Sonntag , 18 Februar 2018

Instagram: Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte

Instagram_Collage

An Instagram führt kein Weg mehr vorbei. Höchste Zeit, sich dem Thema auf webmarketingblog.at anzunehmen. Was ist Instagram und was kann man damit machen? Das gilt es hiermit zu (er)klären.

Moment Sharing leicht gemacht

Instagram ist eine kostenlose Photo und Video Sharing App, die man für mobile Endgeräte mit den Betriebssystemen iOS, Android und Windows Phone in den App Stores downloaden kann. Mittels Smartphone o.Ä. aufgenommene Momente können via App aufgenommen und über einen eigenen Account durch eine Vielzahl von Filtern, die den Bildern einen Retro-Touch verpassen, verändert werden. Anschließend können diese über das Internet direkt aus der App veröffentlicht werden. Die Jagd nach Likes, auf Instagram in Form eines Herzens, kann so beginnen.
Damit der hochgeladene Content nicht nur von den eigenen Followern, mit einem Herzchen versehen werden kann, gibt es auch auf Instagram die Möglichkeit der Beschlagwortung der Bilder und Videos mittels Hashtags. Außerdem können die Momente gleichzeitig mit nur einem Klick in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Tumblr und Flickr geteilt werden.

The story so far

Die Foto- und Video-Sharing Plattform wurde erstmals im Oktober 2010 von den beiden Absolventen der Stanford University Kevin Systrom und Mike Krieger als Weiterentwicklung ihrer location-based Check-In-App burbn unter dem neunen Namen Instagram im AppStore und somit vorerst für das iPhone veröffentlicht. Anderthalb Jahre später, im April 2012, konnte die App schließlich auch für mobile Geräte mit dem Betriebssystem Android bezogen werden.
Noch im selben Jahr wurde Instagram für die Rekordsumme von einer Milliarde US-Dollar an Facebook Inc. verkauft. Zum Vergleich: die Fotodienste Photobucket und Picasa wurden wenige Jahre zuvor für weit weniger aufgekauft – für 5 bzw 300 Millionen US Dollar. Der Einfluss von Facebook machte sich nur wenige Monate später deutlich bemerkbar. Als Anlehnung an das Konzept des Social Networks Facebook wurden im Sommer 2012 die so genannten Webprofile für Instagram freigeschaltet. Dabei handelt es sich um personalisierte Profile für Nutzer als Website.
Seit November 2013 ist Instagram auch für das Betriebssystem Windows Phone erhältlich.

Der Erfolg in Zahlen

Bereits Ende 2010, nur fast drei Monate nach seinem Launch, konnte Instagram über eine Million Nutzer vorweisen. Ein weiteres Jahr später war die Instagram Community um das Zehnfache angewachsen. Anfang 2013 zählte Instagram schon 100 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Heute sind es in etwa 300 Millionen Personen weltweit, die mittels der App Fotos und Videos aus Ihrem Leben mit der Community teilen.
Mittlerweile finden sich 30 Milliarden Fotos auf Instagram, die täglich um durchschnittlich 70 Millionen neue Fotos mehr werden. Dafür gibt es dann auch täglich 2,5 Milliarden neue Likes.

Look, Feel und Funktionen

Das Logo von Instagram im typischen Retro-Style

Das Logo von Instagram im typischen Retro-Style

Die Form der Fotos und Videos ist quadratisch und angelehnt an Polaroid-Kameras bzw. an die Kodak Instamatic. Ein weiterer Retro-Faktor ist die Möglichkeit der Nutzung der derzeit etwa 20 verschiedenen Filtern, die das Aussehen der Bilder und Videos in Farbigkeit, Kontrast, Tiefenschärfe usw. verändern lassen. Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Sättigung, Schatten und Highlights lassen sich in der neuesten Version spielend leicht mittels Regler angepasst werden.
Die alleinige Bezeichnung als Photo und Video Sharing App ist somit schon lange nicht mehr treffend. Instagram ist durch die Vielzahl an einfach zu bedienender Features weitaus mehr als das. Wahrscheinlich ist gerade das der Grund für die große Beliebtheit auf der ganzen Welt. Instagram ist vielmehr ein Foto-Dienstprogramm, es kann vielleicht sogar als einfacher Photoshop-Ersatz für das Smartphone angesehen werden.

Wie von anderen sozialen Netzwerken bekannt, werden über den Newsfeed sämtlich Fotos, der Nutzer angezeigt, denen man auf Instagram folgt. Aufgrund der Hashtags hat man auch die Möglichkeit, Bilder und Videos zu verschiedenen Schlagworten anderer User zu finden, zu kommentieren und zu liken. Es werden einem aber auch Nutzer mit ähnlichen Interessen unter der Rubrik „Entdecken“ zum Folgen vorgeschlagen

Auf der Jagd nach Likes: Mein Hund Nero in seiner neuen Winterjacke auf Instagram

Auf der Jagd nach Likes: Mein Hund Nero in seiner neuen Winterjacke auf Instagram

Hier ein Beispiel. Via Instagram habe ich mit meinem Smartphone meinen Hund in seiner neuen Jacke fotografiert, und so einen für mich mehr oder weniger teilenswerten Moment aus meinem Leben festgehalten, mit einem Filter versehen und dem Foto die passenden Hashtags #winter, #doginjacket und #style vergeben. Somit können meine Follower auf Instagram Likes vergeben und das Bild kommentieren. Wenn man in der App beispielsweise #doginjacket sucht, dann erscheint das Foto meines Hundes in der Ergebnisliste und kann von jedermann, Follower meines Profils oder nicht, mit einem Herzchen oder mit einem Kommentar gewürdigt werden.

Seit August 2014 ist Instagram einer weiteren Funktion reicher. Mit der Hyperlapse-Funktion ist ein weiterer Coup gelungen. Damit können jetzt auch Zeitraffer-Videos erstellt und veröffentlicht werden. Mittels Schieberegler kann die Abspielgeschwindigkeit des zuvor aufgenommenen Videos ausgewählt und so tolle, neue Effekte erzielt werden. Ein eingebauter Bildstabilisator wirkt dabei durch gyroskopisch gemessene Bewegungen des Smartphones eventuell verwackelten Aufnahmen entgegen und erzeugt somit ein ruhigeres Bild. Einziger Wehrmutstropfen: Hyperlapse ist derzeit allerdings nur für iOS-Geräte verfügbar.

Instagram und Selfies – ein untrennbares Paar

But first, let me take a Selfie... Quelle: YouTube

But first, let me take a Selfie…
Quelle: YouTube

Mit der Beliebtheit von Instagram steigt gefühlt auch die Anzahl der Selfies. Selfies, das sind diese nervigen Smartphone-Fotos, auf denen die User sich in den unterschiedlichsten Posen selbst fotografieren und diese Fotos als Mittel der Selbstinszenierung mit der Öffentlichkeit teilen.
Instagram fungiert dabei als DIE Spielwiese für Selfies aller Art. Noch nie war es einfacher, Fotos von sich selbst mit nur wenigen Klicks mittels Filter und anderer Bildbearbeitungsfunktionen zu manipulieren. Gefällt einem beispielsweise sein fahler Teint auf dem Foto nicht, erhöht man einfach den Kontrast via App und legt einen warmen, weichen Filter darüber. Und voilà, das Ergebnis kann sich sehen lassen und gleich via App geteilt werden. Eventuell erhält man dann auch noch Likes und nette Kommentare. Das steigert das Selbstwertgefühl.

Selfie Trends

Einfache Selfies werden mit der Zeit jedoch schnell langweilig. So kommt es, dass immer wieder neue Selfie Trends entstehen und sogar den Weg in die Medienberichterstattung finden. Für die Verbreitung dieser Trends sorgen dabei wieder einmal die beliebten Hashtags.
Sie haben vielleicht schon von #selfiesatfunerals, auf denen Trauergäste Fotos von sich in schwarzer Kleidung auf Beerdigungen posten, oder von #selfieswithhomelesspeople, auf denen sich vor allem Jugendliche gerne mit Obdachlosen gemeinsam fotografieren. Ein weiterer, erwähnungswerter Selfie Trend ist jener mit dem Hashtag #aftersex. Hierbei lassen uns User daran teilhaben, dass sie soeben Geschlechtsverkehr hatten. Instagram fungiert hierbei als Plattform für die absurdesten Formen der Selbstoffenbarung und man darf gespannt sein, was die Zukunft in Sachen Selfie Trends noch für uns bereit hält.

Marketing auf Instagram?

Ob sich Instagram als Marketing-Tool für jedes Unternehmen eignet, ist Ansichtssache. Fest steht, dass es noch nicht möglich ist, Unternehmensprofile wie es sie beispielsweise auf Facebook gibt, anzulegen. Unternehmen können in der Photo und Video Sharing Plattform somit nur als Nutzer wie alle andere auftreten. Die Anzahl an aktiven Nutzern und die Möglichkeit der Nutzung von Hashtags allerdings sprechen dafür, sich als Unternehmen mit Instagram zu Marketingzwecken zu beschäftigen.
Instagram steht für Lifestyle wie kein anders soziales Netzwerk und bietet sich somit vor allem für Marken aus den Bereichen Mode und Beauty an. Namhafte Unternehmen wie beispielsweise RedBull, IKEA und Ben& Jerry’s haben mit Aufrufen zu Foto Contests bereits gezeigt, dass Marketing auf Instagram sehr gut funktionieren kann.
Klassische Online-Werbung ist im deutschsprachigen Raum derzeit jedoch noch nicht möglich, dies wird gerade in Form von Werbe-Anzeigen in den USA getestet. Wie das bei den Usern ankommt, bleibt abzuwarten. Mit Facebook Inc. als Besitzer von Instagram sitzen aber die richtigen Leute an den Hebeln, um auch dieses erfolgreiche soziale Netzwerk zu monetarisieren.

Info: Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Lehrveranstaltung

Bettina Prax

Bettina Prax

Bettina Prax hat Ihr Studium in "Information, Medien und Kommunikation" abgeschlossen und ist beruflich im Bereich Marketing & Werbung tätig. Sie interessiert sich besonders für sozialwissenschaftliche und gesellschaftskritische Themen.
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