Mittwoch , 22 November 2017

Das österreichische Bundesheer probierts viral: „So deppert, dass er wieder genial ist“

Dass man mit viralen Videos sehr schnell sehr viele Seher erreichen kann, ist wohl nun auch schon bis zum österreichischen Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) vorgedrungen. Nur durchhalten sollte man, was man angefangen hat.

Das österreichische Bundesheer ist ja, wie bekannt, verzweifelt auf der Suche nach neuen Rekruten. Dafür wurde ein sehr eigenwilliger Videospot produziert.

Lässig lehnt ein glatzköpfiger Aufreißer mit ländlichen „Schönheiten“ an seinem Audi R8. Betont cool lädt er sie auf eine „Spritztour“ in seinem „flotten Flitzer“ ein. Doch plötzlich taucht aus dem Nebel ein Bundesheerpanzer auf. Er rast auf die Gruppe zu und bremst mit quietschenden Ketten vor dem Auto ab. „Na, Mädels, Lust auf ne Spritztour?“, fragt der junge Soldat, woraufhin die Mädchen völlig ausrasten und den Sportwagenfahrer stehen lassen. „Kommt zum Bundesheer, da könnt ihr Panzer fahren“. Er springt zurück in den Panzer und braust los, dicht gefolgt von den aufgebrachten jungen Mädchen.

Nur drei Tage später bekam Verteidigungsminister Norbert Darbos jedoch kalte Füße und lies das Video von der Website des Bundesheers entfernen. Hätte er mehr Erfahrung mit dem Social Web, hätte er das nicht gemacht. Jetzt machen sich die Medien im In- und Ausland erst recht darüber lustig.

„So deppert, dass er wieder genial ist“

Das Bundesheer hatte den Spot ursprünglich verteidigt. „Unser Clip ist so deppert, dass er schon wieder genial ist“, befand Oberst Johann Millonig von der Heeresmarketingabteilung im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“). Für Verteidigungsminister Darabos war er dann anscheinend doch zu „deppert“. Er ließ ihn entfernen.

Auch die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) hatte was zu meckern. „Das ist unglaublich sexistisch“.

Alles nur geklaut

So genial das ganze ist, so „gut“ wurde es aber nur geklaut. Die ukrainische Armee hatte bereits denselben Spot mit professionellen Schauspielern, aber gleichem Inhalt geschaltet. Für die Produktion der österreichischen Version wurden laut „SZ“ der Türsteher einer Kremser Diskothek als Audi-Fahrer sowie vier Hotelfachschülerinnen gebucht.

Fazit:
Gute Idee, trashig umgesetzt hat der Spot ein enormes virales Potenzial. Wenn man sowas schon anfangt, sollte man es aber auch durchziehen. Oder vielleicht verhilft gerade das dem Spot zu noch mehr Verbreitung. Wir werden sehen, bis jetzt haben schon 350.000 Leute den Spot gesehen.

Oliver Hauser
Oliver Hauser ist Inhaber des Salzburger Unternehmens get on top gmbh und Betreiber des WebmarketingBlog.at, außerdem ist er mit seiner Firma Next Experts GmbH der Veranstalter der SEO Konferenz SEOkomm und der Online Marketing Konferenz OMX. Seine Spezialgebiete sind Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Linkaufbau speziell für Österreich.
Oliver Hauser
Oliver Hauser

15 Kommentare

  1. Danke fuer den Beitrag. Wirklich gut verfasst.

  2. Celestine Pickings

    Uih wie immer ein super Text. Wenn doch nur alle Blogs so qualtitativ hochwertig wären. Hast du schon von dem 10Euro Aral Tankgutschein gehört 10Euro Aralgutschein? Gilt leider nur noch 24 Stunden. MFG

  3. lieber „celestine pickings“,
    das ist so ein unglaublich dummer kommentarspam, der passt so richtig zu dem unglaublich dummen bundesheer video. deshalb entferne ich ihn nicht, sondern entferne nur deine links!

  4. Grundsätzlich würde ich das Video nicht so abwerten, weil die Idee dahinter für das Bundesheer zu werben über Medien gar nicht so schlecht ist. Jedoch ist der Beitrag bzw. das Video nicht gerade … naja …

    Ich find die Werbung für die Polizeischule in Wien super… Ich glaub die kommt auch bei den Leuten gut an. Ein bekannter von mir hat sich aufgrund des Werbespots jetzt bei der Polizeischule in Wien angemeldet und fängt sobald als möglich an… Super oder?

    Die Werbung wirkt…

    Herzliche Grüße Manu

  5. Mir gefällt der Clipp und zwar deshalb, weil dann viele zum Heer gehen, weil sie glauben bei den Damen einen besseren Status zu haben. Finde ich super, denn all jene die dorthin gehen, laufen dann wenigstens einer intelligenten Damen nicht über den Weg……… Good Luck, boys! 😉

  6. Traumhaft! Da hat sich das österreichische Bundesheer wieder mal absolut selbst übertroffen 😀

  7. Als virales Marketing hatte ich das noch gar nicht gesehen, aber es stimmt, der Clip sorgte lange für Gesprächsstoff und ist auch jetzt noch vielen in Erinnerung. So dumm er auch war, er hätte schon den gewünschten Effekt erzielen können.

  8. Was soll man sagen: „jeder so wie er kann“, oder „Man tut sich selbst immer was gutes, oder“?

  9. Ich finde es einfach peinlich, das Österreichische Bundesheer kann sich besser vermarkten(verkaufen), glaube nicht das es eine gute Werbung ist.

  10. Der Clip ist ganz gut gelungen. Schade jedoch das es keine Sinnvoller Werbung dafür gibt.

  11. Finde das Video ganz toll, ist für das Österreichische Bundesherr sicher sehr positiv. Vor allem da ja auch Frauen das Heer besuchen dürfen.

  12. In meinen Augen ein nerviger spot, und die Damen sind auch nicht grade vorzugsdamen – gute Entscheidung von Darabos diesen Spot nicht auszusenden.