Vor der Optimierung: die richtige Auswahl der Keywords – Tools, Techniken und Fallen (Teil 2)
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Wie angekündigt kommt heute der 2. Teil meines Artikels für das Adzine Magazin über die Keyword Recherche. Teil 1 behandelte die Techniken zum Sammeln der Keywords, nun geht es um das Bewerten und Filtern.
Dieser Artikel ist schon etwas älter, aber doch immer noch brandaktuell. Dieser Methode zur Ermittlung der Suchbegriffe wurde von mir für die letzte Ausgabe der Printversion vom Adzine Magazin (Magazin für Online Marketing) geschrieben, bevor diese leider eingestellt worden ist. Dieser Teil, wurde somit leider nie abgedruckt.
Keywords bewerten
Sie haben nun eine lange Tabelle mit unbewerteten Suchbegriffen in Ihrer Excel Datei. Im nächsten Schritt gilt es, diese zu bewerten. Dazu recherchieren Sie zu all diesen Keywords folgende Daten:
- Suchvolumen
- Google AdWords CPC
- Mitbewerberdichte
Dazu greifen wir wieder auf das „Google AdWords Keyword Tool“ zurück. Weil sich die neue Version noch im Beta Stadium befindet, möchte ich den Vorgang anhand der alten Version demonstrieren. Dazu öffnen Sie wieder Ihren Google AdWords Account, wählen im Menü „Werbechancen“ und dann links „Keyword-Tool“ aus. Danach schalten Sie rechts oben auf „vorherige Benutzeroberfläche“ um. Wichtig: Zunächst Ihre gewünschte Sprache und Ihr gewünschtes Land einstellen. Dann übertragen Sie die gesammelten Keywords in das Textfeld. Achten Sie darauf, dass je ein Keyword in einer Zeile steht. Die Checkbox „Synonyme verwenden“ muss abgewählt werden, um das Ergebnis nicht mit weiteren Vorschlägen zu verwässern. Außerdem sollte „Keine Tipps zu neuen Keywords anzeigen“ gewählt werden. Danach lösen Sie die Suche mit dem Button „Keyword-Tool“ aus.

Achten Sie genau auf die Einstellungen, wenn Sie Ihre gesammelten Keywords mit dem Google AdWords Keyword Tool bewerten.
Sie bekommen nun als Ergebnis die gewünschten Zahlen zu allen Keywords Ihrer Liste. Achtung: Zuerst müssen noch die gewünschten Spalten selektiert werden. Dazu wählen Sie wie im Screenshot angegeben die Spalten „Schätzung zum durchschnittlichen CPC“, „Mittbewerberdichte“ und „Durchschnittliches Suchvolumen pro Monat“ aus und stellen den „Übereinstimmungstyp“ auf „Exakt“ ein.

Achten Sie bei der Ergebnisliste genau darauf, dass Sie wie abgebildet die korrekten Spalten einblenden und den Übereinstimmungstyp auf „Exakt“ ändern.
Ganz unten finden Sie die Funktion „Alle Keywords herunterladen“. Hier wählen Sie „.csv (für Excel)“. Nun öffnen Sie die neue Liste in Excel und rufen zum Bereinigen die „Ersetzen“ Funktion von Excel mit Strg-F auf. Löschen Sie so nun alle folgenden Zeichen:
- [
- ]
- €
Nun müssen Sie jedes Keyword bewerten. Sie legen fest, wie wichtig bzw. passend es für Ihr Produkt oder Ihre Webseite ist. Dazu notieren Sie in der nächsten freien Spalte rechts Ihre persönliche Einschätzung jedes Keywords – am besten in Werten von von 0 bis 10 oder auch 0 bis 100. Je nachdem welche Gewichtung Sie diesem Wert beimessen wollen. Diese neue Spalte benennen Sie „Gewichtung“. Nützen Sie die Bewertung auch, um Ihre Liste zu bereinigen: Löschen Sie alle Begriffe, die auf die Sie aus marken- oder urheberrechtlichen Gründen ohnehin nicht verwenden dürfen. Markennamen oder Produktnamen des Mitbewerbs zum Beispiel.
Ranking der Keywords vornehmen
Eine letzte Spalte, und Ihre Keyword-Liste ist komplett. Nennen Sie diese Spalte „Rang“ und erstellen Sie Formeln. Hier gibt es nicht zwingend richtig oder falsch, denn es sind Ihre Ziele, die das Ranking der Werte bestimmen. Beispiele für die Formeln, nach denen Sie Ihr persönliches Keyword-Ranking vornehmen:
- Suchvolumen x Gewichtung
- log(Suchvolumen) x Gewichtung (um das Suchvolumen abzuschwächen)
- CPC x Gewichtung (für die „teuersten“ Suchbegriffe)
- …
Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass Sie bei diesem Schritt Ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Nach dem Hinzufügen eines Filters und einer ersten Sortierung sollte das Ganze dann in etwa so aussehen und Ihnen einen ersten guten Überblick geben:
Wem diese Methode über Excel zu kompliziert ist, der kann alternativ das kostenlose Windows Tool „Good Keywords 3“ verwenden. Es kann vom Google Keyword Tool exportierte .CSV Dateien importieren, selbst ganze Ordner voll .CSV Dateien. Außerdem beinhaltet „Good Keywords 3“ interessante Filter und Bearbeitungsmöglichkeiten. Einziger Knackpunkt: Der Import von .CSV Dateien, die nicht aus der englischen Version von Google Adwords exportiert wurden, kann ganz schön kniffelig werden. Hilfe finden Sie auf der Supportseite des Herstellers.
Keywords filtern
Nun kommt der Feinschliff: Jetzt heißt es filtern und auswählen. Mit den vorne angeführten Methoden haben Sie nun eine große Anzahl von Keywords gesammelt. Je nach Strategie sollten Sie sich nun auf eine kleinere oder größere Anzahl von Wörtern festlegen. Das können nur zehn, hundert oder auch mehrere tausend sein. Steht nur wenig Zeit zur Verfügung, kann man sich einfach nach Sortierung der Spalte „Rang“ für die ersten entscheiden. Ich empfehle allerdings, einen genaueren Blick auf die Keywords zu werfen.
So sollten Sie sich Gedanken machen ob Einzahl, Mehrzahl oder beide, oder ob Sie auch Tippfehler aufnehmen sollten. Die Optimierung auf Einzahl und Mehrzahl eines Wortes macht in meinen Augen nach wie vor Sinn, da sich die Singular- und Plural Suchresultate immer noch unterscheiden. Bei Tippfehlern sieht die Sache durch Google Suggest und die automatische Korrektur durch Google („meinten Sie …?“) anders aus. Konnte man früher mit Keywords mit gängigen Falschschreibweisen noch viel guten Traffic generieren, bringt diese Methode heute immer weniger. Google sei Dank!
Als Entscheidungshilfe zwischen zwei oder mehreren Keywords hat sich „Google Insights for Search“ als unverzichtbare Hilfestellung erwiesen. Es zeigt zwar leider nicht in absoluten, aber in relativen Zahlen regionale Unterschiede in Suchvoluminas. Betrachten wir noch einmal kurz unser Beispiel mit den Frikadellen. In „Google Insights for Search“ geben Sie einfach die verschiedenen Schreibweisen ein, wählen ein Zielland und den Zeitraum aus.
Ganz klar ist hier zu erkennen, dass in Deutschland nahezu niemand nach „Fleischlaberl“ sucht, in Österreich jedoch sehr wohl.

„Google Insights for Search“ zeigt die Unterschiede im Suchvolumen mehrerer Suchbegriffe auf, wenn auch nicht in absoluten Zahlen.

Ein Vergleich der gleichen Suchbegriffe für das Zielland Österreich deckt regionale Unterschiede beim Suchverhalten auf.
Fazit:
Ich habe Ihnen nun zahlreiche Quellen, Tools und Methoden gezeigt, die sich für Ihre Keyword Recherche einsetzen lassen. In der Praxis werden Sie nie alle gleichzeitig verwenden. Wichtig ist, dass Sie sich für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden und bei der Recherche nie Ihr Ziel und Ihre Strategie aus den Augen verlieren.
Der größte Fehler ist aber – und er wird es auch immer bleiben – das Unterlassen einer sauberen und umfangreichen Keyword-Recherche vor Beginn der Optimierung. Sie werden es selbst merken – ein Projekt mit sauber recherchierten Keywords läuft deutlich professioneller.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Keyword-Recherche kein einmaliger Prozess ist. Im Gegenteil, Sie sollten die Positionen Ihrer Website bei Google zu diesen Keywords regelmäßig abfragen, die Keywords immer wieder neu bewerten und gegebenenfalls die Strategie anpassen. Auch dafür gibt es zahlreiche Tools am Markt, aber das ist eine eigene Geschichte…
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April 29th, 2011 at 10:21
[...] Magazin (Magazin für Online Marketing) geschrieben, bevor diese leider eingestellt worden ist. Teil 2 wurde somit leider nie [...]
Mai 7th, 2011 at 09:57
Schön übersichtlicher Artikel, die meisten Sachen kenn ich gut, aber allein der ständige Hinweis dass man es professionell machen muss ist sehr wertvoll. Die Analysedaten von Google sind nicht so perfekt dass muss man wissen.
Mai 7th, 2011 at 10:32
danke Pixmac3Cmanager. da muss ich dir ausserdem recht geben, die zahlen von google adwords sollten nur richtwerte sein. gerade für österreich sind die zahlen oft gar nicht gut.