Sonntag , 18 Februar 2018

Podcasts als Marketingtool

Mit der steigenden Verbreitung von Smartphones und Tablets rücken auch Formate wie Audiopodcasts wieder stärker in den Fokus von Marketingverantwortlichen. Mobile „always on“ Geräte stoßen mittlerweile nicht mehr an ihre Grenzen, wenn es darum geht Audiodateien via RSS-Feed automatisch herunter zu laden und der persönlichen Playlist hinzuzufügen. Selbst das Erstellen von Podcasts ist in rudimentärem Umfang mit diesen Geräten möglich.

Das zur Verfügung stellen von abonnierbaren Audio- oder Videofiles scheint, recht subjektiv betrachtet, in den vergangenen Monate wieder an Attraktivität gewonnen zu haben. Mit dem Podcast-Barcamp im Oktober, scheint sich auch hierzulande eine noch recht lose Community zu formieren, die an der weiteren Attraktivierung von Podcasts arbeitet. Andererseits bieten Apps wie Audioboo oder Cinch immer einfachere Möglichkeiten kurze Inhalte via Smartphone aufzunehmen und sofort in soziale Netzwerke zu teilen. Das hat zur Folge, dass „Mikropodcaster“ ihre Leidenschaft für das Erstellen von Podcasts entdecken und die Anzahl der Produzenten steigt.

Mehrwert als Schlüssel für den Erfolg

Podcasts, sowohl als Video- als auch als Audioinhalt betrieben, eigenen sich vor allem für Unternehmen die regelmäßig Geschichten erzählen möchten, deren Umfang das geschriebene Wort überstrapazieren würden. Das können Interviews mit Experten im eigenen Unternehmen, Gespräche mit Kunden, oder auch inhaltliche Auseinandersetzungen rund um den Unternehmensgegenstand sein, die Liste an Ideen lässt sich natürlich noch fortsetzen.

Hier, wie auch bei allen anderen Aktivitäten im Social Web, gilt: vorne dabei sind diejenigen die Mehrwert und Interessantheit bieten. Eine 60minütige Verkaufsshow werden Kunden nicht nachhaltig rezipieren und schon gar nicht dauerhaft abonnieren. Außerdem leben Podcasts von Regelmäßigkeit, ein Hinweis der wohl überlegt werden sollte, bevor man seine Unternehmenskommunikation um ein weiteres Format erweitert. Wer von Haus aus kommuniziert, dass Sendungen monatlich erscheinen, darf (entsprechende Interessantheit vorausgesetzt) damit rechnen, dass treue Hörer und Seher diesen monatlichen Intervall auch einfordern.

Die Vorteile von Podcasts

Die Produktion von Podcasts braucht Zeit, kleine Sendungen schlagen nach meiner Erfahrung mit etwa zwei Stunden Aufwand pro Episode zu Buche. Was ist aber der Benefit den podcasting bringen kann?

  • Für die Abonnementen ist es möglich eine Beziehung zu „ihrem“ Sprecher/“ihrer“ Marke aufzubauen
  • Wer Feedback der Hörer und Seher einbaut schafft eine weitere Dialogmöglichkeit
  • Gerade Videocontents gewinnen (aufgrund der immer leichteren Erstellung) an Bedeutung im Web
  • (noch) besteht die Möglichkeit der Abgrenzung gegenüber den Marktbegleitern, recht wenige Unternehmen nutzen Podcasts als Kommunikationskanal
  • einmal abonniert ist ein Podcast ein direkter Zugang zu Personen die sich wirklich für die Themen des Podcasters/der Marke interessieren
  • innerhalb der Abonnenten ist der Streuverlust daher sehr gering

Technische Grundausstattung und Distribution

Wer bei Podcasts daran denkt Studioausrüstung einkaufen zu müssen, kann beruhigt werden. Qualitativ hochwertige Aufnahmegeräte sind um die € 200,– zu haben und HD-Videokameras mit ordentlicher Ausgabequalität sind mittlerweile auch erschwinglich geworden. Wie immer gilt: nach oben gibt es keine Grenzen.

Wer also mit kleinen Sendungen anfangen möchte ist mit einem ordentlichen Aufnahmegeräte (zB das Zoom H2) und einer Audioschnittsoftware für Audiopodcasts recht gut bedient. Gerade was die Software angeht kann man auf einen riesigen Markt zurückgreifen von kostenlosen Tools wie dem recht beliebten Audacity, zu für Podcaster optimierter Software wie Hindenburg Journalist um € 85,– bis hin zu professioneller Audioschnittsoftware. In der Regel kommt man mit Audacity, gerade am Anfang, recht weit.

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Ist er eigene Podcast nun fertiggestellt geht es darum ihn bekannter zu machen, dafür sollte natürlich in erster Linie die eigene Website dienen. Für WordPress sind hier die Plugins Podpress oder Powerpress zu nennen, die sich um die automatische Erstellung eines Podcast-RSS kümmern. Zusätzlich kann der Podcast-RSS Feed über verschiedene Podcast-Verzeichnisse verteilt werden, allen voran der iTunes-Store der als wohl beliebtesten Drehscheibe für RSS-Abos. Wer sich das Hosting der Mediendateien sparen möchte kann auch über Plattformen wie Soundcloud – die derzeit in einer Beta-Phase die eigene Eignung für Podcaster testet – machen und die Audiodateien über den angebotenen Player wieder in die eigene Website integrieren. Darüber hinaus finden sich unzählige Anbieter die sich auf das Hosting von Podcasts spezialisiert haben.

Anmerkung der Redaktion:

Der Autor des Artikels, Daniel Friesenecker, bloggt und podcastet zu Social Media, Gadgets sowie Entwicklungen im Internet unter TheAngryTeddy.com. Der Podcast ist auf jeden Fall einen Blick wert!

TheAngryTeddy.com Social Media Podcast by Daniel Friesenecker

Daniel Friesenecker
Daniel Friesenecker bloggt und podcastet zu Social Media, Gadgets sowie Entwicklungen im Internet, außerdem betreibt er seinen Side-Podcast unter sub-urban.at. Darüber betreut er als Social Media Berater beim Linzer Markenbüro Brands and Friends zahlreiche Kunden bei der Konzeption, Umsetzung und Weiterentwicklung ihrer Social Media Aktivitäten. Nach ersten Podcast- und Webprojekten im Jugend- und Kulturbereich, gründete er 2008 die Jugendkultur- und Medienplattform junQ.at, die sich mittlerweile zur größten unabhängigen Jugendredaktion Oberösterreichs entwickelt hat und 2011 vom Land Oberösterreich mit dem kleinen Landespreis für Initiative Kulturarbeit ausgezeichnet wurde.
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