Sonntag , 24 Juli 2016

5 Gründe, jetzt über die neuen generischen TLDs nachzudenken

Langsam hat sich das Thema auch außerhalb einschlägiger Fachkreise herumgesprochen:  Ja, es soll neue generische Top Level Domains (gTLDs) geben. Die engen Richtlinien für die Registrierung von gTLDs werden definitiv erweitert.  Das hatte die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) bereits im Januar 2012 entschieden.  Bis Ende 2012 wurden daraufhin fast  1.000 Aufnahmeanträge für neue gTLDs eingereicht. Doch aktuell weiß kaum jemand, welche Domainendungen kommen werden und  wann sie kommen. Die ersten neuen generischen Domainendungen sollten eigentlich bereits Anfang 2013 nutzbar sein. Jetzt geht man von Ende 2013/Anfang 2014 aus. Aber diese Verzögerung  gibt uns die Möglichkeit, die Vor- und Nachteile der neuen gTLDs aus SEO-Sicht einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Alles nur Geldschneiderei oder wie sinnvoll sind die neuen generischen Domainendungen wirklich?

Für die Zulassung und Vergabe neuer Domainendungen ist die  ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) mit Sitz in Los Angeles zuständig. Zur ICANN gehört auch die IANA (Internet Assigned Numbers Authority), eine der ältesten Institutionen des Internets. Sie koordiniert das Domain Name System sowie die Zuteilung der entsprechenden IP-Adressen weltweit. Die ICANN ist zwar eine Non-Profit-Organisation, aber die Anmeldung einer neuen gTLD kostet 185.000 Dollar.

Wer kann sich das leisten? Lohnt es sich bei diesen Preisen überhaupt, über neue Domainendungen nachzudenken? Ich meine ja!  Und dafür gibt es mindestens fünf gute Gründe.

1. Branding und Keyword-spezifischere Domainnamen

Beim Thema Branding denkt man natürlich zuerst an die großen internationalen Unternehmen. Die neuen gTLDs bieten die Möglichkeit, den Unternehmensnamen als eigene TLD sichern zu lassen. Diese Chance werden sich viele Unternehmen sicher nicht entgehen lassen.  Die ersten Globalplayer haben bereits ihre Registrierungsanträge für eigene TLDs laufen, wie zum Beispiel: .google, .amazon, .microsoft, .apple, .audi etc.

Interessanter für Normal-User dürften allerdings die thematischen oder lokalen gTLDs sein, für die bereits Registrierungsanträge laufen und die man dann relativ günstig bei einem Domainhosting-Provider bestellen kann.  Beispiele sind generische Domainendungen wie: .hotel, .fun, .ice. etc. oder die Städte-TLDs .wien, .berlin, .koeln etc. Gerade letztere sind lohnenswert, da der lokale Bezug bisher lediglich über Namenszusätze innerhalb des Domainnamen hergestellt werden konnte. Die  Konsequenz waren lange und umständliche Domainnamen wie (firma)-wien.at.  Vielleicht kann man dafür bald lokale Domainendungen verwenden.

Bisher deutet allerdings nichts darauf hin, dass lokale Domainendungen von Google im Ranking lokaler Suchergebnisse besser aufgestellt sein werden. Etablierte Domainendungen werden gegenüber regionalen oder geografischen TDLs zukünftig wohl auch weiterhin besser indexiert sein.

Durch die Vielzahl neuer gTLDs werden allerdings jede Menge Keywords frei, um daraus griffige oder Keyword-spezifische Domainnamen zu bilden, die bei etablierten Domainendungen wie.at, .de oder .ch bereits lange belegt sind.

 2. Neue Möglichkeiten für Marketing und Promotion

Ganz gleich, ob man den Namen für ein neues Startup sucht oder Microsites bzw. Landingpages einrichten möchte.  Neue Domainendungen sind eine hervorragende Spielwiese für Marketing- und Promotion-Aktionen. So lassen sich Verkaufsaufforderungen wie: www.(Produktname).buy bilden. Mit  Domainendungen wie .bar, .beauty  oder .broker  kann man aber auch den Inhalt der Website thematisch besser zum Ausdruck bringen. Denn diese TLDs sprechen praktisch für sich.

SEO-technisch sollten Microsites und Landingpages idealerweise immer unter der Domain der Hauptseite anlegt werden. Verwendet man aktionsbezogene neue Domainendung ist das natürlich nicht möglich. Sucht man lediglich einen treffenden, userorientierten Domainnamen, empfiehlt sich eine direkte Weiterleitung zur Hauptseite. Bei einer aktionsbezogenen  Landingpage mit eigenem Content muss diese allerdings erst einmal für sich selbst ranken. Möchte man z.B. nach Ablauf der Aktion den aufgelaufenen  Traffic für seine Hauptseite nutzen, sollte man einen permanent http redirect (301) dorthin einrichten und parallel auch den entsprechenden Content auf die Hauptseite umziehen.

3. Punkten mit lokalen Domainnamen

Domains mit einer lokalen Ausrichtung sind natürlich ein echter Trumpf für das touristische Business wenn man lokale Standorte besonders betonen möchte.  Doch bei der Begeisterung für eine lokale Domainendung sollte man nicht vergessen: Kunden aus dem fremdsprachigen Ausland verwenden oft andere Suchbegriffe. Daher empfiehlt es sich beispielsweise bei TLDs mit Städtenamen, wenn möglich, den internationalen Begriff als Domainendung gleich mit zu sichern. Also .wien und .vienna oder .koeln und .cologne.

4. Viel mehr Auswahl

Sicher ist: Es wird bald viele neuen Domainendungen geben. Ein Blick auf die Seite von ICANN zeigt, für welche neuen generischen TLD (gTLD) bereits Anträge eingereicht worden sind. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man aber noch nicht mit Sicherheit sagen, welche TLDs davon auch zugelassen werden und vor allem: wann sie verfügbar sind. Es lohnt sich aber, die Entwicklung im Auge zu behalten. Man kann beispielsweise kostenlose Newsletter von Hostingprovidern abonnieren oder eine Vorabanfrage bei einem Domain-Name-Registrar stellen. Verbindliche Vorbestellungen sind aktuell allerdings noch nicht möglich.

5. Chancen für SEO-Projekte

Schon mit wenigen kleinen Schritten kann man Internetpräsenzen im Suchmaschinen-Ranking von vornherein besser aufstellen. In der Regel sucht man zuerst einen tollen Namen für sein Unternehmen und nutzt diesen dann auch für seine Internetpräsenz. Es lohnt sich aber, wenn man dieses Verfahren einfach umkehrt und mit der Keyword-Suche beginnt, zum Beispiel mit dem  Keyword-Analysetool von Google Adwords. Hat man sein optimales Keyword gefunden, sollte man dieses verwenden, um daraus den Namen seiner Internetpräsenz bilden. Denn es ist wesentlich einfacher, gute Rankingergebnisse bei Google zu erzielen, wenn der Domainname bereits den richtigen Suchbegriff enthält. So kann man sicher sein, dass viele potentielle Kunden schneller auf die Website stoßen werden. Neue Domainendungen mit ihren wieder frei gewordenen Keywords bieten beste Möglichkeiten dafür.

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Wolf-Dieter Fiege
Wolf-Dieter ist Redakteur und Autor des Blog & SEO-Teams der Host Europe GmbH, einem der größten Anbieter von Domainhosting in Europa.
Wolf-Dieter Fiege
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