5 Gründe, warum “IP Geo Locating” bzw. Standortermittlung bei Online Werbung immer noch ein Traum ist
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Die Möglichkeit, Werbung nach dem Standort der Benutzer auszuliefern, läßt das Herz jedes Web Marketers höher schlagen. So könnte man z.B. Google Adwords nur für Benutzer im Umkreis von 50 km von Salzburg Stadt schalten, oder nur für alle Benutzer in Bayern. Streuverluste wären so gleich null.
Aber das funktioniert doch schon die längste Zeit, Google Adwords bietet dieses Feature doch schon an, oder?

Man muß es sich so vorstellen: jedes Gerät, mit dem man im Internet surft (Computer, iPhone, Handy,…) bekommt eine eindeutige IP-Adresse von seinem Zugangsprovider. Diese Adressen werden vom Provider dann einem Standort, z.B. der Stadt, der Straße und der Hausnummer, zugeordnet und publik gemacht. Jedermann kann dann in öffentlichen oder bezahlten Datenbanken diese Zuordnungen abfragen. Durch dieses Prinzip wird das so genannte “IP Geo Locating” möglich gemacht.
Das ganze funktioniert prinzipiell recht gut, wären da nicht einige Gründe die dagegen sprechen:
1. Ungenauigkeit durch Internet-Anbieter: die IP-Adressen sind oft dynamisch und aus globalen Adressen Pools vergeben. Somit ist keine eindeutige Ortszuordnung möglich.
Das gilt aber auch sehr oft für fix vergebene IP-Adressen. Als Beispiel ist der österreichische Provider UPC (vormals inode) genannt: hier scheinen ALLE Kunden in Österreich laut IP Datenbanken in Wien zu sitzen. Nachdem inode in Österreich einer der führenden Internetanbieter ist, ist das natürlich für die Google Adwords fatal.
2. Firmen Netzwerke mit mehreren Standorten gehen meist nur über einen Standort (die Zentrale) ins Internet. So bekommen z.B. Benutzer einer Firma in Linz, deren Firmenzentrale in Wien ist, die lokalen Google Adwords von Wien serviert.
3. Relativ hohe Volatilität der Daten: ständig werden Netzwerke und Zugangspunkte restrukturiert und IP-Adressen werden für neue andere Regionen verwendet.
4. Mobile Internetzugänge bei UMTS mit Netbooks oder SmartPhones: hier funktioniert die Zuordnung immer noch extrem ungenau.
5. Der derzeitige Standort des Benutzers ist nicht immer der “Ort des Interesses”. z.B. suche ich von meinem Arbeitsplatz lokale Angebote für meinen nächsten Urlaub.
Die IP Zuordnung auf Länderebene funktioniert dagegen übrigens recht gut.
Werbung auf bestimmter Länder zu schalten kann man daher bedenkenlos machen.
Fazit:
Das Geo Locating per IP Adressen ist prinzipiell eine tolle Sache, vor allem um die Streuverluste seiner Werbeanzeigen zu minimieren. Man muß sich jedoch immer im Klaren darüber sein, daß man sich nicht auf die Qualität der Daten 100% verlassen kann. Für Google Adwords bedeutet das dann, neben den Kampagnen in den eingeschränkten Kerngebieten immer auch Kampagnen auf Länderebene zu schalten.
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