei Minuten sagen kann wie es funktioniert, werd ich es auch (sofern die Bedienung nicht allzu aufwendig ist) verwenden…

Neues in der Welt von Digital Health

Kalorienzähler oder Lauf-Tracking sind Schnee von gestern! Fruchtbarkeit-Analyse, Medikamenten-Einnahme oder Diabetes-Hilfe sind der Trend von morgen!

Laut The Digital Health Post sind Fruchtbarkeits-Apps dazu imstande Unfruchtbarkeits-Kosten zu senken. Die App kann nicht nur dazu verwendet werden, schwanger zu werden (fruchtbaren Tage ermitteln) sondern um nicht schwanger zu bleiben (rund um die fruchtbaren Tage gut verhüten)! In Amerika sind solche Apps momentan voll im Trend. 

Eigentlich schon ein alter Hut ist die mySugr-App. Ein wirklich cooles App (von und) für Diabetiker. Die App wurde bereits 2012 von der österreichischen Firma gelauncht.

Alles für die Katz (im wahrsten Sinne des Wortes)

Immer mehr digitale Möglichkeiten in Form von Apps und Geräten (Wearables) werden uns zur Verbesserung/Kontrolle/Überwachung unserer Gesundheit präsentiert. Und jetzt auch für unsere Haustiere.

Auch für sie gibt es Apps zur Aufzeichnung der Aktivität, des Blutdrucks oder lokalisieren. Der Markt für Digital Health für Hund und Katz steigt und sogar Österreich steuert sehr aktiv dazu bei! Die Firma tractive entwickelt nicht nur Apps zur Auswahl von Hundenamen sondern auch zur Überwachung der Gesundheit.

Zukunft von Digital Health

Der Trend der Verschmelzung von Gesundheit und Technologie wird meiner Meinung nach anhalten. Das zeigt auch die Tatsache, dass es bereits eigene Studiengänge für dieses Themengebiet gibt, zB an der FH St. Pölten: Digital Healthcare.

Digital Health ist also auf jeden Fall zukunftsträchtig. Wie weit die Konvergenz von Gesundheit und Technologie gehen wird ist die Frage. Bekommen wir nun doch Chips eingepflanzt, die unseren Körper überwachen?

Jennifer Wolfgeher

Jennifer Wolfgeher

Jennifer Wolfgeher ist als Driving Webdesigner im Medienunternehmen Herold tätig. Im Sinne des lebenslangen Lernens studiert sie aktuell berufsbegleitend an der FH Burgenland „Information, Medien, Kommunikation“.
Jennifer Wolfgeher

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