Mittwoch , 22 November 2017

Der Fall Jack Wolfskin, oder wie kann man seinen guten Ruf ruinieren?

Nach dem Marketing Desaster der Firma JAKO (siehe Chronologie) droht nun auch der bisher sehr angesehenen Marke „Jack Wolfskin“ das gleiche Schicksal. Was Jack Wolfskin sich jetzt geleistet hat, stellt sich für mich als reiner Drang zur Selbstzerstörung dar, anders kann ich mir das nicht erklären.

Wie alles begann:
Artikel von 40 Verkäufern des Portals Dawanda werden von der WebSite entfernt. Bei Dawanda können Künstler ihre selbstgemachten Dinge verkaufen. Der Grund: Die Anwälte der Firma Jack Wolfskin haben Dawanda auf eine mögliche Markenrechtsverletzung hingewiesen. Es handelt sich dabei um Artikel, auf denen Katzenpfoten in irgendeiner Art und Weise angebracht sind. Zur Erinnerung: das Logo von Jack Wolfskin zeigt den Abdruck einer Wolfstatze.

Hier sehen Sie eines der Produkte, gegen die vorgegangen wurde:

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Damit nicht genug, denn dann bekamen die Verkäufer per Post eine Abmahnung und eine Anwaltsrechnung über fast 1000 EUR.

Aber nun bekommt das Unternehmen die geballte Macht des Internets zu spüren. Zuerst berichtete am Wochenende darauf  der mächtige Blog „Werbeblogger“ über den Fall. Innerhalb der nächsten Tage  zogen mehr als 100 weitere Blogs nach, Hunderte Besucher diskutieren über das Thema. Danach schnappen auch der Spiegel und Fokus online das Thema auf.

Auszug vom Fokus online:
Man habe bei den Handarbeiter-Fällen darauf geachtet, „die Kosten möglichst gering zu halten“. Dass die Kosten in Höhe von 991 Euro für Kleinunternehmer „noch immer verhältnismäßig hoch“ sind, gesteht die Wolfskin-Sprecherin ein. Aber: „Der Kleinhändler ist für die Entstehung der Kosten verantwortlich, da er markenverletzende Ware verkauft hat und wir dadurch zur Verteidigung unserer Marke gezwungen waren.“ Und überhaupt diene so eine Abmahnung der „schnellen und relativ kostengünstigen Beendigung der Angelegenheit“.

Bei der ganzen Sache darf man nicht vergessen, daß der Konzern nicht gegen Markenpiraten vorgeht, sondern gegen Heimarbeiter.

Was sich jetzt im Internet abspielt, bedeutet für die Marke „Jack Wolfskin“ den absoluten Marketing Supergau!
Die vielen ungewollten Blog Postings fangen an, die erste Resultatseite bei Google einzuvernehmen, wenn man nach „Jack Wolfskin“ sucht.

Wie man sieht, noch vor der ersten Position erscheint der Artikel bei Spiegel Online.

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Weiter unten sogar, aber immer noch auf der ersten Seite:

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Ganz zu schweigen, was sich in Twitter so abspielt (man beachte, das war alles in den letzten 12 Minuten!):

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Mein Tip an Jack Wolfskin:
geben Sie Ihr Geld nicht für Ihre Anwälte aus, sondern suchen Sie sich eine Firma, die Ihren Ruf im Internet mit gezieltem Online Reputation Management wieder so halbwegs in Ordnung bringt! Die Arbeit geht jetzt erst los!

Oliver Hauser
Oliver Hauser ist Inhaber des Salzburger Unternehmens get on top gmbh und Betreiber des WebmarketingBlog.at, außerdem ist er mit seiner Firma Next Experts GmbH der Veranstalter der SEO Konferenz SEOkomm und der Online Marketing Konferenz OMX. Seine Spezialgebiete sind Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Linkaufbau speziell für Österreich.
Oliver Hauser
Oliver Hauser

2 Kommentare

  1. Lol. Richtig so. JW hat sich selbst geschadet. Geschieht denen recht.

  2. Autorenkooperative

    Ich lese leider zum ersten Mal über diesen Fall. Demnach war der Aufruhr offensichtlich nicht so groß, wie er hätte ausfallen sollen. Völlig inakzeptabel, dass sich große Brands auf solche Kleinigkeiten einschießen. Demnächst verklagt Apple bestimmt den Obsthändler um die Ecke…