Dienstag , 20 Februar 2018

Wie erstelle ich ein nützliches Social Media Dashboard?

Eine Herausforderung in der Welt der Social Networks besteht darin, sich selbst DIE notwendigen relevanten Informationen so zu filtern, dass man nicht an Überinformation stirbt. Gerade bei „weltbewegenden“, topaktuellen Themen kann es passieren, dass man eine Information viele Male in gleicher oder ähnlicher Form in seinem Newsstream vorfindet. Das kann nerven und führt am eigentlichen Sinn – der Echtzeitinformation – vorbei. Schon alleine Facebook und Twitter bieten eine unüberblickbare Fülle an Informationen. Nimmt man dann noch Digg, Reddit, Foursquare, Blogs und andere Newsquellen auf, so wächst die Informationsflut ins Unermessliche.

ALLE Informationen zu verfolgen und zu selektieren ist eine Sisyphusarbeit. Und ganz ehrlich: Ich verfolge und selektiere nicht alle Neuigkeiten. Ich selektiere mir lediglich die Informationen, die wichtig für mich sind (zumeist thematisch sortiert). Gut zu wissen aber, dass der Rest nicht weit entfernt ist – wenn ich einmal nach einem für mich „Offtopic“ Thema suche.

Wie also selektiere ich? Relativ einfach: Ich baue mir Social Dashboards.

Das ist nicht weiter schwierig und kostet auch kein Geld. Alle Möglichkeiten die ich hier nennen werde, sind 100% kostenlose Tools.

ALLE Möglichkeiten bauen aber auf einem Grundsatz auf: SEGMENTIEREN SIE IHRE INFORMATIONEN

Beginnen wir z.B. mit Twitter:
Ich folge im Moment etwa 1.000 Twitter Usern. Das ist im Vergleich zum generellen Trend unterer Durchschnitt. Jedoch genug, um ungefiltert den Überblick zu verlieren. Einmal nicht zum „richtigen“ Zeitpunkt auf Twitter eingeloggt, und der mögliche gehaltvolle Tweet eines Followers ist im Nirvana verschwunden. All das änderte sich, als Tweetdeck die Möglichkeit anbot, Gruppen zu definieren. (Diese Gruppen wurden später auch von Twitter nachempfunden, nur heißen die Dinger dort „Listen“.)

Erstellen Sie Twitter Listen

Listen empfehlen sich auch bei einer kleineren Anzahl an Usern denen man folgt. Mit steigender Userzahl, werden Listen zunehmend unentbehrlicher. Ein weiterer Vorteil: Man muss dem Twitter User nicht automatisch folgen, um ihn auf eine seiner Listen zu setzen. Twitter Listen können öffentlich oder privat sein. Öffentliche Listen sind ganz nett – interessant sind die privaten Listen. Ein Beispiel: Wollen Sie „geheim“ verfolgen, was ihr Mitbewerb so treibt? Kein Problem: Erstellen Sie eine private Liste auf die Sie den Account setzen. Der Erstellungsvorgang für Twitterlisten ist denkbar einfach – und gleich, egal ob man eine öffentliche oder private Liste erstellen möchte.

  1. Auf Ihrer Übersichtsseite klicken Sie den Punkt „Lists“ (gleich überhalb der Timeline)
  2. „Create a List“ auswählen
  3. Geben Sie Ihrer Liste einen Namen – optional eine Beschreibung – und wählen Sie „private“ oder „public“ für die Liste aus

Um User einer Liste hinzuzufügen rufen Sie einfach das Profil der betreffenden Person auf, klicken in dem Profil auf den korrespondierenden Listen Button und fügen den User der gewünschten Liste hinzu.

Ein paar generelle Infos zu Listen:

  • Sie können max. 500 Twitter IDs einer Liste hinzufügen
  • Pro Account können Sie max. 20 Listen erstellen

TweetDeck und HootSuite

Diese beiden Tools eignen sich hervorragend für die Nutzung als Twitter bezogene Dashboards. Beide Tools stellen Informationen in Spalten dar. Somit kann man eine Säule für „News“ nutzen, eine für „Kollegen“, für „Freunde“ oder was auch immer Ihnen vorschwebt. Beide Tools erlauben auch die Integration von Facebook oder Foursquare. Dabei können auf verschiedenen Tabs, unterschiedliche Accounts angezeigt werden. So stehen Infos aus Facebook neben Updates von Twitter, gefolgt von Inserts von LinkedIn. Das eigentliche Update geschieht im Hintergrund. Wenn man also wissen möchte, was gerade seine Facebook Freunde so schreiben genügt ein Klick auf den Tab und sämtliche Infos sind in Echtzeit aufbereitet.

Beide Tools erlauben auch das Management von mehreren Twitter Accounts, was sehr angenehm sein kann. So kann man seinen privaten Account gemeinsm mit seinem beruflichen Account zeitgleich warten.

iGoogle

HootSuite und TweetDeck sind nette Tools. Aber es sind beides Varianten, die „on demand“ gestartet werden müssen (es sei denn, man speichert sich die Tools im Autostart Ordner ab“. Als „Startseitenlösung“ im klassischen Sinn für einen Webbrowser, kommen beide aber nicht in Betracht. iGoogle bietet z.B. dieses Feature.

iGoogle basiert auf der Idee, dass Gadgets (Widgets) mit Infos die man angezeigt bekommen möchte, individuell auf der Startseite arrangiert werden können. Einzige Voraussetzung dafür ist ein Google Konto. Ein ähnliches Modell ist auch mit Netvibes möglich.

In meinem iGoogle Beispiel habe ich also meinen Twitter Stream, mein Facebook Profil, Google Maps, Wikipedia und noch ein paar andere Gadgets eingefügt, die mir ein simultanes Online Monitoring ermöglichen.

Bei allen Möglichkeiten gilt: Viele Wege führen nach Rom. Und den „richtigen Weg“ gibt es dabei nicht. Wählen Sie einfach die für Sie sympathischste Lösung und Sie werden sehen, es lohnt sich. Die Erstellung von Social Dashboards dauert nur wenige Minuten und erspart Ihnen aber Stunden des Suchens.

Hier alle Quellen gesammelt:

Twitter            http://twitter.com

Facebook       http://www.facebook.com

TweetDeck     http://tweetdeck.com/

HootSuite       http://hootsuite.com/

Netvibes         http://netvibes.com/

iGoogle            http://google.com/ig

Neuerdings gibt es auch sogenannte Social Media Browser (RockMelt). Auch diese Browser bieten eine Online Monitoring Möglichkeit.

Roman Brauner
Roman Brauner ist Head of Sales bei Zooners.com, einem Provider Smartphone Apps für den Tourismus-, Kultur- und Veranstaltungsbereich. Er war selbst über viele Jahre in der heimischen Touristik in führenden Positionen tätig, somit wird er bevorzugt über Neuigkeiten und Trends aus der Tourismusbranche berichten. Seine Spezialgebiete sind Mobile Marketing, Location Based Services und Tagging und Augmented Reality.
Roman Brauner

Latest posts by Roman Brauner (see all)

8 Kommentare

  1. super übersicht, vielen dank!

  2. Wirklich eine sehr gute Erläuterung! Vielen Dank!
    Herzliche Grüße
    Natalie Schnack

  3. sehr sehr gut erklärt und leicht verständlich!

  4. Danke für den interessanten Beitrag. Eine kleine Ergänzung: RockMelt ist derzeit noch in der Test-Phase und kann nur mit einer Einladung genutzt werden. Flock (flock.com) ist dagegen ein Social-Web-Browser, den es schon länger gibt, mit zahlreichen nützlichen Funktionen.

    Viele Grüße,
    Matthias

  5. Ich denke, TweetDeck und iGoogle decken schon alle wichtigen Funktionen ab. Ich würde aber auch gerne Netvibes erwähnen, was schon lange am „Markt“ ist und wirklich gut läuft. Ersetzt Tweetdeck zwar nicht, empfinde ich aber mittlerweile gegenüber iGoogle als bessere Alternative.

  6. mein Kommentar bitte löschen..Netvibes wurde erwähnt, sorry :-)

  7. Ist wohl schon ein älterer Artikel, aber dennoch gut und vor allem aktuell. Heute gehört vielleicht noch pinterest dazu.