Foursquare und Gowalla sind im Moment in aller Munde… nicht. Zumindest einige seltsamen Web 2.0, Social Media und Internet Marketing Menschen (in Österreich) nutzen diese neuen Location-based Services, kurz LBS Dienste und reden darüber.
Wer redet darüber?
Pete Cashmore, seines Zeichens CEO von mashable hat im November 2009 in seiner Kolumne bei CNN vorhergesagt, dass Twitter schon wieder fast old-school (also 2009) sei und foursquare Twitter im Jahr 2010 sei. Auch die Zugriffsdaten auf die jeweiligen Websiten von Compete und Alexa sind beeindruckend. Wired UK hat in der Juli Ausgabe Dennis Crowley (Gründer von foursquare) als “New King of Social Media” auf dem Titelblatt gekürt und Tristan Walker konnte am 20. Juli tweeten, dass sie mehr als 100 Mio. Check-Ins verbuchen konnten. Hier geht es auch um richtig viel Geld, denn foursquare hat über 20 Mio. $ Funding bekommen. Auch Facebook hat von dem Trend Wind bekommen und verhandelt gerade die Übernahme von Hot Potato.
Was ist das alles eigentlich?
Im Grunde gehts darum: Man geht irgendwo hin und um das dann für die ganze breite Masse an Internetnutzer breitreten zu können, macht man bei diesen “Locations” einen “Check-In”.
Warum zum Teufel soll ich das machen?
Weil Wired UK und Pete Cashmore es cool finden und auch machen. Nein, Scherz. Weil man, wenn man auf Gowalla viel “herumcheckt” coole Items findet und bei foursquare der “Mayor” einer Location werden kann. Und natürlich Badges bekommt. Kein Scherz.
Was kann man dabei falsch machen?
Einiges:
Level of Sharing (!)
Bei jedem Check-In kann man den “Level of sharing” einstellen, also wer den Check-In sehen kann. Dabei gibt es bei allen Services mehrere Möglichkeiten:
- niemanden mitteilen
Ein Check-In auf einer Tankstelle oder im Supermarkt mag für mich selbst als Erinnerung interessant sein, ist aber für Twitter und Facebook vollkommen irrelevant. Diese Check-Ins werden üblicherweise nur gemacht, um bei Gowalla Items zu finden oder zu tauschen, bei foursquare den Mayorship Status zu behalten oder im Leaderboard vorne zu bleiben. (Bei foursquare gibt es ein Gas-Guzzler Badge, das ist wichtig für ein respektables foursquare Profil) Wenn Updates wie diese z.B. auf Twitter publiziert werden, könnten höchstens professionelle Nutzer von pleaserobme darauf aufmerksam werden.
- mit Connections des jeweiligen Dienstes
Es kann ganz interessant sein zu wissen, wo sich andere im Moment aufhalten (Freunde, Arbeitskollegen,..) Wenn man also auf einer “relativ” interessanten Location eincheckt, kann man das natürlich allen (freigegebenen) Connections wissen lassen. Gerade wenn man mit anderen um einen Mayorship Status buhlt, kann das ganz lustig sein.
- mit Facebook und/oder Twitter
Wenn ich auf der Oscar Verleihung am roten Teppich stehe, würde ich dort sofort einchecken und das jeden wissen lassen. Das kommt aber nicht oft vor. Ein Check-In, der auf Facebook und Twitter erscheint, sollte in irgendeiner Weise interessant, witzig oder cool sein. Mein Haus oder Büro ist das auf jeden Fall nicht. Der NMAOÖ Stammtisch ist es
Robert Scoble hat das Problem Oversharing bei Twitter 2009 in einem Blogeintrag schön formuliert:
Remember those days when Twitter was for telling all your friends you were having a tuna sandwich at Subway in Half Moon Bay?
I do.
Hier kann man von Twitter eine wunderbare Analogie zu den LBS-Diensten ziehen!
Der richtige Check-In
Einfach irgendwo einzuchecken und das auf Twitter posten zu lassen ist langweilig. Besser ist es zumindest einen kleinen Kommentar dazuzuschreiben. In einem Restaurant eine Empfehlung für ein Gericht,… Hin und wieder ein Bild zu posten und für andere Tipps zu hinterlassen, hinterlässt bei anderen immer einen guten Eindruck!
Die richtigen Locations
Locations anzulegen wie “Zuhause”, “Sofa in meinem Wohnzimmer” oder “Toilette einer Bar” ist nicht cool. Locations sollten für jeden anderen Nutzer interessant sein. Eine Location, bei der sonst niemand einchecken kann (weil nicht öffentlich) hat den selben Mehrwert wie E-Mails mit dem Inhalt “Buy cheap viagra pills!”.
Es wird auch nicht gerne gesehen Locations doppelt anzulegen um einen Mayorship Status mehr zu haben, ganz im Gegenteil: doppelte Locations sollten sobald erkannt, als solche markiert werden.
Wenn man diese einfachen Regeln beachtet, kann Foursquare und Gowalla richtig Spass machen!
Wer übrigens nicht bei allen Services hintereinander einchecken will, dem sei das Service m.check.in nahegelegt.
P.S.:
Michael Arrington hat auch einen schönen Beitrag über foursquare geschrieben mit dem Titel: My Fantasy Foursquare Life. Darin beschreibt er, wie amüsant es sein kann die kleine “Cheat” Funktion (man kann theoretisch immer und überall einchecken) von foursquare zu nutzen. So bekam er einige “interesting” comments als er bei Victoria’s Secret in Paolo Alto eingecheckt hat. Noch lustiger scheint es für den (nicht immer unumstrittenen) Techblogger zu sein in den Headquarters von Firmen einzuchecken wenn gerade eine Vorstandssitzung stattfindet oder bei einer Venture Capital Firma bevor diese einen grossen Deal abschliessen.
Also wer war letztens in Hawaii auf Urlaub, dann schnell in Monaco auf einen Drink im Ritz Carlton um sich dann das Pferderennen in Ascot anzusehen?
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Juli 29th, 2010 at 13:59
Ich habe deinen BLOGbeitrag zum Anstoß genommen mir auch endlich ein Gowalla Konto einzurichten (was schon länger auf meiner To Do Liste steht).
Ich muss sagen, dass ich ziemlich enttäuscht von der Funktionalität der Webseite als auch der App bin. Nachdem beim Erstellen eines Spots die Geodaten verkehrt waren ist dieser nun 1,3 Kilometer von meinem derzeitigen Standort entfertn. Das lässt sich nicht ändern.
Die App reagiert nicht auf das kippen des Telefons und man muss nun den Text quergelesen eingeben und viele andere Features die nicht wirklich funktionieren. Auch, dass ich meine Spots nicht am Computer (Tastatur) anpassen kann finde ich nervig und kurzsichtig.
Drinnen bin ich jetzt ja, du scheinbar nicht, der Oliver Hauser schon. Meine facebook und twitter … Adressdaten gebe ich für so einen (derzeitigen) Tech-Müll aber nicht her.
Juli 29th, 2010 at 14:27
Habe nun auch foursquare in Betrieb genommen. Technisch besser ausgereift aber dennoch auch ganz schön lückenhaft.
Schön, dass man sich als neuer Erdenbüger der 2010 geboren wurde dort auch schon anmelden kann. Ist man jedoch vor 1900 geboren, dann darf man nicht mehr mitmachen. Da hat Jopi(e) Johannes Heesters aber Glück, dass er erst 106 ist!
Juli 29th, 2010 at 15:17
@Michael
Klar bin ich auf Gowalla (und auf den meisten anderen LBS-Diensten), falls wir Friends auf Facebook sind, kannst mich über FB-Connect einfach hinzufügen.
Die Gowalla Website ist wertlos, der Mehrwert kommt mit der Applikation. Ich kenn davon nur die iPhone App und die macht z.B. mehr Spas als die App von foursquare.
Nicht vollkommen korrekte Geodaten hängen eher vom GPS-System des Telefons, als von der Applikation an sich ab….
Juli 30th, 2010 at 06:49
Kann Ulf nur beipflichten. Nutze seit einiger Zeit Gowalla. Hab foursquare auch einmal ausprobiert, macht aber zumindest auf dem iPhone nicht so viel Spaß. Die korrekten Geodaten hängen tatsächlich von der GPS-Verbindung ab.
Richtig interessant wird es aber wahrscheinlich überhaupt erst, wenn man sich, wie in den USA schon üblich, mit den Diensten auch Rabatte in den Locations holen kann, indem man eincheckt. Z.B. 10 % auf einen Coffee to go usw… aber ob sich das so bald in Österreich durchsetzt, ist derzeit noch fraglich.
September 3rd, 2010 at 09:16
[...] zu müssen. Was für die Hardcore-Einchecker. Ein paar interessante Tipps für die Nutzung gibt’s hier von Ulf Weihbold. Herold’s Gutschein King hat foursquare für seine Kunden [...]
November 10th, 2011 at 09:50
Ein Tipp in eigener Sache: am 24.11.2011 veranstalten wir in Salzburg ein Locdation Based Services Seminar. Dabei wollen wi rUnternehmen nicht beibringen Foursquare, Gowalla, Google und Facebook Places zu benutzen sondern Ihre Besucher und Kunden dazu bringen diese Tools zu nutzen.
Seminar Info & Buchung: http://www.promomasters.at/seminar/location-based-services.html