Donnerstag , 18 Januar 2018

Social Media Marketer sollen im Feuer sterben. #rant

Social media failSo wollte Peter Shankman seinen Artikel im BusinessInsider ursprünglich nennen. Aus Gründen der Rücksichtnahme wurde dann doch Why I Will Never, Ever hire a „Social Media Expert“ daraus.

Ein starker Beginn für einen starken Rant. So gut dass ich es nicht lassen kann auch hier darüber zu schreiben, denn ich habe bereits im Juni 2010 hier einen Artikel mit dem Titel: Social Media – Kulturrevolution oder Marketing Gedöhns? geschrieben, der im Grunde die gleiche Aussage hatte.

Peter Shankman, seines Zeichens Gründer von „Help A Reporter Out“ und der Gründer und CEO der „The Geek Factory, Inc.“  ist kein Unbekannter, das PR Week Magazine schrieb über ihn „Peter is redefining the art of networking“ und Investor’s Business Daily beschrieb ihn als „crazy, but effective“. So nebenbei sitzt er auch im „NASA Civilian Advisory Council„. Er weiss also worüber er spricht.

„No business in the world should want one (Social Media Experten, Anm. des Autors) on their team. They shouldn’t want a guru, rockstar or savant, either. If you have a social media expert on your payroll, you’re wasting your money“

Wer hat nicht schon einmal den Pitch einer Agentur gehört bei dem der Nebensatz fällt „Wir sollten auch etwas mit Social Media machen, so Facebook und Twitter“. Meiner Meinung nach disqualifiziert sich eine Agentur allein schon wegen diesem Satz. Wie Shankman richtig schreibt:

They’ll build you a fan page, and when all that work doesn’t convert into new sales, they’ll simply say, “Well, we’ll just post more.”

Es geht darum herauszufinden, wer die relevante Zielgruppe eigentlich ist und wo sich diese wirklich aufhält (und die ist in den seltensten Fällen auf Facebook oder Twitter). Viele Firmen (oft nach Social Media Workshops) beginnen damit ihre Angebote oder Gutscheine auf Twitter zu publizieren, nur meist sind Kunden in diesem Kanal entweder nicht existent oder schlicht und einfach genervt.  Die Resultate dieser „Kampagnen“ sind dann meist so unterirdisch wie die Kampagne selber.
Laut Social Media Radar existieren mit 09.05.11 in Österreich nur knapp 16000 schreibende Twitter Accounts, das allein ist Faktum genug das Wort Twitter aus jeder Pitch-Präsentation zu entfernen, denn von einer relevanten Zielgruppe kann hier kaum gesprochen werden.

Aber ja, es geht ja nicht mehr nur um eine Website sondern um Fans und Facebook und Engagement und Follower und zielgerichtetes Online Marketing.

Nein geht es nicht (und das schreibt Shankman wirklich nur in Grossbuchstaben):

IT’S ABOUT GENERATING REVENUE THROUGH SOLID MARKETING AND STELLAR CUSTOMER SERVICE, JUST LIKE IT’S BEEN SINCE THE BEGINNING OF TIME.

Social Media mag im Moment gerade „cool“ sein, ändert aber nichts (!) und ist im Grunde ein notwendiges Übel, das ausserdem noch Geld kostet und keinen messbaren Mehrwert bietet. Wenn der Kundenservice eines Unternehmens mies ist, wird ein Twitter Account oder eine Facebook Fanpage inkl. einer „Facebook Strategie“ auch nichts daran ändern. Ganz im Gegenteil, der miese Kundenservice wird dadurch nicht besser sondern offensichtlicher. Besser wäre es das hinausgeschmissene Geld wäre in den Kundenservice investiert worden, denn dann wäre wirklich eine Verbesserung erreicht.

Man braucht kein „Social Media“ Konzept um mit Kunden kommunizieren zu können, in den meisten Fällen kann man kann Sie einfach ansprechen oder meist noch simpler: anrufen und einfach fragen was man besser machen könnte. Dazu wieder Shankman:

Real marketers know when to market using traditional methods, social media or even word of mouth.

Er stellt abschliessend auch eine absolut richtige Frage, die meiner Meinung nach wunderbar auf Österreich übertragbar ist:

You’d never give the intern permission to write the corporate press release to accompany an earnings announcement, so why the hell are you listening to the 22-year-old who says, “we’re going to do this social media thing because it’s cool?”

Das gerade wenn man sich den aktuellen Stellenmarkt in Österreich ansieht, denn hier werden im Moment meist eher blauäugig Kandidaten gesucht die das komplette Instrumentarium an Online Marketing (am besten SEO, Google Adwords, Display Marketing,.. und Social Media nicht vergessen!) beherrschen sollen. Die Positionen werden dann meist, mangels Kandidaten, von den oben beschrieben 22-Jährigen besetzt.

Peter Shankmans Abschlussatz hätte nicht besser formuliert sein können:

Social media is not “cool.” MAKING MONEY IS COOL. Social media is simply another arrow in the quiver of marketing, and that quiver is designed to GENERATE REVENUE.

Und wer „liked“ diesen Artikel nun auf Facebook oder tweetet ihn sogar?

Ulf Weihbold
Ulf Weihbold ist Senior E-Commerce Manager bei Red Bull und ist dort unter anderem verantwortlich für RedBullshop.com und RedBullCollection.com. Seine Spezialgebiete sind E-Commerce Management, Konversionsoptimierung, Google Adwords und Web Analytics.
Ulf Weihbold
Ulf Weihbold

4 Kommentare

  1. The question is simply if you want to waste or earn money 😉

  2. Also so kann ich das nicht stehen lassen … ein paar neue Blickwinkel um die Diskussion mehrdimensionaler zu gestalten:

    http://theangryteddy.com/2011/05/social-media-consultants-sollen-im-feuer-sterben-nur-wer-brennt-kann-entfachen/

    LG Daniel

  3. Hey, sehr guten Post haben Sie hier geschrieben. MFG