Sonntag , 4 Dezember 2016

Der SEOkomm Vormittag

Nach dem Donnerstag voller Academy-Knowhow, dem Toolbattle und der exzessiven LRT Warmup-Party, startet der Freitag bei einigen noch etwas verschlafen, aber eines haben alle gemeinsam: Die Vorfreude auf das was kommt.

Keynote

So passte es auch gut, dass Marcus „Mediadonis“ Tandler für die Keynote zuständig war. Seine Keynotes versprechen immer eine perfekte Mischung aus Duracell-Hasen, Glaskugeln, Kompetenz und Wissen aus erster Hand & Entertainment. 
Kurz gesagt:  Das Versprechen hat gehalten.
(Da ich nicht weiß, welche Inhalte Marcus für alle gedacht hat und welche nicht, verzichte ich an dieser Stelle auf inhaltliche Wiedergabe. Regel Nummer 1 lautet nämlich – Verärgere niemals einen Bayern, der mal Football gespielt hat. Nur so viel: Es kamen Pandas, Torten, Star Wars, Matt Cutts, ein rosa Glücksbärchi, Kinderfotos und Winston Churchill vor. In schlüssiger Kombination und Reihenfolge.)

Weiter geht es live mit …

Die letzten 2% Links die noch ziehen … von und mit Christoph C. Cemper 

 Christoph Cemper weiß wovon er spricht. Schließlich bietet er mit den LRT alles an, was man zum Linkaufbau braucht. (Frei nach meinem Sitznachbarn, der anonym bleiben möchte, übersetzt: Large Ressource Toolbox.) Wahlweise muss man nur noch eigenen Gehirnschmalz hinzufügen. So geht es auch gleich sehr interessant los.

Christoph erwähnt: 2012 war das Jahr des Pinguins – es gab viele Veränderungen, Google ist „linkmässig“ aufgewacht. Es trifft Menschen, die nicht auf ihre Linkhygiene achten. Das stinkt zum Himmel.
Viele Vorteile, mit denen man bei Links tricksen konnte, fallen schön langsam. Christoph prophezeit: Zu Weihnachten gibt es „Geschenke“ von Google. Was heute noch gerade so gesund ist, kann morgen schon krank sein, wenn man das Link-Blutbild betrachtet.

LinkDetox erkennt Regelverstöße im Linkaufbau ua. auf 2004 SEO Basis – gleiche IPs, gleiche Domainbesitzer, Sitewide Footer, Link Directories, Artikelverzeichnisse. Viele Webmaster verwenden dennoch noch immer triviale Linktaktiken und sollten sich eigentlich bedanken, dass Google so lange zuschauen musste.

Wichtige Faktoren beim Linkaufbau „NEU“ sind ua. das kontinuierliche Linkwachstum. Geht dieses enorm zurück, ist dies ein negatives Signal und lässt Linknetzwerke, Expired Netzwerke und schrottige Seiten auffliegen. Das Abstrafen von negativem Wachstum war ein wesentlicher Bestandteil von Pinguin 3.

Quo Vadis Paid Links – Vermeidet Linknetzwerke, Link-Produkte mit Markennamen („Pinguin-Safe“…) und offensichtliche Linknetzwerke, die Geld verdienen wollen! Bedenke: Es gibt Sippenhaftung, Mitgehangen ist Mitgefangen! Mist potenziert sich – und, richtig: Beginnt zu stinken.

Welche Links bleiben denn dann noch?
Links aus Medien, Links aus Zeitungen, Qualitätsportale, echte Blogger, Links von Herstellern, echte Fans und echte Testberichte.
Die zählen und sind wertvoll – THE REAL STUFF!

Schluss mit Tricksen! Suchmaschinenoptimierung muss wieder mehr ins integrierte Onlinemarketing passen. Sogar der Geschäftsführer muss das Bewusstsein dafür haben, nur so kann ein Bigger Picture entstehen. Sonst ist das wie ein „Hello Kitty“-Pflaster auf einen verletzten Wal zu kleben. SEO wird immer mehr Marketing & PR – Autoritäten sollten Autoren werden. Jeder hat Verantwortung.

Ein Ausblick: Nur wenige % der Links gesamt machen den Unterschied. Es geht aber rasant weiter:
Kombinierte Qualitäts-Signale, Traffic pro Link, bessere Signalgewichtung, Selbstlernende Vorgänge, User Feedback und User-Verhalten – all das wird im Visier von Google sein.
Gut für die SEOs der Nation – mit diesem Wissen lassen sich Strategielisten erstellen. Be smart, be curious! Seid mehr Denker, seid mehr Querdenker! Verzweifeln ist was für Schwache und für Häkelzeitungs-Leser!

Weiter geht es dann live mit dem Philosophen unter den SEOS …

Onpage-SEO – leider geil von und mit Karl Kratz

Karl kommt in orangem T-Shirt. Orange ist in Montserrat die Farbe der Hoffnung, und das ist schlichtweg von mir erfunden. Ich assoziiere es aber damit und habe die Hoffnung, Karl heute vollstens verstehen zu können. Meine Neuronen sind bereit zu feuern und Karl legt gleich los. (Er trägt aber nicht die erhoffte Toga, weil die – ich zitiere – „in meinem Land nicht verfügbar ist“.)

Karl will nicht über Links reden. Außerdem hat er mehr Folien als Zeit. Zack zack.
Er sagt aber dennoch gleich, dass egal was kommt – man immer Links brauchen wird.
Hab ich soweit verstanden.

Auf der Suche nach dem Beweis, dass Keyword-Density nicht funktioniert, hat Karl ein Buch aus 1972 gefunden (vermutlich wie Indiana Jones mit der Peitsche aus der Bücherei geholt) – und die Lösung war da: WDF*IDF
(Davon sollte ja jeder in letzter Zeit mal etwas gehört haben.)

Karl erklärt auch, warum das wichtig ist und wie es sich zusammensetzt.

Vorab: Es ist wichtig, dass Content dennoch nicht nach Formeln geschrieben werden soll – und dass man natürlich auch erstmals nachdenken soll, was man wo einsetzt. Das Rundumsorglos-Tool gibt es nicht, weil für die richtige Anwendung von WDF*IDF viel mehr bedacht werden muss.

Aber zurück zu WDF*IDF: 
Suchmaschinen stellen sich zuerst die Frage „Um was geht es denn bei dir?“, wenn sie ein Dokument auslesen. Dann werten sie die Termgewichtungskurve aus. Welches unmissverständliche Signal vermittelt das Dokument? Karl zeigt einige Beispiele und intuitiv weiß man eigentlich gleich, welche Kurve gut und welche schlecht ist. Der Spam hat sich schlecht als Batman verkleidet, das SEO-Projekt steht nur mehr in Unterhosen da..
Solange die Grenzwerte einer „gesunden“ Hüllkurve eingehalten werden, wird Google vermutlich nicht sagen: Stop! Spam!

Nun die Frage: Kann das Dokument einen thematischen Fokus beweisen? Gut positionierte Websites zeichnen sich durch sinngebende Terme aus. Schlecht positionierte Dokumente haben nur wenig sinngebende Terme.

Suchmaschinen fragen sich dann: Wie holistisch bist du, liebes Dokument? Aus wie vielen Perspektiven kannst du ein Thema beleuchten? Denn: Ändert sich die Perspektive auf ein Thema, ändert sich auch dessen Terminologie. Die einzelnen Plätze in den vordersten Ergebnisseiten setzen sich wie Puzzles zusammen, sprich: Unsere Eintrittskarte für gute Positionen ist die Diversity. Das wusste man vielleicht auch vorher, aber nicht mit diesem bewiesenen Nachdruck.

Somit sind wichtige Rankingfaktoren auf Dokumentenebene:
Unmissverständlicher Fokus, Anti-Spam Vorgehen, der Selbstbeweis und die Unterschiedlichkeit.

Weiters rät Karl, immer noch nicht in Toga:

  • Texte sind das wichtigste Instrument. Sollten also gut sein.
  • Texte sollten auch immer auf die Kurve hin optimiert werden. Das ist wie gute aber natürliche Kosmetik.
  • Suchmaschinen möchten „frische“ Texte – wenn es geht also ohne Datum arbeiten.
  • Kontinuität – Texte immer mal optimieren und dem Googlebot Neuigkeiten zeigen.
  • Zu Kontinuität zählt auch die Optimierung der gesamten Website-Texte
  • Achtet immer auf eine gute Struktur! Das wird noch zu selten gemacht, obwohl es jeder zu wissen glaubt. Strukturelement ftw!
  • Verweildauer! Verweildauer! Verweildauer!
  • Konvertieren Besucher? Nicht nur ökonomisch wichtig!
  • Signale aus Conversions sind angenehme Penetration und streicheln Google, Google schnurrt gerne.
  • Bist du für Wikipedia erwähnenswert? Sahnehäubchen-Alarm!
  • Wiederholung: Vergesst nicht, dass es Antispam-Signale gibt

 

Bernhard Hochrainer
Der diplomierte Medienkonzepter und Wirtschaftswissenschafts-Student Bernhard Hochrainer ist seit 2006 auf den Bereich Onlinemarketing spezialisiert und arbeitet bei pixelart GmbH in Salzburg. Dort verantwortet er den Bereich SEO/SEM. pixelart ist eine Interactive-Kreativagentur für digitales Marketing und gehört zu den Top 10 New Media Agenturen in Österreich.
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