Sonntag , 18 Februar 2018

Neue Betrugsmasche auf Facebook gesichtet

Das Analyseteam des Anti-Virus Spezialisten Emsisoft hat unlängst herausgefunden, dass Betrüger nicht nur mit der Verbreitung von Malware auf Facebook Geld verdienen. Auch betrügerische Applikationen bauen auf die Gutgläubigkeit der Anwender. Dabei  werden eigens entwickelte Facebook Apps eingesetzt, um persönliche Daten der Anwender in Bargeld umzuwandeln.


Neue Fake Applikation zeigt enorme Besucherzahlen an

„Meine Facebook Seite wurde mehr als 15.000 mal besucht!“ – wer diese Aussage liest, hat vermutlich ein Opfer der neuesten Betrugsmasche auf Facebook vor sich. Ursache ist eine Applikation, die vorgibt, Besucherzahlen anzeigen zu können. Die Verbreitung findet ganz klassisch über die Pinnwand von Freunden statt: mit Meldungen wie dieser werden dank Schneeballsystem schnell tausende potenzielle Opfer erreicht.

Diese Scam Applikation hört auf den Namen „List your stalkers“ und verspricht, detaillierte Statistiken über die Besucher der eigenen Seite anzuzeigen. Natürlich werden Scam Applikationen nach Bekanntwerden seitens Facebook gelöscht. Allerdings werden die Autoren nicht müde, immer wieder neue Anwendungen mit alternierenden Namen zu erstellen.


Wie die Betrüger damit an Geld kommen

Im Gegensatz zu beispielsweise Rogue Antispyware, wo der betroffene Anwender direkt Geld zahlen soll und sein Computer mit Malware infiziert ist, liegt hier eine indirekte Einnahmequelle vor. Zunächst erhält die Applikation Zugriffserlaubnis auf persönliche Daten wie Wohnort, Alter, oder den Familienstand. Inkludiert ist auch das für die weitere Verbreitung relevante Recht, Nachrichten auf der Pinnwand zu posten.

Der Trick liegt hier im speziellen bei einem Survey  während der „Installation“ der Fake Applikation. Die Umfrage unter dem dubiosen Vorwand, die Online Identität zu sichern und vor Spam zu schützen, ist kommerzieller Natur: sprich die Autoren erhalten Geld für jeden komplett ausgefüllten Survey in Verbindung mit den demographischen Daten.

 

Eine direkte Gefahr für die Sicherheit des Computers besteht nicht. Dennoch ist der Identitätsraub kritisch und hinterlässt bei Betroffenen ein sehr ungutes Gefühl. Nutzer von Facebook sollten bei dubiosen Nachrichten und Angeboten immer skeptisch sein. Hier speziell sollte man wissen, dass Facebook allgemein keine Applikationen zulässt, die erweiterte Besucherstatistiken bieten.

Blog Beitrag von Emsisoft zum Thema: http://blog.emsisoft.com

Christian Mairoll
Christian Mairoll ist Gründer und Geschäftsführer von Emsisoft, einem österreichischen Virenschutz Newcomer-Unternehmen mit international verteiltem Team. Die Hauptprodukte der 'virtuellen Firma' sind Emsisoft Anti-Malware und die Online Armor Firewall. Aktuelle Virenwarnungen finden sich in den Facebook und Twitter Profilen.
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