Montag , 20 Februar 2017

Die richtige Datensicherung für die eigenen Web Projekte (FTP und MySQL)

Als fleißiger Suchmaschinenoptimierer hat man sehr viele eigene und vielleicht auch Kundenprojekte auf verschiedenen Server oder Webspaces mit verschiedenen IP Adressen verteilt. Und das ist auch gut so. Aber gerade dann sollte man sich auch Gedanken über die zentrale Sicherung dieser Websites machen! Einige der eigenen Projekte werden sicherlich auf den gut gepflegten und gesicherten Hauptservern gehostet sein. Was aber mit den Sites, die auf zahlreichen 1 EUR Webhosts liegen? Das Thema Datenverlust schwingt somit immer wie ein Damoklesschwert über dem gemeinen SEO. Aber selbst wenn der eigene Webserver gut gesichert wird, wird meist immer das gesamte Dateisystem und alle MySQL Datenbanken gesammelt gesichert. Ein Restore im Ernstfall kann damit schon mehrere Stunden benötigen, die man im Idealfall noch ohne Techniker im Rechenzentrum meistern kann.

Heute möchte ich somit wieder einmal ein Tool vorstellen, dass genau dieses Horrorszenario anspricht. Wenn man sehr viele verteilte Webprojekte hat, was macht dann eine gute Sicherung aus?

  • einfach: mit wenig Aufwand muss die Sicherung für alle Files (FTP) und die dazugehörigen Datenbanken (MySQL) installierbar sein
  • mnimale Anforderungen: die Sicherung muss auf jedem noch so billigen Webspace machbar sein
  • zentral: die Sicherungen müssen zentral auf einem Platz gesammelt werden
  • sicher: man muss sich darauf verlassen können
  • automatisiert: am besten einmal pro Tag
  • platzsparend: damit nicht zu viele Daten anfallen, dürfen nur Unterschiede gesichert werden
  • einfache Rücksicherung: im Notfall muss per Knopfdruck ein beliebiger Stand der gesamten Website wiederherstellbar sein

Jetzt mag der eine oder andere sagen: die meisten Dinge deckt mein Perl oder PHP Script ohnehin schon ab. Ja, schon richtig, war bei mir auch so. Jedoch so komfortabel und einfach wie meiner neuesten Errungenschaft war es nie: SiteVault.

SiteVault ist eine Windows Software, die auf dem eigenen Windows Server im Haus installiert wird und regelmäßig alle eigenen und Kundenprojekte sichert. Das ist vielleicht gleich der einzige negative Punkt für manche, dass es ein ständig laufendes Windows System benötigt. Als Webmarketer kann ich nur sagen, dass man ohnehin mindestens eines dieser Systeme für andere automatisierte Software benötigt. Ich gehe hier aber jetzt absichtlich nicht darauf ein, welche das bei mir sind…  😉

Das Prinzip von SiteVault ist ganz einfach: eine zu sichernde Website besteht aus einem FTP und einem MySQL Zugang. Diese werden einzeln definiert:

Das feine bei der MySQL Sicherung ist, dass man weder Shell Zugang für mysqldump oder sonstiges benötigt. Über einen zuvor definierten FTP Zugang können gleich die notwendigen PHP Scripts für das Backup und das spätere Restore auf den Webspace kopiert werden. Per Knopfdruck!

Hat man FTP und MySQL definiert, fasst man diese beiden zu einer Site zusammen:

Hier können auch noch genau die gewünschten Datenbanken und sogar Tabellen ausgewählt werden. Lange log Tabellen können bei Bedarf auch weggelassen werden.

Danach plant man im programmeigenen Scheduler noch die Frequenz und den Zeitpunkt der Sicherung aus und los gehts.

Was man aber auf keinen Fall vergessen sollte, ist eine erste Rückspielung auf einen anderen Webspace, und danach ein Restore auf das Hauptsystem. Nichts ist schlimmer, als wenn man im Notfall erleben mus, dass das Backup nicht korrekt funktioniert. Dies kann z.B. durch eine falsche character set (latin1 statt UTF-8) sehr schnell passieren.

Hat man das für alle Projekte erledigt, kann man wieder ruhiger schlafen. Tritt der Ernstfall ein, kann man dann ganz einfach per Mausklick die betroffene Website zurückspielen:

Support:
Bevor ich ein Tool kaufe, nehme ich mit einer einfachen Frage erst einmal Kontakt mit dem Hersteller auf, um auch die Qualität des Supports zu erkunden. Nichts ist unangenehmer als ein Tool, bei dem bei Problemen keiner hilft. Hier wurde ich sehr positiv überrascht. An einem Sonntag habe ich eine Frage per Email an den Hersteller geschickt, Montag 08:30 hatte ich eine sehr freundliche Antwort in meiner Mailbox. Mehr noch: nachdem ich nach dem Kauf auf ein eigenartiges Kodierungsproblem mit einer meiner zahlreichen Sites gestoßen bin, hat der Entwickler geschlagene 3 Stunden per Fernwartung auf meinem Windows System das Problem gesucht, gefunden und per Hack zwischenzeitlich beseitigt. Diese Verbesserung wird direkt in die nächste Release einfließen.
Sehr vorbildlich und keineswegs alltäglich, schafft aber extremes Vertrauen!

Preis:
SiteVault gibt es in mehreren Editions, je nachdem wie viele Websites man sichern möchte:

Als SEO hab ich mir natürlich gleich die unbegrenzte Version bestellt. Falls dieser Tipp für Sie hilfreich war, können Sie natürlich gerne mit Ihrem Kauf über einen der 4 oben angeführten Affiliatelinks diesen Blog unterstützen.

Fazit:
Nach jahrelanger Suche nach dem richtigen Backup Tool für meine Web Projekte und gefühlten 2 Mannjahre Entwicklung für eigene Backup Skripte habe ich nun die für mich perfekte Lösung mit SiteVault gefunden. Ich kann dieses Programm nur jedem ans Herz legen, der mindestens ein Web Projekt am laufen hat und sich über die notwendige Sicherung noch nicht den Kopf zerbrochen hat.

Was halten Sie von dieser Art der Datensicherung?
Haben Sie bessere Methoden oder Tools?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Oliver Hauser
Oliver Hauser ist Inhaber des Salzburger Unternehmens get on top gmbh und Betreiber des WebmarketingBlog.at, außerdem ist er mit seiner Firma Next Experts GmbH der Veranstalter der SEO Konferenz SEOkomm und der Online Marketing Konferenz OMX. Seine Spezialgebiete sind Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Linkaufbau speziell für Österreich.
Oliver Hauser
Oliver Hauser

17 Kommentare

  1. FTP ist schon mal ziemlich unsicher weil die Passwörter nicht verschlüsselt übertragen werden und offene DB-Verbindungungen nach aussen (aus Serversicht) sind auch nicht das wahre … also sicherheitsseitig sollte man da schon ein paar Sachen nicht vergessen.
    und Backup über FTP wo jedes einzelne File geladen werden muss ist *wesentlich* langsamer als das ganze serverseitig zu packen und dieses File dann zu holen.

  2. @georg: hab vergessen dazuzusagen, dass SFTP natürlich auch möglich ist. somit ist FTP schon mal verschlüsselt. ausserdem kann man die scipts ja über https aufrufen. somit auch kein problem mehr. in den scipts sind übrigens keine passwörter reincodiert, die werden dann zur laufzeit an das script übergeben.
    somit sehe ich kein sicherheitsproblem.
    einzelfiles ja, ist ein argument, aber nur bei der ersten sicherung. ab der zweiten werden nur mehr unterschiedliche files übertragen.

  3. da wir uns gerade mit diesen und weiteren Fragen rund ums hosting beschäftigen:
    der richtige Artikel zum richtigen Zeitpunkt!
    ths Oliver

  4. Hi Oliver,

    danke für den Tip – das Tool scheint seinen Nutzen praktisch zu erfüllen. In puncto Support (gerade in US) stimme ich Dir völlig zu – schön, dass sich das hier so positiv verhält.

    Ergänzend zu diesem Backup-Post hab ich Dir eine URL mitgebracht :)

    http://vaultpress.com/

    Vaultpress ist was für Leute, die ausschließlich mit WordPress-Projekten arbeiten und ein bequemes online Backup-System suchen.

    Einen herrlichen Gruß aus Stuttgart,
    Tobias

  5. HM, naja.
    Nicht jeder hat einen Windows Server im Büro & zu Hause stehen;)

    Auf jeden Fall muss ich aber nochmals auf
    =====
    Was man aber auf keinen Fall vergessen sollte, ist eine erste Rückspielung auf einen anderen Webspace, und danach ein Restore auf das Hauptsystem. Nichts ist schlimmer, als wenn man im Notfall erleben mus, dass das Backup nicht korrekt funktioniert. Dies kann z.B. durch eine falsche character set (latin1 statt UTF-8) sehr schnell passieren.
    =====

    Hinweisen!
    Auf jeden Fall immer wieder ausprobieren;)
    Hab schon zu oft miterlebt das die falsche DB gesichert & eingespielt wurde, oder das Backup falsch eingestellt war!

  6. @tobias: danke für den tipp, werd ich mir mal ansehen.

  7. Ich mache das direkt auf dem Linux Server mit einem kleinen Script, welches einen MySQL Dump macht und die WWW-Dateien verpackt ablegt.

    Zusätzlich werden diese Backups dann auch noch automatisch auf einen anderen FTP-Server übertragen.

    Zuhause werden sie ebenfalls nochmals gespeichert. Da werden sie vom NAS abgeholt.

  8. Wie praktisch, dass fast alle meiner betreuten Webseiten (>16 Domains) per SSH ereichbar sind und bequem mit der Kombination rsync&ssh gesichert werden können. Ohne Softwarekosten. Auch wenn du es im Text erwähnt hast (nur verkehrt herum). Die Variante bietet mehr Freiheiten als dieses Programm :)

  9. Wir nutzen SiteVault in unserer Werbeagentur schon eine ganze Weile lang und das tool erspart in der Tat einen Menge händischer Backups, was – wie Du aus Sicht eines Webmaketers schon richtig sagst – sehr positiv ist. Es gibt ja auch ein zwei Konkurrenzprodukte, hier topt SiteVault da es sehr gründlich ist und – richtige Einstellung voraussgesetzt – auch alle Scripte & Co. mitnimmt was z.B. back2site regelmäßig vernachlässigt.

    Kann mich Deinem Blogeintrag also voll und ganz anschließen – bytheway, gab es da nicht auch eine Funktion für ein inkrementelles Backup? Gleich mal nachsehen…

    Grüße aus Berlin,

    Volker Berlin.

  10. @volker: meines wissens sind die FTP backups mit sitevault inkrementell. DB backup natürlich nicht.

  11. So gut das Tool auch sein mag bervorzuge Ich ein selbst programmiertes Script was auf jedem X beliebigen Linux Server System laufen kann. Die Begriffe „Windows“ und „Backup“ schrecken mich per se schon ab :-)

  12. @oliver: jep, da hast Du recht – habe mir das gerade nochmal @home angesehen was das Progi so tut – und was soll ich sagen: es tut, und das auch inkrementell. So soll es sein. Ist auf jeden Fall eine gute Empfehlung.

  13. Weiß jemand wie man am besten einen Server auf Plesk sichert, ich meine lohnt sich überhaupt Plesk ? Den den erstellten Backup kann man soweit ich nicht in den Confixx importieren oder ?

  14. SiteVault, mach ja erstmal einen guten Eindruck, ABER wie behandelt das Tool die gesetzten Dateirechte. Werden die beim Backup erfasst und beim Restore wieder automatisch gesetzt, z.B. bei einem Umzug auf einen anderen Webserver ?
    Wenn beim Restore die Rechte alle wieder „händisch“ gestzt werden müssen ist das doch nicht wirklich eine Erleichterung.

    Vielleicht weiss da jemand Bescheid ?

    Danke im Vorauss für eine Antwort !

    MfG Rainer