Dennis hat heute einen spannenden Artikel über das neue Phänomen der privaten URL Shortener geschrieben: immer mehr Suchmaschinenoptimierer nutzen nicht mehr öffentliche URL Shortener wie bit.ly, cli.gs oder redir.ec, sondern installieren auf eigens registrierten Domains eigener Verkürzer.
Dennis nennt auch einige Beispiele:
- Böser SEO: http://bseo.me
- Andre http://alpar.at
- Björn http://ocem.at
- Dennis selbst: http://tip.pe
- Malte Landwehr http://landwehr.it
Nachdem ich mich schon im November 2009 für einen eigenen URL Shortener entschieden haben, möchte ich kurz über meine Erfahrungen damit berichten. Bis heute wurden ca. 500 Domains gekürzt die ca. 30.000 Klicks erzeugt haben.
Domain
Ich habe mich damals gegen eine eigene Domain entschieden und verwende die Adresse unserer Hauptdomain ohne www, also http://levelseven.at.
Die Domain ist zwar etwas länger als übliche Shortener, jedoch verwende ich derzeit nur 2 Zeichen nach dem /.
Tippt man die Domains ohne allem ein, wird man auf unsere Homepage www.levelseven.at weitergeleitet.
Software
Natürlich habe ich kurz überlegt, mir den Shortener selbst zu programmieren. Aber warum? Es gibt ja alles bereits fertig; man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Nach kurzer Evaluierung habe ich mich für Yourls entschieden. In meinen Augen eine wirklich gelungene Software, kann fast alles was man braucht und liefert zudem ansprechende Statistiken.
Erweiterungen
Einige Features fehlten mir jedoch, die habe ich kurzerhand reinprogrammiert, auch auf die Gefahr hin, dass ich mir somit die nächsten Software Updates verkneifen werde. Da Yourls leider nicht wirklich Multiuser fähig ist, habe ich mir dieses Feature selbst geschrieben. Da mein Co. Hans-Peter Traunig auch damit arbeitet, wollte ich, dass jeder nach dem Login im Backend nur seine eigenen URLs sieht. War nicht wirklich schwer, aber sehr effektiv. Weiters habe ich Youruls erweitert, dass es die Seitentitel ausliest und mitabspeichert (warum, weiter unten). Und zu guter letzt, das wichtigste:
jede mit meinem Shortener empfohlene URL bekommt einen niedrigen Top Frame mit einigen Zusatzinfos und manchmal inkl. etwas Werbung.
So kann man gleich sehen, dass ich die URL empfohlen habe, kann gleich meine Profile erreichen, die URL per Facebook und Twitter weiterempfehlen oder den Frame schließen. Weiters habe ich nun die Möglichkeit, einen 25 Pixel hohen Werbebanner einzubinden, den ich seit gestern das erste mal nutze, nämlich für unsere SEO Konferenz SEOkomm in Salzburg, die wir gerade organisieren. Ich denke die Werbung ist legitim, nicht zu aufdringlich. Werbung oder der ganze Top Frame sind für selektierte Links abschaltbar.
Ein Beispiel dazu ist hier zu finden.
Backend
Das Backend meines Shorteners kann fast alles was andere auch können inkl. Statistiken. Hier ist zu bemerken, dass man normalerweise gleich massig Klicks aus USA von Bots bekommt, sobald man diesen raustwittert. Da ich diese nicht gezählt haben möchte, habe ich mein Yourls auch um eine eigene IP Blacklist erweitert.
Hier zwei Screenshots der Statistiken:
Backlinks
Backlinks gibt es laut Yahoo eigentlich keine, laut Xovi doch einige. Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass die Backlinks ausschließlich auf Twitter Seiten nur kurzfristig auftauchen und dann wieder verschwinden.
Das hat mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht, da hätte ich mir definitiv mehr erwartet. Vielleicht ist der Grund ja auch der o.a. Top Frame, wer weiß? Vor allem hätte dies ja unsere Hauptdomain stärken können.
Also zum Aufbau von Backlinks hilft der eigene URL Shortener definitv nicht!
Integration
Yourls bietet den Vorteil, dass es natürlich auch über eine API zum Kürzen verfügt.
Somit kann man es auch seit Version 0.34 in TweetDeck integrieren und die eingegebenen URLs automatisch kürzen lassen.
Dazu gibt man in der TweetDeck Config folgenden String ein:
http://EIGENE.URL/yourls-api.php?action=shorturl&url=%@&username=USERNAME&password=PASSWORD&format=simple
Funktioniert bestens!
Ausserdem gibt es ein passendes WordPress Plugin namens Yourls.
Dieses Plugin kann man so einstellen, dass neue Postings nach dem Publish automatisch gekürzt und getwittert werden.
Was hat’s gebracht?
- Vor allem dem Wow Effekt. Ich bin unzählige Male gefragt worden, wie ich den mein Bildchen über die Seiten bringe…
- Unabhängigkeit. Wenn ich schon verkürze und damit twittere und facebooke, warum soll ich die Links dann einem anderen Shortener “schenken”? Ausserdem erinnere man sich an das tr.im Debakel im August 2009, als auf einen Schlag Millionen verkürzter Links das Aus drohte.
- Flexibilität: siehe unter Erweiterungen weiter oben. Alles ist machbar, man ist auf keinen kostenlosen Dienst angewiesen.
- Die Daten gehören mir!
Würde ich es wieder machen?
Definitiv JA!
Haben Sie ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht oder planen Sie ebenfalls einen eigenen URL Verkürzer zu installieren?
Ich freue mich über Feedback!
Weitere Posts zum Thema:
















Juni 8th, 2010 at 17:19
Hi Oliver, vielen Dank für diesen interessanten und ausführlichen Artikel! Grundsätzlich kann ich deinen Ausführungen nur zustimmen. Ein eigener URL Shortener bringt natürlich viele Vorteile und volle Kontrolle mit sich. Ob man wirklich einen URL Shortener braucht, ist wieder eine andere Sache. Für mich zählt neben der Unabhängigkeit auch der Branding- und Fun-Faktor – alles andere bekommt man sonst ja auch bei etablierten Anbietern.
BTW: Vielen Dank auch für den Verweis zu meinem Artikel
Juni 8th, 2010 at 17:54
Was die Backlinks angeht, kommt es natürlich darauf an wo du deine shortURLs anbrinst und wie man das Tool einstellt / codet. Langfristig kannst man mit einem eigenen Service hier schon eine nette Linkschleuder bauen. Man könnte zB alte ungenutzte Links auf eine neue Seite weiterleiten
Ob yourls das kann, hab ich jetzt noch nichts ausprobiert aber mit ein paar Zeilen ist sowas ja schnell selbst gebaut (zwar evtl. ohne tracking) dafür mit backlink funktion
Juni 8th, 2010 at 18:47
Die Integrationsmöglichkeit in TweetDeck kannte ich noch nicht und habe darum bisher auch noch keinen eigenen URL Shortner entwickelt. Ich persönlich (als Besucher) mag diese geframten Sites überhaupt nicht. Für den Kurzurlbetreiber birgt der Platz jedoch kreative Möglichkeiten
.
Juni 8th, 2010 at 19:04
Wir haben bei uns einen Shortener auf einer Subdomain unserer Firma am laufen. Vor allem für Links zu AGBs in den Angeboten, Download von Fernwwartungssoftware und Ähnlichem ist das hilfreich. Da wir dafür aber keinen extra Dienst mit Datenbank aufsetzen wollten und es nur eine Hand voll Link sind, haben wir dafür selbst ein kleines Redirect-Script geschrieben. Konfiguriert werden die Short-URLs über eine einfache Textdatei.
Juni 8th, 2010 at 21:02
Eigenen URL-Shortener verwenden…
Mittels yourls kann ganz leicht ein eigener URL-Shortener aufgesetzt werden, der dann für Dienste wie Twitter und Co genutzt werden kann….
Juni 8th, 2010 at 21:13
@Dennis: da geb ich dir vollkommen recht, BRAUCHEN tut man definitv keinen eigenen URL shortener. der brandinggedanke und der fun faktor sind aber nicht zu verachten.
Juni 8th, 2010 at 21:35
@jan: hab grad gesehen, dass du das auch schon umgesetzt hast
http://www.theofel.de/archives/2010/06/eigenen-url-shortener-verwenden.html
@dominik: das mit den frames ist sicher geschmackssache. ich habe jedoch bis jetzt eigentlich viel gutes feedback gekommen, und die links im frame haben eine beachtliche click through rate. ich experimentiere halt mal gerne…
Juni 9th, 2010 at 11:54
Hi, ich bin auch ein Fan von dem Yourls Script. Auch mein Hauptgrund für einen eigenen URL Kürzer war es, die schönen Links nicht mehr zu verschenken. Und man stelle sich zudem einmal folgendes Scenatro vor: a) der fremde URL Kürzer schaltet ab und hat mit ein paar hunderttausend Links eine nette Basis für ein neues Projekt, b) was wenn der fremde URL Kürzer ab und zu ein paar Cookies streut und so Affiliate Einnahmen genereiert? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Juni 10th, 2010 at 00:19
[...] URL-Shortener http://cario.at nutzen. Die Vorteile, die sich daraus ergeben, hat Oliver in einem sehr lesenswerten Erfahrungsbericht gesammelt. Auch Stefan hat sich zu diesem Thema Gedanken gemacht und überlegt jetzt [...]
Juni 13th, 2010 at 10:49
Kann mich nur anschliessen, wir haben seit Okt. 2009 auch einen eigenen URL-Shortener auf Basis von Yourls in Betrieb auch mit einigen Anpassungen und Verbesserungen mittlerweilen ziehmlich viel
Nun nach mehr als 1/2 Jahr haben wir vor allem viel Freude an den Statistiken (die wir vor allem ausgebaut haben) dadurch waren eigene virale Verbreitungsstudien möglich.
Juni 16th, 2010 at 15:14
[...] Johannesburg. Auf Twitpic lassen sich inzwischen auch Gesichter taggern. Immer mehr Leute benutzen eigene URL-Verkürzer, doch was bringen sie? Ein Vergleich der Ranking-Faktoren zwischen Google und Bing. Facebook und [...]
November 18th, 2010 at 14:29
Hallo Oliver,
wir würden unser YOURLS gerne auch Multi-User-fähig machen, sodass jeder User nur seine eigenen URLs sieht. Ist das schwierig? Hast du uns Tipps hierfür?
Beste Grüße nach Österreich
Laura
November 26th, 2010 at 14:43
Moin, so richtig habe ich die Vorteile davon noch nicht verstanden, ehrlich gesagt. Ich erstelle Internetseiten für Kunden, können die daraus auch einen Nutzen ziehen?
Im Voraus danke für eine kurze Antwort – Michi!
April 29th, 2011 at 08:21
Das ist wahrlich der große Vorteil bei Yourls:
“Großer Pluspunkt bei dieser Variante: Alle Daten laufen auf dem eigenen Server und sind absolut privat.”
( http://blog.marketingshop.de/aus-lang-mach-kurz-10-url-shortener/ )
Juni 15th, 2011 at 13:02
Grundsätzlich benötigt man einen URL-Verkürzer meist nur zum Twittern oder wenn man Statistiken über Click-Raten erstellen möchte, z.B. beim Emailmarketing.
Der Vorteil der eigenen Variante liegt dabei in erster Linie darin, dass man die gewonnenen Daten nicht außer Haus gibt und man natürlich auch, wie in diesem Beitrag beschrieben, eigene Erweiterungen hinzuprogrammieren kann.
August 13th, 2011 at 13:22
Toller Artikel. Aber man kann einen URL shortener auch komplett selbst Programmieren. Siehe: tsrt.tk
August 28th, 2011 at 13:39
Ich mach da schon 2 Jahre rum mit ob es nun Sinn hat oder nicht. Das schlimmste dabei ist das ich mir schon einen Yourlserver aufgebaut habe aber noch nie mit gearbeitet hab.
Für meine ganzen maritimen Blogs denke ich macht es aber langsam Sinn einen eigenen Shortener zu nutzen…
Dezember 10th, 2011 at 13:04
bin gerade auch dabei einen eigenen Shortener umzusetzen und meine Wahl fiel auch auf YOURLS. Besteht die Möglichkeit die modifizierte Variante zu bekommen ? Vielen dank schon im Voraus…
Februar 2nd, 2012 at 09:18
Hallo Oliver,
Ja, ich plane auch einen eigenen URL-Shortener einzurichten, so bin ich auf diesen Artikel gestoßen. Vor allem Punkt 2 deines Fazits, die Unabhängigkeit, finde ich so wichtig, dass ich es umsetzen werde.