Sonntag , 18 Februar 2018

Kampagnenplanung mit Google Insights for Search

Mit Hilfe von Google Insights for Search lassen sich Suchvolumenmuster über bestimmte Regionen, Kategorien, Zeiträume und Webdienste hinweg vergleichen. Man kann damit schnell, einfach und kostenlos wertvolle Einblicke in das internationale Suchverhalten gewinnen.

Ich möchte an dieser Stelle mit Hilfe von Google Insights for Search analysieren, ob sich klassische saisonale Denkmuster auch im Suchverhalten von deutschsprachigen Internetnutzern wiederfinden lassen. Seien Sie gespannt, welche Erkenntnisse die kommenden Beispiele bringen!

Szenario 1: Die Skisaison ist nicht vorbei

Langsam aber sicher neigt sich die lange Wintersaison in den heimischen Skigebieten dem Ende zu – gleichermaßen mit dem Schnee auf den heimischen Pisten schmelzen auch die Werbemaßaktivitäten in Print und Online dahin.

Google Insights "Skiurlaub Österreich"
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Blickt man in Richtung Suchmaschinen, zeigt sich ein interessantes Bild: Das Suchvolumen z.B. für Skiurlaub Österreich nimmt zwar ab und fällt zwischen April und Juni auf das niedrigste Niveau im Jahresverlauf, aber ohne die Nulllinie zu erreichen. Für die optimale Kampagnenplanung würde das bedeuten:

  • Google AdWords Kampagnen auch in den Sommermonaten – z.B. mit speziellen Frühbucherangeboten – schalten, um von günstigeren CPCs aufgrund des geringeren Mitbewerbs zu profitieren
  • Bereits ab Juli/August sollte wieder mit höheren Budgets gearbeitet werden, und mit vollwertigen, aktualisierten Informationen zur kommenden Wintersaison

Szenario 2: Sommerreifen werden nicht nur im Frühjahr verkauft

Wechseln wir nun das Thema, bzw. von Winter- auf Sommerreifen: Hier zeigt sich eine ausgeglichenere Grafik. Mit (vorhersehbaren) Spitzen im Zeitraum März-April gibt es auch hier ein permanentes Suchvolumen für Sommerreifen kaufen, auf durchwegs hohem Niveau.

Google Insights "Sommerreifen kaufen"
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Alle Online-Reifenhändler haben also hoffentlich ganzjährig alle Reifentypen im Programm, und bewerben alle Modelle im Bestfall permanent in Suchmaschinen. Die Spendings in „schwachen“ Monaten sind überschaubar – und man profitiert davon, dass User, die atypisch zur „Hochsaison“ suchen, tendenziell einen gezielteren Kaufwunsch haben („Frühbucher“, „Schnäppchenkäufer“,…).

Szenario 3: „Hochzeit“ für Brautmode ist nicht im Mai

Wir haben nun nach dem Skiurlaub die Sommerreifen montiert, und bewegen uns weiter Richtung Mai: Hochzeit ist angesagt, und somit Brautmode!

Google Insights "Brautmode"
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Auch hier eine Überraschung: Die meisten Suchanfragen zum Thema Brautmode gibt es im Mai Jänner, die zweitmeisten im Mai Februar, und die drittmeisten im Mai Juni. Hier gilt es also, bereits ab Ende Dezember volle Präsenz zu zeigen, und die neuen Kollektionen mit vollem Einsatz online zu bewerben!

Fazit: Ziehen Sie die Informationen, die Google über Jahre hinweg sammelt und Ihnen auf „Google Insights for Search“ gratis zur Verfügung stellt, für Ihre Kampagnenplanung heran – auch über Google AdWords Kampagnen hinaus. Dass Suchmaschinen dabei immer „Saison“ haben, sollten wir an dieser Stelle im Hinterkopf behalten.

Thomas Sommeregger
Thomas Sommeregger ist bereits seit mehr als 15 Jahren im Online Business aktiv. Seine Fachkenntnisse in den Bereichen Performancemarketing, Web Analytics und Conversion Optimierung stellt er unter anderem als Co-Autor des im Februar 2015 im Rheinwerk Verlag erschienenen Buches Google AdWords sowie als CMO bei elements.at unter Beweis. Die Salzburger Internetagentur ist Google-zertifizierter Partner für AdWords und Analytics und zählt damit in der Disziplin des digitalen Marketings zu den ersten Adressen in Westösterreich.

9 Kommentare

  1. Danke für die wertvollen Tipps, gerade für mich im Hinblick auf das Thema Hochzeit sehr interessant.

    VG

    Sebastian

  2. Wer mal Freunde bei der Hochzeitsplanung beobachtet, wird feststellen, dass Hochzeitskleider nicht erst kurz vor der Hochzeit im Mai, Juni gekauft, sondern dass die Recherche schon Monate vorher statt findet. Das wäre meine Erklärung für das Suchverhalten. :)

  3. @birger: da kenn ich aber paare, die planen schon 2 jahre vorher… 😉

  4. Manche brauchen gar keine Kleider … http://www.kronehit.at/nackt-hochzeit
    Findet übrigens den Samstag statt 😉

  5. Sie wissen doch alles über uns – ob wir wollen oder nicht. 😉

  6. Sehr interessanter Artikel!

  7. Die Sucheigenschaften der Kunden haben sich in den vergangenen Jahren massiv verschoben, da durch die exponentielle Nutzung der Online-Kanäle immer mehr Suchende Kunden um Monate früher mit Ihrer persönlichen Suche nach Brautkleidern beginnen können. Organisch gesehen bleibt also der kaufkräftigste Monat für das Produkt Brautkleider immer noch der Mai, während sich das Suchverhalten Jahr für Jahr mehr verschiebt, stellenweise bis zu 7 Monaten.