Dienstag , 20 Februar 2018

Eine zweite Chance gibt’s nicht: Online Reputation Management für Personen

Stellen Sie sich vor: Sie bekleiden eine Führungsposition, sind ständig im Kundenkontakt und beweisen jeden Tag aufs Neue, dass Sie Ihren Job richtig gut beherrschen. Dann lernen Sie eines Abends eine Frau kennen und während Sie sich frisch machen, zückt die ihr internetfähiges Handy und googelt Sie mal schnell. Und findet: NICHTS. Also ja, ein bisschen Yasni und Stayfriends, aber nichts was ihr bestätigt, dass Ihr Konto und Ihr Ego im Gleichklang sind. Oh, stimmt nicht, da sind noch Meldungen von Ihrem Hobbyfußballverein? Okay, wir glauben auch nicht daran, dass das jetzt den Abend retten könnte. Irgendwann bleiben Sie mit der Rechnung und einer Handynummer (die sich am nächsten Tag als falsch herausstellt) zurück, während sich die Frau denkt: „Hochstapler, wenn der einen so tollen Job hätte, wie er tut, würde man irgendetwas dazu im Netz finden.“

© Doris Heinrichs – Fotolia.com

Das Web ist Ihre Bühne – nicht nur bei der Partnerwahl

Zugegeben, man könnte der beschriebenen Frau jetzt hinterlistige Absichten, Oberflächlichkeit und vieles mehr unterstellen – und weil ich diese Diskussion nicht eröffnen will, lassen Sie mich doch bitte schnell die Kurve nehmen: Auch ein Neukunde wird Sie googeln, was das Zeug hält. Jeder neue Kontakt, jeder potenzielle Kooperationspartner, jeder Arbeitgeber. Ein bisschen Glanz für das eigene Suchergebnis kann daher in keinem Fall schaden. Und weil das neue Jahr noch so jung ist, hier gleich ein paar praktische Tipps, wie Ihre Online Reputation ganz schnell an Form gewinnt:

1.)   Professionelle Netzwerke – Xing, LinkedIn, Projektwerk und viele mehr – was immer Sie weiterbringen mag. Wichtig: Ein Profil mit wenigen Kontakten und Verbindungen ist mindestens so unattraktiv wie kein Profil. Mein Tipp ist zudem, auf allen Profilen das gleiche oder ein sehr ähnliches Profilbild zu verwenden. Keinen Sinn macht Überengagement: Profile in Netzwerken, die in unseren Breiten wenig genützt werden – wie zum Beispiel naymz.com. Hier nur beitreten, wenn man dann auch eine respektable Zahl an Verbindungen und Empfehlungen aufweisen kann.
Apropos: Referenzen geben und Referenz sein (zum Beispiel auf Xing) nicht vergessen!

2.)   Soziale Netzwerke – Facebook, A Small World – mit den entsprechenden Limitierungen für Suchmaschinen-Spider, wenn das Profil sehr privat gehalten ist.

3.)   Die eigene Domain mit Miniwebsite – wenn schon kein eigener Inhalt, dann bitte zumindest einen aussagekräftigen Lebenslauf und jenen Teil der Kontaktdaten, der öffentlich zugänglich sein sollte.

4.)   Bookmarking-Dienste – hemmungslos benützen, um die guten Ergebnisse zur eigenen Person aufzuwerten. Und ja, um stets aktuell auf neue Ergebnisse zum eigenen Namen aufmerksam gemacht zu werden, gilt es

5.)   Alerts – wie Google Alerts und Tweetbeep einzurichten. Wer eine Website, die sich immer wieder verändert, im Auge behalten will, dem sei Versionista ans Herz gelegt – automatische Benachrichtigungen bei Veränderungen der Seite, sehr praktisch.

6.)   Wunschzettel, Empfehlungslisten und Playlists – ein paar hübsche Produkte in eine öffentlich zugängliche Wunschliste packen, eine unglaublich schlaue Bücherliste auf Amazon erstellen und zum Drüberstreuen noch ein paar Lieder, die garantiert Eindruck schinden, auf eine Playlist setzen.

7.)   Online-Presseaussendungen zu Ihren Fachgebieten – das Killer-Tool schlechthin, wenn es um die positive Beeinflussung der eigenen Online-Reputation geht. Wichtig: Benützt man die Presseaussendungen nur, um seine Online-Identität zu pimpen, bitte die Aussendung nicht an „echte Journalisten“ senden. Tragen Sie Sorge, dass der Text – natürlich in vielen verschiedenen SEO-Varianten – auf Presseportalen veröffentlicht, aber keinem Journalisten oder Blogger per E-Mail etc. zugestellt wird. Denn auf pure Personality-PR regaieren die Kollegen gar nicht gut. Zumindest, wenn sie zu offensichtlich als solche erkennbar ist.

8.)   Fotos & Videos – wie bei jeder anderen Optimierung eines Suchergebnisses spielen RICHTIG beschriftete und getaggte Fotos und Videos eine große Rolle.

9.)   „Ego-Portale“ – wie zum Beispiel WhoHub, ein Interview-Portal in dem man eine Unmenge von Fragen beantworten kann und so ein gutes, selbstbestimmtes Bild von sich im Internet zeichnet. Kostprobe gefällig?

10.) Personensuchmaschinen – 123 people, Yasni und so weiter. Letztgenannte bietet die Möglichkeit, über eine Login-Mitgliedschaft das eigene Profil zu beeinflussen. Eine Chance, die man unbedingt nützen sollte.

Wie jede Liste erhebt auch diese nicht den Anspruch, vollständig oder gar der Weisheit letzter Schluss zu sein. In diesem Sinne freue ich mich auf zahlreiche Kommentare, die den Beitrag bestimmt grandios ergänzen.

P.S.: Falls Sie jetzt gleich die Probe aufs Exempel machen und in meiner Online Reputation Schwachstellen entdecken – bei uns Internetmenschen verhält es sich mitunter ähnlich wie bei Friseuren: Für die eigene Frisur bleibt nie Zeit.

Martina Müllner
Martina Müllner ist Inhaberin der 2003 gegründeten Kommunikationsagentur MMPR & MMTEXT. Das zehnköpfige Team der Salzburger Redaktions- und PR-Agentur betreut namhafte Kunden in ihrer offline- und online PR-Arbeit. Darüber hinaus ist die Agentur als Spezialist für SEO-Texte und Online-Publishing bekannt.
Martina Müllner
Martina Müllner
Martina Müllner

Latest posts by Martina Müllner (see all)

14 Kommentare

  1. Sehr ordentliche Auflistung, Kompliment! 😉

    Mit Ihrem eigenen Yasni Exposé haben Sie als Top-Person bei der Suche nach „Inhaberin PR-Agentur“ ja selbst auch schon viel richtig gemacht.

    http://www.yasni.at/inhaberin+pr+agentur/person+suche

    Und zum Thema „Sympathieträger“:

    Bedeutet eine gute Reputation, dass man sympathisch ist? Oder vielmehr, dass man eine Expertin für PR oder eine nützliche Webseite zum Eigenmarketing ist?

    😉

  2. damit diese Tipps auch wirksam werden, bedarf es vermutlich auch noch eines sehr ausgefallenen Namens. Ich finde unter meinem zb. sehr viele verschiedene Personen, Berufe, Wohnorte und Interessen. Da kann sich dann jeder seinen Reim darauf machen und wird dennoch kaum genug wahres über mich wissen.
    Mit Namenswechsel durch Heirat und Scheidung wird es gleich noch komplizierter. Wäre vielleicht ein interessanter Test mit Unbekannten. :-)

    lg Lissy

  3. Gerade wenn du einen häufigen Namen hast, ist doch wichtig, dich von deinen Namensvettern abzugrenzen. Wie willst du sonst als Expertin oder potentieller neuer Arbeitgeber mit deinen Skills gefunden werden?

  4. Ja sollte man tun- aber … rufpflege im web ist leider zeitaufwendig -mühsam

  5. Danke an fschuetz – und an dieser Stelle korrigiere ich mich: Obwohl gerne in einen Topf geworfen (wie auch von mir), sind die Funktionen von Personensuchmaschinen sehr unterschiedlich. Der Vorzug ist eindeutig jenen zu geben, die es ermöglichen, das Ergebnis zu beeinflussen.
    Besonders schön: Angebote wie jene von Yasni, die kostenfrei und in einer Premiumversion die Möglichkeit bieten, die zum eigenen Namen gefundenen Ergebnisse in ein aussagekräftiges Exposé zusammenzufassen.

    Der Artikel wurde am 19.01.2010 entsprechend abgeändert.

  6. Als Antwort auf Katharina und den Kommentar von fschuetz aufgreifend: Ich stimme absolut zu! Ich sehe das so: Je „gewöhnlicher“ der Name, umso höher der Ansporn. Ich kann davon ein Lied singen. Ich matche mich mit allen Martina Müllers dieser Welt, weil Google meinen Nachnamen für einen Schreibfehler hält und alle Personen, die mich googlen, gleich mal mit einem herzlichen „meinten Sie Martina Müller“ begrüßt. Aber auch solche Schlachten kann man gewinnen.

  7. @martina: das geht ganz leicht mit etwas black hat SEO: einfach über viele verteilte server mit unterschiedlichen IP adressen regelmäßig bei google nach „Martina Müllner“ suchen. nach einigen tagen glaubt google dann sogar, dass auf grund der masse an suchanfragen dein name wirklich existieren muss….
    aber das ist böse und sollte nicht zum nachmachen anregen. 😉

  8. @Oliver: Ich bin doch so white hat!

  9. Toller Artikel, vor allem deshalb, weil er nicht wieder die vielstrapazierten Partyfotos ins Feld führt, sondern auf andere wichtige Aspekte eingeht.

    Auch ich denke, dass mangelnde Online-Sichtbarkeit für Einige zum Problem werden kann.

  10. Na fein. Da kann das kreieren einer 1 A Webidentität jetzt ja systematisch losgehen. Ich habe mich mit diesem Thema noch nie befasst. Schon deshalb habe ich viel gelernt bei der Lektüre dieses Artíkels. Danke! Zudem habe ich das Gefühl, das auch etwas beschlagenere Identitätsbastler hier profitieren konnten.

  11. Eine sehr interessante und durchaus komplette Auflistung. Das Thema wird heutzutage immer noch viel zu sehr unterschätzt. Denke aber, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird! Besonders wenn man selbst zu spüren bekommt, was ein schlechter Ruf im Netz bedeuten kann!

  12. Das ist ein sehr wichtiges Thema, das in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird. Die Tipps sind gut und übersichtlich aufgelistet.

    Einen aktuellen Artikel über Online-Reputation Management habe ich hier geschrieben: http://pagewizz.com/internet-reputation-warum-ich-bei-yasni-bin-und-wie-yasni-funktioniert/

    Da werden die Vorteile von Yasni, das mich mehr und mehr überzeugt, ausführlicher beschreiben. außerdem gebe ich Tipps zur Überwachung der eigenen Internet Reputation und was man tun kann, wenn man negative Beiträge entdeckt.