Dienstag , 24 April 2018

Fallstudie: Vienna.net – Optimierung AdSense Einnahmen

Die Aufgabenstellung im Oktober 2011 war relativ klar. Die AdSense Einnahmen einer Website mit über 25.000 Besucher täglich nochmal um 25 Prozent anzuheben. Der Zeitrahmen war cirka 4 Monate und im Jänner 2012 konnte ich folgende Meldung auf Facebook lesen und diese war der Auslöser für diese Fallstudie.

Just got word that we reached a performance based earn out for http://www.vienna.net/, which we sold in October of last year. 25% earnings increase since the sale and a happy buyer! Thanks to ……….. for awesome German SEO work.

Nur was ist in der Zwischenzeit passiert?

1. Panda-Problem

Wie man auf dem Chart unten sieht, war die Seite direkt von Panda betroffen, was gerade bei sehr großen Websites mit sehr viel Content ein allgemeines Problem war.

Aber bei vielen sehr contentreichen Seiten wirkte sich Panda nicht wirklich stark auf die Besucherzahlen aus (Ausnahme Finanz-Bereich), denn wenn die Website entsprechende Besucherzahlen und Mehrwert bot, dann war der entsprechende Abfall einer Verringerung der Longtail-Rankings zuzuordnen und die besucherbringenden Keywords waren weniger betroffen.

Trotzdem war es ein Ansatzpunkt für die Erhöhung der AdSense Einnahmen, denn im Oktober als die Aufgabenstellung startete war ja zumindest die erste Panda Welle schon durch.

Um diesen Teilbereich zu bewältigen haben wir folgende Maßnahmen eingesetzt:

Twitter-Links von mehreren natürlichen Accounts.

Branding-Links (mit URL) aus unterschiedlichen Linkquellen.

Wir haben uns nicht für mehr Maßnahmen entschieden, da sich die Sichtbarkeit schnell auf einem zwar niedrigerem Niveau aber dort sehr horizontal stabilisiert hat, wie man aus dem Graph entnehmen kann. Dies sehen wir meist als sehr positives Zeichen an – bei jeder Art von Ranking-Abfall. Außerdem erkannten wir ja im Gespräch mit dem Kunden, dass in erster Linie Longtail-Keywords von Panda betroffen waren und wir konnten schon oft feststellen, dass URL-Anchortexte in den Links gerade den Longtail-Bereich pushen können.

Um nur ein Indiz dafür zu geben verweise ich auf einen älteren Blogbeitrag meinerseits, in dem unter anderem gezeigt wird, dass ein Pushen von Money-Keywords sehr oft zu einem größeren Anstieg führt und dann auf einen darauffolgenden Einknick im Chart. Der Einknick ist in vielen Fällen dem Longtail zuzuschreiben und wenn man nun diese Überlegung umdreht -> siehe oben.

Obwohl der Longtail-Abfall durch Panda keine starken Auswirkungen auf die Besucherzahlen hatte, war dies eines unserer Teilziele, um keine Chance ungenutzt zu lassen. Dieses Teilziel wurde auch Mitte Dezember erreicht.

image-7202

2. Gezielter Push starker Seiten

In einem zweiten Schritt befolgten wir ein altes Marketing-Prinzip, nach dem man nicht dort aufholen soll, wo die anderen voraus sind, sondern dort den Vorsprung ausbaut, wo man schon in Führung liegt.

Wir definierten also die Seiten mit den größten Besucherzahlen im Firmenverzeichnis, da leider keine AdSense-Statistiken zur Verfügung standen. Dabei mussten wir natürlich alle Unterseiten streichen, die durch ihren Content keine AdSense Anzeigen zuließen. Nachdem die Unterseiten identifiziert waren(ein zweites Kriterium war eine Platzierung auf Seite 2 oder 3 in den SERPs), starteten wir hier mit Linkbuilding direkt mit Money-Anchor-Texten.

Da die Website schon eine ziemlich hohe Authorität (opensiteexplorer über 50 und andere Tools bestätigten dies) und gute Besucherzahlen verzeichnen konnte, hatten wir hier nicht die geringste Hemmschwelle Free-for-All Linkquellen mit reinen Money-Anchors zu verwenden. Wir haben hier eine Auswahl an cirka ein Dutzend Unterseiten getroffen (teilweise auch Kategorieseiten, auch ein Panda-Zusammenhang, aber der würde hier zu weit führen), die alle auf der zweiten Ergebnisseite bei Google waren. Jede dieser Seiten haben wir mindestens 2 Dutzend Mal mit direkten Money-Keywords anzulinken versucht. Damit sollten die Seite 2 oder Seite 3 Rankings in den Top 10 gehoben werden.

Als dieses Ziel cirka Ende Dezember erreicht war, konnten wir die Besucherzahlen auf ein konstant höheres Niveau heben, wie man in der Grafik sieht, aber es wurde auch klar, dass dieser Anstieg noch nicht ausreichend war. Wir brauchten noch eine Idee.

image-7203

3. Die letzte Spitze

Da wir auf das Firmenverzeichnis ziemlich festgelegt waren, hat sich die letzte Idee doch aufgedrängt. Wir haben geprüft wo vienna.net unter den ersten SERPs direkt mit anderen bekannten österreichischen Firmenverzeichnissen konkurriert. Durch das Branding gegen Panda haben wir uns dann auch getraut zu diesen Keywords nochmal mit Compound bzw. Money rein zu fahren und das hauptsächlich über das Anschreiben von thematisch passenden Blogs oder Expired Domains.

Dies hatte zum Glück Erfolg (diesen kann man gerade in dieser kurzen Zeit nicht garantieren) und hat zu dieser letzen Spitze geführt.

image-7204

Es sollte sich auch eine Sichtbarkeit im Graphen auf einem Niveau im Durchschnitt zwischen der letzten höchsten Spitze und dem Knick danach (siehe oben -> Knick war zu erwarten) jetzt weiterhin stabilisieren.

Ich hoffe das beschreiben unserer Denkprozesse während diesem Projekt kann manchem Leser einige Anhaltspunkte zur Steigerung der AdSense Einnahmen bieten.

Patrick Berger
Im Jahr 2008 im Bereich Suchmaschinenoptimierung parallel zum Wirtschaftsstudium selbstständig gemacht. Das Wirtschaftsstudium ist derzeit etwas in den Hintergrund gerutscht dank mehrfacher Herausforderungen im Bereich Online-Marketing und durch konstant jährliche Umsatzverdoppelung. Unser Hauptgeschäftsbereich liegt in jedem Fall in der Offpage-Optimierung (diverses Linkbuilding).

9 Kommentare

  1. „Der Einknick ist in vielen Fällen dem Longtail zuzuschreiben“ – sorry, aber die Logik erschließt sich mir leider nicht. Ein Abfall in der Sichtbarkeit ist in der Regel schwächeren Rankings im Shorthead zuzurechnen – der Longtail hat ja oftmals keinen Einfluss auf die Sichtbarkeit. Was meintest du jetzt genau?

  2. es geht hier um die grundannahme, dass keine longtail-strategie gefahren wird … man geht sozusagen von der breite in die tiefe…
    da durch zwar die shorthead keywords im ranking steigen fallen longtail-keywords weg und die sichtbarkeit ermittelt sich ja unter anderem durch die emnge der keywords in den top 100….
    also führt tatsächlich der anstieg im shothead zu einem abfall im longtail (zumindest kurzfristig), ergo zu einem kurzen sichtbarkeits-Knick

  3. Danke für deine Erklärungen, kann ich allerdings nicht nachvollziehen, da
    – ein Anstieg im Shorthead keinen Abfall im Longtail bedingen muss und
    – der Longtail oftmals nicht oder nur gering in die Berechnung des Sichtbarkeitsindex einfließt.
    Zumindest meine Erfahrungen. Bei vielen anderen Aussagen (gerade was Linkaufbau hinsichtlich Money und Brand angeht) stimme ich dir durchaus zu.

  4. wenn du kurz den verlinkten Blogbeitrag ansiehst, dann wirst du feststellen, dass dies ein häufiger effekt ist, dass ein shorthead-push einen großen anstieg verursacht mit einem darauffolgenden kleinen knick…

    es muss natürlich nicht so sein, da geb ich dir recht, aber was trifft schon zu 100 % zu… es ist nur ein oft von mir beobachtetes muster bei Seiten die in meinen Augen eine sehr gesunde Entiwcklung haben….

    und der Longtail ist nur gering im Sichtbarkeitsindex … das negiere ich ja nicht… ich spreche ja von einem „kleinen“ Knick…
    (man sieht auch in der Grafik oben, dass sich bei den jüngsten daten von vienna.net, dass nach einem einwöchigen knick die tendenz wieder nach oben zeigt… genau so erwarte ich es bei gut gebrandeten Seiten und liege in sehr vielen Fällen damit richtig )

  5. Wow, ein sehr geiler Post. Vor allen Dingen die herangehensweise, erst Branding dann aufgrund der AUTH Situation auf Money Keys zu gehen und das ganze vor dem Hintergrund nicht aufzuholen sondern da wo vorhanden einen Vorsprung auszubauen finde ich sehr interessant und macht den Blog absolut lesenwert. Danke!

  6. Danke für die Einblicke. Ist zwar etwas holprig zu lesen aber deine Insights und Herangehensweisen haben das gleich Wett gemacht 😉 Man sieht mal wieder deutlich, dass man mehr denn je mit Bedacht und Weitsicht an die Optimierung herangehen muss. Und dabei natürlich noch möglichst effizient arbeiten muss. SEO macht Spaß.

  7. WOW, ein echt toller Artikel und sehr tiefe Einsicht in die Arbeit…

    Zu „Twitterlinks von mehreren natürlichen Accounts“…ja Twitter kann schon eine gewaltige Hilfe beim hochpushen einer Seite sein.

    Für Unterseiten verwende ich neben Twitterlinks auch noch Verweise aus Newsportalen…heben auch noch einmal bei der Sichtbarkeit! Mit diesen zwei bin ich bis jetzt immer gut gefahren…

    Ich habe auch bei Rankingverbesserungen häufig einen vorherigen Einbruch dieser festgestellt…aber der Absturz ist dann nur für ein bis zwei Tage, jedoch oft um 100 bis 150 Positionen, um dann auf bessere als die der Ausgangsposition zu klettern.

    Ich finde es immer wieder spannend Einblicke in die Vorgehensweise anderer zu bekommen…dann nehme ich meine Lehren daraus und Teste mit meinen Methoden kombiniert neue Schritte aus…

  8. lady replied ‚yes‘ moreover as soon as months having to do with perform, her very own as well as will be ready be place.

  9. it does not matter on what large priced it is always.