Sonntag , 18 Februar 2018

Die Interne Verlinkung: ein wichtiger Baustein im SEO-Konzept

Interne Links verweisen, wie der Name schon sagt, nicht auf eine andere Webseite (nach außen), sondern auf eine interne Unterseite auf der eigenen Website. Die Links im Navigationsmenü einer Homepage sind klassische Beispiele für interne Links. Wichtig ist, dass jede einzelne Seite mindestens einmal intern verlinkt ist, da diese ansonsten von den Bots der Suchmaschinen nicht (oder nur schwer) gefunden wird, keine Linkpower bekommt und so auch nicht in den Google Index aufgenommen wird.

Die Grundvoraussetzungen für eine gute interne Verlinkung sind eine strukturierte Seitennavigation und die Erstellung einer Sitemap. Im Grunde verfolgt man mit der Optimierung der internen Verlinkung folgende Ziele:

Ziele einer optimalen internen Verlinkung

  • Steigerung der Usability. (Der Besucher sollte sich gut zu Recht finden können)
  • Sicherstellung der Crawlbarkeit für die Robots
  • Zielgerechte Verteilung der Linkpower (Linkjuice)

Usability vs. Crawlability

Die Benutzerfreundlichkeit einer Homepage sollte nicht unter den Einflüssen der SEO-Arbeit leiden. Konzentriert man sich zu sehr auf die SEO Arbeit, kann die Benutzerfreundlichkeit verloren gehen. Eine Homepage, die zwar gut gefunden wird, jedoch nicht benutzerfreundlich gestaltet ist, bringt dem Betreiber wohl eher mehr Probleme als Nutzen ein. Man bewegt sich hier also auf einen sehr schmalen Grat. In der Praxis gilt es stets einen Mittelweg zwischen Benutzerfreundlichkeit und Suchmaschinenoptimierung zu finden.

Zielgerechte Verteilung der Linkpower/Linkjuice

 

interne verlinkungDie gesamte Linkpower, die zum Großteil von der Hauptseite ausgeht sollte möglichst zielgerecht an die passenden Landingpages verteilt werden. Dies ist in der Praxis oft nicht einfach, vor allem bei sehr großen Webseiten. Stellen Sie sich vor Ihre Webseite ist wie ein Körper, der über Links alle Körperteile mit Blut versorgt. Die Startseite ist üblicherweise die stärkste Seite mit den meisten Backlinks. Von dort aus wird die Linkpower über Links an die Unterseiten weitergegeben. Je mehr Links auf eine Unterseite gehen, desto mehr Power bekommt sie (je größer die Ader, desto besser ist der Körperteil mit Blut versorgt). Ist eine Seite intern gar nicht verlinkt, so wird keine Linkpower mehr übergeben und die Unterseite „stirbt ab“. Diese Veranschaulichung ist jedoch sogar noch vereinfacht – in Wahrheit ist die interne Verlinkung einer Webseite noch komplexer, da ja auch von Unterseite zu Unterseite verlinkt wird und auch Unterseiten Backlinks haben können, welche die Unterseite und somit alle anderen Seiten mit Linkpower versorgt.

Beispiel: Stärkung einer Landingpage

Durch eine gezielte Verlinkung besteht die Möglichkeit, die Linkpower der gesamten Homepage zu verteilen und so einzelne Landingpages punktuell zu stärken. Hat man als Unternehmen also ein spezielles Angebot, das man in den Suchergebnissen nach oben bringen möchte, kann man durch eine gezielte interne Verlinkung diese Landingpage stärken. Hierzu sollte erst eine Landingpage mit den passenden Keywords erstellt werden und anschileßend von der Hauptseite, von themenverwandten Unterseiten und auch in Fließtexten auf diese Landingpage verlinkt werden. Generell kann diese Seite von überall verlinkt werden, wo es Sinn macht. Allerdings mit Maß, Ziel und nicht übertrieben oft!

Wichtiger Tipp: Flache Seitenhierarchien

In der Regel sind flache Seitenhierarchien für die Benutzer und auch die Suchmaschinen besser geeignet als tiefe Seitenhierarchien. Man sollte es den Besuchern und den Robots einfach machen, alle wichtigen Links schnell zu erreichen. Wie schon erwähnt sind eine strukturierte Seitennavigation und die Erstellung einer Sitemap Grundvoraussetzungen für eine gute interne Verlinkung. Je mehr Links zu einer Landingpage hinführen, desto wichtiger bewertet diese Google.

Das bestätigt Google auch offiziell auf der Google Webmaster Tools Support Seite: https://support.google.com/webmasters/answer/138752?hl=de

Anhand dieser Grafik kann man sehr gut die Vorteile einer flachen Seitenhierarchie erkennen. Durch den flachen Aufbau der Struktur, ermöglicht man es Google mit weniger Klicks an die gewünschten Seiten zu kommen. So kann man auf eine höhere Indexierung der Seiten, eine Steigerung der Visibility und eine Erhöhung des Traffics hoffen.

flache-seitenhierarchie-seo
(http://de.slideshare.net/holgeretzel/interne-verlinkung-seocampixx-2013) – S.24

Die klassische Frage: Wie viele Links sind pro Seite erlaubt?

Dazu gibt es keine allgemein gültige Antwort. Je nach Webseitengröße kann diese Zahl erheblich variieren. Auch extrem viele Links auf einer Seite können ihren Zweck erfüllen. Wichtig ist auch hierbei immer, dass sich der Nutzer auf der Seite zurechtfindet.

Diese Frage wurde auch beim SEODay 2012 behandelt und führte am Ende zu Diskussionen und zu keiner einheitlichen Meinung:

Interne Verlinkung durch Breadcrumbs

Die interne Verlinkung kann auch durch das Einsetzen von Breadcrumbs optimiert werden. Als Beispiel wurde die Homepage von Zalando ausgewählt. Die Breadcrumb Navigation ist hierbei grün markiert. Diese unterstützt den User bei der Orientierung und liefert zeitgleich den Suchmaschinen weitere Verlinkungen. Da die Breadcrumbs immer von der Startseite weg führen, wird diese auch am besten verlinkt. Je tiefer eine Seite in der Breadcrumb Navigation ist, desto weniger Linkpower bekommt sie ab. Deshalb ist es wichtig, auf einen sauberen Aufbau zu achten und die wichtigsten Seiten weit oben in der Hierarchie einzubinden.

interne-verlinkung-breadcrumbs

Interne nofollow Links?

Immer wieder tritt die Frage auf, ob man Links zu den Seiten wie dem Impressum oder einer Login Seite auf nofollow setzen sollte. Matt Cutts gibt hierzu im folgenden Video eine eindeutige Antwort: Nein.

Alle internen Links sollten FOLLOW sein. Außerdem kann man im Longtail auch mit Seiten wie dem Impressum, der Login Seite oder auch den AGBs die Besucherzahlen zumindest ein wenig steigern. Cutts fügt jedoch noch hinzu, dass sich im Allgemeinen interne nofollow Links nicht negativ auf das Ranking auswirken, jedoch im Grunde keinen Sinn machen. Das Problem, welches sich mit zu vielen internen nofollow Links ergibt, ist, dass man sich selbst intern den Linkfluss begrenzt und sich so möglicherweise wertvolle Linkpower entgehen lässt. Im Detail hat dieses Thema „PageRank Sculpting“ Johannes Beus von Sistrix unter die Lupe genommen: http://www.sistrix.de/news/pagerank-sculpting/

Eine gänzlich andere Situation ergibt sich bei externen Links. Hierbei kann es durchaus sinnvoll sein, manche Links die auf andere Seiten führen mit nofollow zu kennzeichnen. Hat man beispielsweise einen Kommentarbereich, sollte man hier die ausgehenden Links mit nofollow kennzeichnen, da man die Qualität und Vertrauenswürdigkeit der Links nicht kennt und so Spam Links ausschließen kann. Google selbst empfiehlt außerdem, verkaufte Links (z.B. von Bannern, sponsored Posts oder Advertorials) mit nofollow zu kennzeichnen. D.h. Werbung sollte generell mit nofollow gekennzeichnet werden.

Link Title Attribut bei internen Links

Es wird vermutet, dass auch Link Title Attribute in gewisser Weise das Ranking auf Google beeinflussen. Eine aktuelle Auflistung aller vermuteten Einflussfaktoren von Backlinko.com kennzeichnet die Link Title Attribute als „weak relevancy signal“. (http://backlinko.com/google-ranking-factors)

Der Link Title ist jener Text, der erscheint wenn man sich mit der Maus auf dem Link befindet:

title-atribute-intern

Bei internen Links macht es deshalb oft Sinn, Link Title Attribute zu setzen. Zalando macht es vor: Das verlinkte Wort „Mode“ wurde hier mit dem Link Title Attribute „Mode jetzt online bei Zalando bestellen“ versehen.

html-code-title-atribute-intern
Link Title Attribut bei externen Links

Zum einen kann das Title-Attribut den Usern helfen, die Inhalte einer externen Zielseite genauer zu erklären. Das ist auch das zentrale Ziel: Die User darüber informieren, was ihnen auf der externen Seite erwartet. Zum anderen sollte man bei eigenen Backlinks auf externen Seiten darauf achten, dass der Seitenbetreiber ein Title Attribut für den Link setzt. Sind alle Backlinks, die zur eigenen Seite führen sauber mit dem Link Title Attribute ausgestattet, kann dies auch zu einem besseren Ranking führen. Achtung: Gezielter Backlinkaufbau ist laut Google Richtlinien unerwünscht und kann bis zur Deindexierung der eigenen Webseite führen. Zu viele Link Title Attribute können auf den gezielten Backlinkaufbau hinweisen und so sehr schnell zu einer Abstrafung führen.

Alexander Eisendle
Alexander Eisendle hat das Thema SEO im Zuge seiner Bachelorarbeit kennengelernt. Derzeit absolviert er den Masterstudiengang in Betriebswirtschaftslehre und arbeitet bei der get on top gmbh. In den letzten 3 Jahren konnte er auch Praxiserfahrungen in den Bereichen Eventmanagement und Marketing sammeln. Seit März 2014 arbeitet er als Junior SEO gemeinsam mit Thomas Rafelsberger.
Alexander Eisendle
Alexander Eisendle

Latest posts by Alexander Eisendle (see all)

2 Kommentare

  1. Die Überschrift deines Artikels bringt es auf den Punkt. Allzu oft werden allerdings die Möglichkeit die einem die zahlreichen Navigationselemente bieten nicht genutzt, wodurch das Potential brach liegt. Zahlreiche Rankingkriterien die für Suchmaschinen relevant sind, kann man kaum beeinflussen, dann sollte man zumindest die Kriterien die man beeinflussen kann (OnSite/OnPage) optimal umsetzen. Und dein Artikel hat hier einige interessante Ansätze aufgezeigt, wie man dies tun könnte. Daher kann ich nur hoffen, dass ihn noch einige Besucher lesen werden ;o)

  2. Lernen SEO ist nun einfacher geworden nach dem Lesen dieser Post i viele Fehler früher tat, aber jetzt kann ich meine Arbeit zu verbessern.