Donnerstag , 25 August 2016

Mitten drinn statt nur dabei – virtuelles Recap des wpsummit

Das deutschsprachige Europa beschäftigt sich momentan mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens. Nein, damit sind nicht Staatsschulden von EU-Ländern, Schwierigkeiten der Pensionskassen, Arbeitslosigkeit, die Schwäche des Euros oder ähnlich unwichtige Kleinigkeiten gemeint – die Menschen verbringen ihre Zeit lieber mit Diskussionen über Intimrasur, Nudelsieben am Kopf und textlich dringenst notwendigen Änderungen der österreichischen Bundeshymne aus dem Jahre 1947.

Für alle Anderen, die nicht im medialen Sommerloch verschwinden wollten, gab es letzte Woche eine perfekte Gelegenheit: Am 14.07. und 15.07. fand in Wien der Werbeplanung.at Summit 2011 statt, laut Eigendefinition Österreichs Digital-Marketing-Kongress. 1.100km waren mir persönlich dann trotz des spannenden Themas doch zu viel – ich hab daher nur virtuell mittels Twitter Hashtag #wpsummit daran teilgenommen, hier meine subjektiven Eindrücke. Das Experiment hat durchaus passabel funktioniert: Sobald eine kritische Anzahl von fleissigen Twitterer vor Ort sind, kann sich der geneigte Leser ein schönes Bild über Inhalte und Stimmung machen.WPSummit

Kongresseröffnung

Die personelle Besetzung der eröffnenden Podiumsdiskussion zum Thema „Welche Marketinggesetze auch im Zeitalter des Social Media noch gelten und von welchen wir uns verabschieden werden.“ kann bei aller Freundschaft nur als äußerst mutig bezeichnet werden, die mit Abstand meiste Online-Affinität hatte da noch der Moderator Armin Wolf. Aber lassen wir doch ein paar Statements sprechen:

  • Entweder Sie sind hier, weil Sie noch nicht genug verdienen oder weil Sie den Hals nicht volkriegen können.
  • Online Kampagne hat noch nicht gezogen – die österreichischen Kunden sind wohl noch nicht so weit.
  • Wenn ich keinen Content habe, reicht auch eine Facebook Seite.
  • Wir machen unseren Facebookauftritt im Haus … also unentgeltlich, wenn man so will.

Ich möchte diese Aussagen, geäußert von namhaft großen Unternehmen, gar nicht näher kommentieren. Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings klar, warum die Veranstalter zu Beginn auf eine öffentliche Twitterwall vor Ort verzichtet haben 😉

„Schlimmer kann es nicht mehr werden“

hat sich zu diesem Zeitpunkt wohl der eine oder andere Teilnehmer gedacht, der immerhin 490 EUR zuzüglich USt für die Teilnahme bezahlt hat. Aber nach der fragwürdigen Eröffnung starteten immer vier Panels gleichzeitig, die in den verbleibenden Stunden so ziemlich alle Aspekte des Onlinemarketings abdeckten. Nachdem nicht in jedem Saal die ganze Zeit mitgetwittert wurde, kann ich nur einige Highlights herausheben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Wie komme ich auf den Fernseher, wenn die Leute nicht mehr fernsehen? Diese und ähnliche Fragestellungen wurden im hochkarätig besetztem Track zu Hybrid-TV diskutiert.

Wir wollen kreativ und innovativ werden, um Digital zu pushen. Das war kein kopiertes Statement von 1995, sondern die aktuelle Ansicht einer großen österreichischen Verlagsgruppe. Den Firmennamen nenne ich hier lieber nicht, deren Kommunikationsverantwortliche würden mich steinigen.

SEO ist tot!?! Das alte, aber doch immer wiederkehrende Gerücht wurde von Jens Fauldrath, Oliver Hauser, Harald Koch, Jan Königstätter und Christoph C. Cemper eindrucksvoll widerlegt. Der Sager des Tages war Ohne Links geht nix, ausser du willst auf „blonder sprecher am summit“ ranken.

Kauf Du Sau! Ja, das ist das interne Motto des extrem erfolgreichen Webshops von Hervis, verraten beim E-Commerce Panel. Und lassen wir mal die moralische Entrüstung bei Seite – ganz unrecht haben sie ja dabei nicht, oder?

Wir sind nicht zurückhaltend, wir sind feig. (O-Ton holzhuber impaction) Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

Google Adwords Optimierungen. Immer wieder neue und interessante Zusammenhänge, vorgestellt von Ulf Weihbold. Inklusive dem berühmt, berüchtigten sexy embedded matching.

Verdammt, ich möchte Teil eines digitalen Mobs sein! Tapfere Aufbereitung des Shitstorm beim Museumsquartier durch Alina Lauchart. Es reichen manchmal 10-20 User, um eine Facebook-Wall zu verwüsten.

Wie aus 5.000 Fans 125.000 Fans werden. Martina Grom zeigte uns, wie auch bei einer Weltmarke (Microsoft Windows 7 auf Facebook) ein Social Media Konzept durchaus Optimierungspotential nach oben hat. Als Betriebswirt hätten mich da natürlich auch Kostenaspekte und ROI interessiert.

Ganz und gar nicht unnütz! Wie man mit nur 150 USD 600.000 Fans erreicht, zeigte Johannes Skrivanek mit seiner Facebook Fansite Unnützes Wissen Mein (natürlich subjektives) Glanzlicht, das ist echt ein spitzenmässiges Best-practice Beispiel.

Das Beste zum Schluss

Mit einem Zitat aus der Closing Keynote von Karin Frick (Gottlieb Duttweiler Institute) möchte auch ich heute schliessen „Alles was wir tun, verwandelt sich in Daten, das sind dann digitale Spuren“ Angesichts der vielen Oldschool-Vertreter und mancher Online-Verweigerer auf dieser Konferenz war es sowas von 2011, als ich in Innsbruck sitzend, eine Frage via Twitter ans Podium richtete, die 10sek später live beantwortet wurde.

Nachtrag: OK, 2012 werde ich wohl live dabei sein *gg*Einladung für 2012

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Thomas Thaler
Thomas Thaler ist ausgebildeter Informatiker, Unternehmensberater und Bilanzexperte - bald auch Rechtsanwalt. Der Touristiker aus Leidenschaft und Überzeugung hält auf Konferenzen und in Seminaren immer wieder Vorträge zum Thema Social Media Marketing. Weiters unterrichtet er seit 2005 eMarketing an der Fachhochschule für Management & IT in Innsbruck/Tirol, seine Spezialthemen sind SEO und Geschäftsmodelloptimierung von Portalen.
Thomas Thaler

8 Kommentare

  1. danke thomas, ist echt mal ein recap der anderen art, nämlich von jemand, der nicht dabei war. da sieht man wieder mal, wie gut sich twitter bei konferenzen durchgesetzt hat, und dass es wirklich sinn macht.

  2. gratuliere zu dieser zusammenfassung.

    war am ersten tag ebenfalls nur virtuell per twitter dabei und kann den eindruck komplett bestätigen. ob die amüsanten highlights die 490,- konferenzpreis gerechtfertigt hätten, bin ich mir nicht so sicher – aber es war ja eben auch nur ein virtueller eindruck und vor allem die vorträge der professionals dürften ja qualitativ sehr gut gewesen sein.

    und wenn ich mir heute diese aktuelle google-umfrage zur marketing strategie 2011 unter 600 marketing professionals (vermutlich usa) ansehe… 34% des budgets in digital marketing – inkl. SEO, SEM, ads, email-marketing und social media (3%)… (http://bit.ly/qo0APb ; nicht näher verifiziert)

    da wirken ja manche aktivitäten österr. unternehmen ja beeindrucken innovativ, oder?

  3. danke für eine ungewöhnliche aber doch spannende Zusammenfassung. Das Ticket für´s nächste Jahr ist eine schöne Bestätigung, kompliment an die Veranstalter.

  4. hey thomas, sehr launige (und damit meine ich lesenswerte) Zusammenfassung. Einige deiner kurzen Einträge waren für mich gute Ausgangspunkte zum Weiterlesen. Danke und bis zum nächsten Mal!

  5. Manchmal fragt man sich, ob es nicht sinvoll ist ein Zulassungsverfahren für offentliche Redner einzuführen 😉

  6. „all the equipment, she says the second trying to name what she good deals enjoy.